Präsidentenwahl Iran Wütende Proteste der Mussawi-Anhänger in Teheran
Die Opposition sieht sich um den Wahlsieg betrogen. Nachdem Amtsinhaber Ahmadineschad zum neuen Präsidenten erklärt wurde, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen

©Olivier Laban-Mattei/AFP/Getty Images
Wütende Mussawi-Anhänger liefern sich Straßenkämpfe mit der Polizei
Der Sieg von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad bei den Präsidentschaftswahlen im Iran hat massive Proteste von Anhängern des Gegenkandidaten Mir-Hossein Mussawi ausgelöst. In Teheran demonstrierten am Samstag Tausende zumeist junger Menschen in den Straßen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei.
Mussawi erklärte auf seiner Website: "Lügen und Tyrannei werden eine verheerende Wirkung auf das Schicksal unseres Landes haben." Er werde sich dieser gefährlichen Inszenierung nicht beugen. Er werde die Geheimnisse hinter dem Vorhang lüften.
Wie das Innenministerium in Teheran mitteilte, errang Ahmadinedschad 62,6 Prozent der Stimmen und vermied so eine Stichwahl in einer Woche. Sein aussichtsreichster Kontrahent, Ex-Regierungschef Mussawi, kam nach diesen Angaben auf einen Stimmenanteil von 33,8 Prozent.
Weit abgeschlagen landete der frühere Chef der Revolutionsgarden, Mohsen Rezai, mit 1,7 Prozent auf dem dritten Platz. Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karroubi kam mit 0,9 Prozent auf den vierten Platz. Der geistliche Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, bezeichnete Ahmadinedschads Sieg als ein "wahres Fest" und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Innenministeriums bei 85 Prozent – einem Rekordwert in der Geschichte der Islamischen Republik.
Verlierer Mussawi protestierte "scharf gegen zahlreiche und sichtbare Unregelmäßigkeiten" bei der Wahl. Das Volk werde sich nicht einer Führung beugen, die "durch Betrügen an die Macht" gekommen sei, sagte er. Auch der Reform-Geistliche Karroubi nannte die Wahlergebnisse "inakzeptabel" und "nicht rechtmäßig".
In Teheran gingen Tausende meist junge Mussawi-Anhänger auf die Straße. Nach Angaben von Augenzeugen skandierten sie Parolen gegen Ahmadinedschad wie "Tod dem Diktator" und "Ahmadi, schäm dich! Verlass die Regierung!". Andere bewarfen Polizisten mit Steinen und steckten Mülleimer in Brand. Die Polizei ging mit Knüppeln gegen die Demonstranten vor, es gelang ihr aber nicht, die Menge zu zerstreuen.
Die Wahl war nicht nur im Iran, sondern auch im Ausland als Richtungsentscheidung gewertet worden. Denn im Unterschied zu Ahmadinedschad plädierte Mussawi im Wahlkampf für eine Entspannung im Verhältnis zum Westen. Die Bundesregierung und alle anderen westlichen Regierungen vermieden zunächst jede Reaktion auf die Vorgänge im Iran. Die Grünen sprachen von Manipulationen. Bundesregierung, EU und die internationale Gemeinschaft müssten mit Nachdruck eine glaubhafte Untersuchung über das Ausmaß an Wahlfälschung einfordern, sagte der Grünen-Politiker Jürgen Trittin.
- Datum 15.06.2009 - 07:56 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 45
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Also das die Opposition und deren Anhänger sagen, dass es zu Wahlbetrug kam, heisst ja noch nicht, dass das auch so stimmt. Gibt es denn irgendwelche vertrauenswürdigeren Quellen dafür? Oder wenigstens genauere Angaben darüber, was genau gemacht worden sein soll?
Da Ahmadinedschad bei uns nicht gerade beliebt ist, kann ich mir auch gut vorstellen, dass man hier nur allzu gern ungeprüfte Gerüchte verbreitet.
denkbar, dass die Mehrheit der Perser eben doch Islamofaschisten sind und dem Ahmadinedschad ihre Stimme aus freien Stücken gegeben haben.
"...die Mehrheit der Perser eben doch Islamofaschisten..."
Den Ausdruck Islamofaschisten haben sie sich wohl von der anderen Seite des Atlantiks ausgeliehen, wie?
Stumpfsinniges Hetzen...hier nicht erwünscht!!!
"...die Mehrheit der Perser eben doch Islamofaschisten..."
Den Ausdruck Islamofaschisten haben sie sich wohl von der anderen Seite des Atlantiks ausgeliehen, wie?
Stumpfsinniges Hetzen...hier nicht erwünscht!!!
angesichts der Tatsache, dass das Land völlig gelähmt ist, die Menschen bestürzt und traurig über den offensichtlichen Wahlbetrug sind und Teheran bereits anfängt zu brennen, während die Exil-Iraner Angst um ihre Familien und Freunde im Iran haben.
