Terrorprozess Die Sauerland-Bomber werden mürbe
Die vier mutmaßlichen Dschihadisten wollen nun doch Teilgeständnisse ablegen. Strafnachlass können sie aber nur erwarten, wenn sie auch über die Hintermänner auspacken
Womöglich zwei Jahre Prozessdauer, Dutzende Zeugen, mehr als 400 Aktenordner – und allein bis Ende August waren 40 Verhandlungstage angesetzt: Der Prozess gegen die so genannten „Sauerland-Attentäter“ vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf sollte einer der größten und aufwendigsten Verfahren seit den RAF-Zeiten Ende der 70er Jahre in Deutschland werden.
So viel schien klar – bis heute Adem Y., einer der vier Angeklagten, zum Auftakt des 15. Verhandlungstages eine Erklärung abgab: Er wolle gestehen. „Es ist mir egal, wie viel Sie mir geben, ob 20 oder 30 (Jahre), ich möchte nur, dass das hier vorbei geht – es ist langweilig“, sagte Yilmaz zum Vorsitzenden Richter Ottmar Breidling.
In dem Geduldsspiel in dem Düsseldorfer Hochsicherheitsgerichtssaal hatte Adem Y. nach sieben Wochen Prozess offenbar als erster die Nerven verloren. Nach einer mehrstündigen Unterbrechung, in der sich die Angeklagten gemeinsam mit ihren Anwälten beraten durften, ließen dann alle vier mitteilen, dass sie sich zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen äußern und zumindest in Teilen gestehen wollen.
Steht das Mammut-Verfahren damit schon nach kaum zwei Monaten vor einem vorzeitigen Ende? Immerhin hatte sich bereits Mitte Mai angedeutet, dass die vier Terrorverdächtigen ihr eisernes Schweigen brechen wollten. Damals wurde ein Kassiber abgefangen, den der mitangeklagte Daniel S. an Adem Y. schmuggeln wollte. Darin stand: „Wann ist es sinnvoll, dass alle schweigen oder aussagen?“
Y. hat seine Erklärung jetzt wohl ohne Absprache mit seinen beiden Verteidigern gemacht, und er soll sie bereits bei einem Besuch seiner Familie im Wuppertaler Gefängnis am vergangenen Freitag angekündigt haben. Prozessbeobachter bezweifeln indes, ob er sich bewusst darüber ist, was ein Geständnis bedeuten würde, so es denn von Vorteil für sein Urteil sein sollte. Richter Breidling betonte denn auch gleich, das Gericht sei nur an umfassenden Aussagen interessiert: „Dann bitte Butter bei die Fische, alle Karten auf den Tisch – und zwar keine gezinkten.“ Und Bundesanwalt Volker Brinkmann sagte als Vertreter der Anklage, dass der Zug für einen spürbaren Strafnachlass bald abgefahren sei – angesichts der erdrückenden Beweisfülle.
In der Tat war im Prozess bislang in teils äußerst kleinteiliger Beweisführung so ziemlich alles bestätigt worden, was die Bundesanwälte den Angeklagten vorwerfen – das mag selbst auf einen Islamisten ermüdend wirken: Die Vier sollen im Herbst 2007 eine Anschlagserie verheerenden Ausmaßes mit mehreren Autobomben geplant haben, vor allem auf amerikanische Einrichtungen. Belegt wurde der Kauf von Chemikalien, die Diskussion über geeignete Ziele und die Treffen zwecks Bombenbaus in einem Ferienhaus im Sauerland. Dort waren drei der vier Islamisten am 4. September 2007 festgenommen worden, nachdem Fahnder sie wochenlang observiert und abgehört hatten.
Angesichts der Fülle der Beweismittel dürfte ein einfaches „Ja, ich war dabei“ den vier Angeklagten deshalb wenig helfen. Das Gericht und die Sicherheitsbehörden wollen die Hintergründe und mögliche Hintermänner der geplanten Anschläge im Herbst 2007 erfahren. Vor allem: Wie ist die Internationale Dschihad Union, jene Terrorgruppe, die hinter den Plänen gestanden haben soll, strukturiert? Wie funktioniert die Schleusung von Tatwilligen in die Trainingslager im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet? Gibt es Verbindungen zu al-Qaida? Und wie ist das islamistische Netzwerk in Deutschland aufgebaut?
