Deutsch lernen Einwanderer nutzen Integrationskurse

Integrationskurse mit Schwerpunkt Sprache sollen Zuwanderern helfen, sich einzuleben. Seit dem Start vor vier Jahren haben rund 500.000 Menschen teilgenommen.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhielten weitere 155.000 Ausländer im Vorjahr die Berechtigung, an einem dieser Kurse teilzunehmen.  Das Amt beurteilt die Kurse "als unverzichtbares Förderinstrument".

Den Abschlusstest bestanden nach Behördenangaben rund zwei Drittel aller Teilnehmer. Im vergangenen Jahr waren dies vor allem Menschen aus der Türkei, der Russischen Föderation, der Ukraine, Polen und aus dem Irak. In der Regel zahlt jeder Teilnehmer einen Euro pro Kursstunde, der Rest wird aus Bundesmitteln finanziert. Im Jahr 2008 standen hierfür 174 Millionen Euro zur Verfügung.

Erfreut zeigte sich Bundesamtspräsident Albert Schmid über den hohen Frauenanteil bei den Kursen. Dieser liege bei rund zwei Dritteln. Vor allem Mütter könnten ein besondere Rolle bei der Integration von Zuwanderern spielen, betonte der Bundesamts-Chef. Etwa 60 Prozent der Teilnehmer lebten schon länger in Deutschland.

Seitdem die Zahl der Kursstunden von rund 600 auf 945 aufgestockt wurde, habe sich die Nachfrage nach speziellen Integrationskursen deutlich verstärkt, sagte Schmid. Besonders Eltern- und Frauenkurse seien sehr beliebt. Auch die Alphabetisierungskurse werden zunehmend als Chance für den erfolgreichen Spracherwerb genutzt. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Aufbausprachkurs á 300 Stunden zu wiederholen. Für Fortgeschrittene werden Intensivkurse angeboten. Wer die Prüfung bereits nach zwei Jahren besteht, erhält die Hälfte seines Teilnehmerbeitrags zurück.

 
Leser-Kommentare
  1. .
    Was spricht eigentlich dagegen, dass ausländische Teilnehmer ihre Sprachkurse selbst bezahlen.

    Dafür spricht nicht nur das Verursacher-Prinzip, sondern u.a. auch, dass sie dann das erforderliche Lerninteresse ernster nehmen.

  2. .
    Warum eigentlich "zahlt jeder Teilnehmer [nur] einen Euro pro Kursstunde", wenn der ganze Spaß im Jahr 2008 den deutschen Steuerzahler angeblich 174.000.000 Euro gekostet hat?

    Den meisten Einwanderer mit Sprachdefiziten dürfte eine deutlich höhere Beteiligung an den Kosten wirtschaftlich zuzumuten sein.

    Zumal es um i h r e Integration geht sowie grundsätzlich um i h r e n Wunsch, in Deutschland zu leben.

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  • Serie News
  • Quelle ZEIT ONLINE, sp, dpa
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