Luftüberwachung Nato schickt Awacs nach Afghanistan
Das Bündnis will schon in Kürze drei bis vier Awacs-Aufklärungsflugzeuge über Afghanistan einsetzen. Der Bundestag muss allerdings noch zustimmen
Die Nato-Verteidigungsminister beschlossen die Entsendung der Awacs am Freitag in Brüssel nach längerem Streit über die Finanzierung. Die Maschinen sollen den zunehmenden Luftverkehr über Afghanistan überwachen, nicht militärische Ziele erfassen. Etwa ein Drittel der Besatzungen sind Deutsche.
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung begrüßte die Einigung. Die Bundeswehr bewältige die Hälfte des Lufttransports nach Afghanistan und sei für die gesamte Luftaufklärung zuständig: "Daher haben wir ein Interesse an zusätzlicher Flugsicherheit." Es gebe auch Pläne für eine direkte Flugverbindung zwischen Frankfurt und Kabul. "Und deswegen ist es sinnvoll, dass wir uns hier zusätzlich engagieren - auch mit Awacs-Maschinen der Nato."
Der Einsatz war von Frankreich blockiert worden. Paris wollte sich nicht an den Kosten von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr
beteiligen, weil es über eigene Awacs-Maschinen verfügt. Frankreich soll jetzt nur einen minimalen Beitrag von weniger als eine Millionen Euro übernehmen.
Nach Angaben von Diplomaten trägt Deutschland etwa 25 Prozent der Kosten. Die Maschinen sind bislang in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen stationiert. Insgesamt sind etwa 40 Prozent des Personals Deutsche.
Wo die mit umfangreichen Radaranlagen ausgestatteten Maschinen stationiert werden, ist noch nicht entschieden. Bisher wird vor allem an
den türkischen Stützpunkt Konya gedacht. Die Flugzeuge können in der Luft aufgetankt werden.
Für den Awacs-Einsatz ist wegen der deutschen Besatzungen ein neues Bundestagsmandat erforderlich. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm kündigte an, dass die Entscheidung "zügig" fallen soll. Dies müsste allerdings bis Anfang Juli geschehen, da der Bundestag dann in die Sommerpause geht und er danach bis zur Bundestagswahl wahrscheinlich nicht mehr zusammentritt. Andernfalls wäre veine Sondersitzung des Parlaments erforderlich.
- Datum 12.06.2009 - 13:01 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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