- Datum 25.07.2009 - 14:14 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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... immer wenn deutsche Offizielle mit der Internationale Dschihad Union (IJU) argumentieren, wird mir ganz bang und schwer ums Herz.
Die IJU wurde dereinst vom usbekischer Geheimdienst gegründet, um missliebigen Leuten terroristische Umtriebe anhängen zu können. Über die IJU gab's schon mehrere diesbezügliche Berichte in Monitor.
Außerdem: In der Überschrift ist die Rede von den "Sauerland-Bombern" hat der Autor das nicht mit dem Koffer-Bomber verwechselt? Die Sauerländer hatten doch nicht mal etwas, das man entfernt als Bombe bezeichnen konnte (außer die bombige Stimmung, wenn sie ihre Verfolger erschreckten).
Nun ja. Die versammelte Presse und Justiz ist wieder in erhöhten Erregungszuständen, die sie immer befällt, wenn sie Terror wittern. Da will keiner mehr wirklich was wissen, sondern nur noch höchst möglichen Höhepunkten entgegen streben.
Ich möchte auch das dieser Prozeß bis zum Ende geführt wird. Insbesondere möchte ich wissen wie das Gericht die Aussagen die im Ausland durch Folter zustanden gekommen sind bewertet.
Ich möchte auch das dieser Prozeß bis zum Ende geführt wird. Insbesondere möchte ich wissen wie das Gericht die Aussagen die im Ausland durch Folter zustanden gekommen sind bewertet.
Ich möchte auch das dieser Prozeß bis zum Ende geführt wird. Insbesondere möchte ich wissen wie das Gericht die Aussagen die im Ausland durch Folter zustanden gekommen sind bewertet.
Wenn die Herrschaften aussagen, dürfte ja dann auch zum Vorschein kommen, an wessen langer Leine die wirklich gehangen haben.
Immerhin haben schon Focus und m.E. Spiegel über die Gruppe, deren Verhalten sowie der Beobachtung etliche Monate vor der Verhaftung berichtet. Zumindest der Focus "erinnert" sich in seiner aktuellen Berichterstattung zum Prozess aber "ungerne" daran und zensiert diesbezügliche Kommentare.
Waren die damals zu früh vorgeprescht?
Ich meine, die Sache stinkt wie das bekannte Celler Loch, wie die Anschläge in Bologna und zuletzt in Spanien und London.
Insbesondere bei den letzten beiden soll sich herausgestellt haben, dass die Sprengmittel unter den Zügen angebracht waren und keinesfalls in den Rucksäcken der vorgeblichen Täter.
Auch der Londoner Bus gehörte zu einer Linie, die an dieser Stelle absolut nichts zu suchen hatte und wurde offensichtlich ganz gezielt an die Stelle gebracht.
Wie bei 9/11 gab es ausserdem am gleichen Tage genau die passenden Übungen dazu, die dann wirklich abliefen.
...die Trotteltruppe hatte nichts was auch nur entfernt an eine Bombe erinnert und sie wären mit großer Wahrscheinlichkeit entweder sofort hopps gegangen (wenn sie versucht hätten Acetonperoxid herzustellen) oder nicht erfolgreich gewesen.
Wenn man zuschaut, wie die sich vor Gericht benehmen, denken sie entweder ihr Führungsoffizier (ob nun Gott oder jemand vom Geheimdienst) holt sie schon raus, oder sie sind noch blöder, als ich ohnehin schon denke.
Am schärfsten war gestern "heute", da wurde in der Meldung von Autobomben gesprochen als hätten heldenhafte GSG9-Truppen die Jungs 5 Minuten vor dem Ziel mit einer Nagelsperre gestoppt.
Es gibt den Rechtskonstrukt des untauglichen Versuches http://de.wikipedia.org/w...
Das passt hier wohl ganz gut.
Die Sache hat einen Geruch von Georgienkrieg.
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