Obama-Besuch Drei Amerikanerinnen in ParisSeite 2/2
Michelles Paris-Reise fiel vermutlich in ihr vorletztes oder letztes Highschool-Jahr, 1979/80 oder 1980/81. Sie besuchte die "Whitney Young High School", eines der besten Gymnasien Chicagos. Auch dort habe sie Französisch gelernt, bestätigt die Schulleitung bei einem Besuch. Über die Paris-Reise könne sie jedoch keine Auskunft geben.
In ihren College-Jahren in Princeton lernte Michelle weiter Französisch. Ihr Bruder Craig, der ebenfalls dort studierte, erzählt gerne eine hübsche Anekdote. Michelle habe sich mehrfach beschwert, dass die Sprache nicht korrekt unterrichtet und zu wenig Wert auf Konversation gelegt werde. Ihm sei das so peinlich gewesen, dass er es der Mutter erzählte. Die habe ihm geraten: "Tu einfach so, als kennst du sie nicht."
Wie flüssig oder wie eingerostet ist Michelles Französisch heute, nachdem sie 30 Jahre kaum Gelegenheit hatte, es zu pflegen? Dazu will das Weiße Haus nichts sagen. Sie kann es nun in Paris erproben – freilich nicht an Hotelpersonal. Die drei Amerikanerinnen wohnen in der Residenz des US-Botschafters. Für die kommenden Tage stehen Einkaufsbummel sowie Besuche im Elysée-Palast und im Louvre auf dem Privatprogramm.
Den Appell, Fremdsprachen zu lernen, hat Michelle inzwischen in ihre Reden aufgenommen. Am Mittwoch sprach sie bei der Abschlussfeier einer Highschool in Washington. "Lernt Sprachen. Das ist eine Sache, die Barack und ich beide bedauern: dass wir keine Fremdsprache beherrschen." Diese Auskunft war eine kleine Schwindelei. Vielleicht wollte sie jeden Hinweis auf die Paris-Reise vermeiden. Die wurde da noch wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Aber es war eine Schwindelei für einen guten Zweck.
- Datum 06.06.2009 - 17:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Wiesehr auch ich Sprachen liebe ist das Hervorheben der unzureichenden (gemessen woran?) Mittel für solche Lehrinhalte gerade in den USA etwas eindimensional. Zum einen wird da unterschlagen, dass Amerika nicht eines von vielen europäischen Ländern mit seinen Dialekten und Traditionen ist. Zum andern erfüllt es bis heute eine überaus wichtige integrative Funktion und ermöglicht erst noch die weltweite Kommunikation mit Menschen in allen Herren Ländern. Wenn wir betrachten, wie schlecht Migranten z.T. die hiesige Sprache erlernen und diese Unzulänglickeit die Entwicklungschancen der Jungen Menschen hindert sollten wir es unterlassen, den grossen transatlantischen Bruder in dieser Beziehung zu kritisieren. Es gibt genügend andere Punkte, bei denen die Kritik gerechtfertigt ist.
Fördergelder gehen in den USA wie in allen anderen Ländern an die wichtigsten Sprachen. In Amerika sind das natürlich die Sprachen der wichtigsten Handelspartner Spanisch und Chinesisch. Französisch steht natürlich ganz weit unten auf der Liste.
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