Spielemesse E3 Die Hardware der nächsten Generation?

Echte 3D-Effekte von Cameron, ein Tisch zum Spielen und eine Handtastatur – auf der Spielemesse E3 in Los Angeles ist Bewegungssteuerung das nächste große Ding

Keine andere neue Hardware hat auf der E3 so große Aufmerksamkeit bekommen wie Project Natal für die Xbox 360. Kein Wunder, denn wenn der Mix aus Ganzkörper-Bewegungssteuerung plus Tiefenanalyse plus Gesichtsauswertung plus Spracherkennung so funktioniert, wie Microsoft es verspricht, könnte das nicht nur die Welt der Spiele verändern. Auch Sony zeigte mit seinen Bewegungscontroller-Prototypen spannende Ansätze und Nintendo will Spielern künftig den Puls fühlen.

Das war es aber noch nicht ganz. Grafikkarten- und Zubehörhersteller haben sich auf der 2009er-Messe zwar auffällig zurückgehalten – als einziger großer Hersteller war Alienware mit einem eigenen Stand vertreten, auf dem unter anderem neue Laptops und eine eigene Version des gekrümmten 43-Zoll-Monitors von NEC zu sehen waren, der allerdings auch schon jenseits der Messe präsentiert wurde. Gut versteckt in den Messehallen in Los Angeles gab es aber noch mehr neue Hardware zu sehen. Golem.de stellt drei besonders interessante Innovationen vor.

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Intuiface 2G Spieletisch

Eigentlich ist die Idee, einen Bildschirm in einen Tisch einzubauen, schon alt. Trotzdem war der bei Ubisoft zusammen mit dem Strategiespiel Ruse vorgestellte Spieletisch Intuiface 2G vom französischen Hersteller Intuilabs ständig dicht umlagert. Die Besonderheit war die Eleganz und scheinbare Leichtigkeit, mit der die beiden Präsentatoren ihre Einheiten steuerten, blitzschnell von der Nah- in die Fernansicht zoomten, den Bildausschnitt vorschoben und andere Aktionen ausführten. Live funktioniert das zwar nicht ganz so schick wie im Video von Ubisoft – aber es war erstaunlich nah dran. Das System erinnert an Microsoft Surface, ist aber unabhängig davon und wird auch für MacOS und Linux angeboten.

Ganz einfach ist die Bedienung des Tisches nicht. Ähnlich wie die Gestensteuerung einiger neuer Notebooks muss der Nutzer bestimmte Zeichen lernen – wer einfach irgendwie mit Hand oder einem Finger über die Glasoberfläche wischte, löste höchstens versehentlich eine Aktion aus. Um beispielsweise den Bildausschnitt von Ruse zu verschieben, musste der Spieler mit zwei Fingern aufsetzen und diese bewegen – dann folgte die Landschaft aber ohne spürbare Verzögerung und fast pixelgenau. Technisch verbirgt sich im Inneren des Intuiface 2G ein normaler PC mit einem Quad-Core-Prozessor, dessen Grafikkarte das berührungsempfindliche Tischdisplay mit einer Auflösung von 1.980 x 1.080 Pixeln ansteuert; die Version von Ruse wurde speziell dafür angepasst.

Avatar in Stereoskopie

Die Präsentation der Spieleumsetzung von James Camerons kommendem Filmspektakel Avatar war nur hinter verschlossenen Türen zu sehen – und nur für Besucher, die ihr Handgepäck abgaben und eine Sicherheitsüberprüfung über sich ergehen ließen. Grund für die Vorsicht war nicht nur das Spiel selbst, sondern auch die verwendete Hardware: Das Spiel lief auf einem 103 Zoll großen, angeblich rund 100.000 US-Dollar teuren Plasma HD-Fernsehgerät von Panasonic. Der kann als Besonderheit gleich zweifach Szenen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln ausgeben, was allerdings bedeutet, dass der Zuschauer eine ziemlich schwere Stereoskopie-Brille tragen muss.

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