Die Intel Friday Night Games (IFNG) sind – was auch immer man von ihnen halten mag – eine Sportveranstaltung. Mit allem, was dazu gehört: Profispieler, Fans, Finalkämpfe, Sponsoren, Preisgeld. Der Sport allerdings, der dabei betrieben wird, ist vielen Politikern in Deutschland suspekt, geht es doch nicht um Fußball, sondern um Computerspiele. Und wenn Politikern etwas seltsam und bedrohlich erscheint, gibt es schnell Probleme.

Die Politik möchte die sogenannten Killerspiele verbieten, die Gamer sind entsetzt - hier finden Sie die Texte zur Debatte © Valve

Welche, das ist derzeit im Kleinen und im Großen gut zu beobachten. Zuerst einmal zum Kleinen: Durch neun große Städte zieht jedes Jahr die Electronic Sports League mit ihrer Showtour IFNG. Die besten Spieler und Teams dieser elektronischen Bundesliga treten dabei gegeneinander in Turnieren an. Der Sieger bekommt zum Schluss immerhin 130.000 Euro. Gekämpft wird in den Disziplinen Action, Simulation und Strategie, gespielt werden Counterstrike, Warcraft III, Fifa 09 und Call of Duty 4.

Zumindest zwei davon sind Kriegs- oder - wenn es sein muss - auch "Killerspiele", geht es doch darum, das gegnerische Team mit Hilfe von Schusswaffen auszuschalten, also zu töten. Auch bei Warcraft III, einem Strategiespiel, dreht sich alles um Kampf und Krieg, allerdings nicht in seiner fotorealistischen Variante. Allen gemeinsam ist, dass sie im Team gewonnen werden, Mannschaft gegen Mannschaft. Wie, sagen wir, ein Fußballspiel.

Man könnte nun den Teamgedanken betonen und anerkennen, dass der eSport ein Weg ist, Jugendliche dort abzuholen, wo sie sowieso sitzen, vor dem Computer, und ihnen in sportlichem Ambiente ein paar Werte wie Fairness zu vermitteln. Man kann sich aber auch darauf beschränken, die gespielten Spiele abzulehnen.

Letzteres ist die Meinung, der sich vor allem die Union verschrieben hat. Und das längst nicht nur in der CDU-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat. Die hatte sogar den eigenen Oberbürgermeister unter Druck gesetzt, um das Games-Turnier aus der Stadt zu verjagen. Heinz Fenrich hatte die Veranstaltung ursprünglich genehmigt, war dafür aber kritisiert worden. Letztlich waren es die Gamer, die genug hatten von der "unsäglichen Diskussionen im Gemeinderat" und die Show absagten.

Das Gerangel darum allerdings bescherte der Stadt nun den Aufstand der Jugend. Am heutigen Freitag – dem ursprünglichen Termin der Show – wird in der Stadt gegen die Absage demonstriert. Ein Bündnis aus Gamern und Politikern hatte dazu aufgerufen. Darunter der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss, der selbst gerade mit der Staatsgewalt in Konflikt kam.

Es ist ein Rückzugsgefecht. Die Liga war schon in zwei anderen Städten unerwünscht und könnte es bald gar im ganzen Land sein. Just am Tag der Demo vereinbarten die Innenminister der Länder auf ihrer jährlichen Frühjahrskonferenz (IMK), gewalttätige Spiele sollten so schnell wie möglich verboten werden.