Parlamentswahl Pro-westliches Lager siegt im LibanonSeite 2/2

Hariri rief seine Anhänger auf, den politischen Gegner nicht durch provokative Siegesfeiern zu reizen. "Diese Wahlen haben keinen Gewinner oder Verlierer, weil der einzige Gewinner die Demokratie ist und der größte Gewinner ist der Libanon", sagte er in der Nacht. Christen-Führer Samir Geagea betonte: "Dies ist ein Sieg für den Libanon." Der größte Verlierer der Wahl war nach Ansicht von Beobachtern der christliche Oppositionsführer Michel Aoun, der in mindestens drei der Hauptgebiete der Christen verlor.

Die rund 200 ausländischen Wahlbeobachter betonten in ersten Stellungnahmen, sie hätten am Wahltag keine gravierenden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Der ebenfalls in den Libanon gereiste frühere US-Präsident Jimmy Carter sagte, er habe keine Angst vor dem Ergebnis der Wahl, "doch ich fürchte, dass die Menschen dieses Ergebnis möglicherweise nicht freundlich annehmen werden". Nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen sunnitischen und schiitischen Mitgliedern der beiden Blöcke im Frühjahr 2008 hatten sich die libanesischen Parteien auf Vermittlung Qatars auf die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt.

Dieser Regierung gehört auch die Hisbollah an. Dass die Schiiten-Organisation ihre Waffen im innenpolitischen Machtkampf des vergangenen Jahres gegen andere Libanesen eingesetzt hatte, hat das Klima in Beirut nachhaltig vergiftet.

Der Abstimmung im Libanon wurde über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung zugemessen, weil sie das Kräfteverhältnis zwischen moderaten und islamistischen Kräften in der Region insgesamt beeinflussen könnte. Die von Iran unterstützte Schiiten-Miliz Hisbollah hatte ursprünglich angestrebt, zusammen mit christlichen Parteien die in der Regierung dominanten anti-syrischen Kräfte abzulösen.

Israel warnte davor, Iran könnte in der Region weiter an Einfluss gewinnen. Wenn Hisbollah siege, würde dadurch "eine neue iranische Einheit im Nahen Osten" entstehen, sagte Finanzminister Juval Steinitz, der der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angehört. Dann könne Teheran die Kontrolle im Libanon übernehmen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. denn zuerst wählen die Libanesen ihren Clan, dann für die Konfession und zuletzt
    für die politische Ausrichtung.
    Das der Hariri-Clan Ausland-Libanesen zu tausenden hat einfliegen lassen, zeigt
    das mit Bestechung gewählt wird.
    Der mannigfache Stimmenkauf läuft über Gehälter, Schulgeld, Hilfen bei der medizinischen Versorgung oder auch Reisegeld. Solche Praktiken würden im Westen
    zur Annullierung der Wahlen führen.
    Saudi Arabien, USA, Frankreich- Iran, Syrien und Israel- sie alle werden das Land nicht zur Ruhe kommen lassen.

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    • Buker
    • 08.06.2009 um 14:42 Uhr

    Ohne die genauen Verhältnisse zu kennen und die Situation wirklich objektiv beurteilen zu können finde ich es doch verwunderlich, dass Schulgeld oder medizinische Versorgung für die eigene Bevölkerung immer wieder als Bestechung und Stimmenkauf angeprangert werden. Reisebeihilfen, ok, aber medizinische Versorung???

    Ist es nicht Aufgabe einer Regierung sich um die elementaren Bedürfnisse (=medizinische Versorgung + Bildung) der eigenen Bevölkerung zu kümmern???

    • Buker
    • 08.06.2009 um 14:42 Uhr

    Ohne die genauen Verhältnisse zu kennen und die Situation wirklich objektiv beurteilen zu können finde ich es doch verwunderlich, dass Schulgeld oder medizinische Versorgung für die eigene Bevölkerung immer wieder als Bestechung und Stimmenkauf angeprangert werden. Reisebeihilfen, ok, aber medizinische Versorung???

    Ist es nicht Aufgabe einer Regierung sich um die elementaren Bedürfnisse (=medizinische Versorgung + Bildung) der eigenen Bevölkerung zu kümmern???

    • Buker
    • 08.06.2009 um 14:42 Uhr

    Ohne die genauen Verhältnisse zu kennen und die Situation wirklich objektiv beurteilen zu können finde ich es doch verwunderlich, dass Schulgeld oder medizinische Versorgung für die eigene Bevölkerung immer wieder als Bestechung und Stimmenkauf angeprangert werden. Reisebeihilfen, ok, aber medizinische Versorung???

    Ist es nicht Aufgabe einer Regierung sich um die elementaren Bedürfnisse (=medizinische Versorgung + Bildung) der eigenen Bevölkerung zu kümmern???

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