Nachdem jetzt im Iran die Ausschreitungen stattfinden und die deutsche Medien nicht so recht wissen, wie sie es kommentieren sollen, setzt man auf Nebensächlichkeiten.
Das die wirtschaftliche Lage nach wie vor desaströs ist mit 30% Inflation und 30% Arbeitslosigkeit - was seit Jahren längst bekannt. Weiter wird die iranische Bevölkerung in allen Lagen des Lebens gegängelt (Spiegel-Online). Besser und richtiger heißt es bevormunden. Die Religionswächter, die Geheimpolizei und Sicherheitskräfte unterlassen nichts um die Demonstranten zu dämonisieren. Denn die Mussawi-Anhänger scheint jetzt die richtige und letzte Gelegenheit zu sein, um der Weltöffentlichkeit mitzuteilen, dass sie dieses Islamistische Mullah-Regime los werden wollen.
Sie skandieren lauthals auf den Straßen:
"Nieder mit der Diktatur", "Tod dieser Regierung, die die Leute betrügt","Ihr Verbrecher","Ich werde nicht klein beigeben", "Ich will meinen Wahlzettel zurück."und "Egal ob Schah oder Arzt, Diktatoren sind sie beide."
Es scheint wirklich so, als würden die Mussawi-Anhänger alles auf eine Karte setzen, auch wenn es sein muss - ihr Leben? Der Präsidentschaftskandidat Mussawi ist bei den iranischen Befindlichkeiten nur der Schlüssel zur Freiheit. Und das weiß auch der Irre, der Holocaustleugner und Israelvernichter aus Teheran, Mahmud Ahmadineschad!
KHJ aus Köln
Wie das wirkliche Wahlergebnis ausgegangen ist - wir wir werden es wohl nie erfahren.......
Wenn man jedoch mit Sinn und Verstand betrachtet, wie Legislative, Exekutive und Judikative im Iran organisiert sind, können einem die Iraner wirklich leid tun....denn Freiheit in allen Lebensbereichen werden Sie nie wirklich kennen lernen.
In diesem System sind Lug und Betrug Tür und Tor geöffnet.
Wenn man dieses System bis an die Wurzeln nach unten durchdenkt, haben wir hier in den westlichen Demokratien beinahe nur Luxusprobleme - würde ein Zyniker sagen -, wenn man davon absieht, dass bei uns die Lobbyisten gut mitregieren.
Andererseits mag es auch sein, dass große Bevölkerungsteile im Iran mit der Art Freiheit, wie wir sie im "Westen" kennen, auch wohl Ihre Probleme hätten und es nach wie vor bevorzugen, von oben "gelenkt" zu werden.
Jedoch riecht es schon deutlich nach Manipulation, wenn ein Kandidat gerade mal die Hälfte der Stimmen des anderen Kandidaten erhalten haben soll.
Wie das wirkliche Wahlergebnis ausgegangen ist - wir wir werden es wohl nie erfahren.......
Wenn man jedoch mit Sinn und Verstand betrachtet, wie Legislative, Exekutive und Judikative im Iran organisiert sind, können einem die Iraner wirklich leid tun....denn Freiheit in allen Lebensbereichen werden Sie nie wirklich kennen lernen.
In diesem System sind Lug und Betrug Tür und Tor geöffnet.
Wenn man dieses System bis an die Wurzeln nach unten durchdenkt, haben wir hier in den westlichen Demokratien beinahe nur Luxusprobleme - würde ein Zyniker sagen -, wenn man davon absieht, dass bei uns die Lobbyisten gut mitregieren.
Andererseits mag es auch sein, dass große Bevölkerungsteile im Iran mit der Art Freiheit, wie wir sie im "Westen" kennen, auch wohl Ihre Probleme hätten und es nach wie vor bevorzugen, von oben "gelenkt" zu werden.
Jedoch riecht es schon deutlich nach Manipulation, wenn ein Kandidat gerade mal die Hälfte der Stimmen des anderen Kandidaten erhalten haben soll.
Ach, organisiert doch wieder mal eine Orange Revolution.
Die Deutschen zumindest würden's ja glauben.
Vielleicht hat die ukrainische Mafia soger noch ein paar Fahnen übrig.
Betrug hin, Betrug her....... ein anderes Ergebnis habe ich auch nicht erwartet. Der Ahmadinejad muss an die Macht bleiben, da er eine Rechnung noch mit Westen offen hat.
Es ist gut zu wissen, dass Martin Gehlen vor Ort ist und uns objektiv, na gut sagen wir einmal, mit einem Minimum an Subjektivität, über die Ereignisse in Kenntnis setzt.
Dass dieses mir allerdings aus den meisten Printmedien entgegenspringt, verwundert nun doch schon. Martin Gehlen, der Mann für ALLES, ALLE und fürs GROBE?
Selbst ein Thomas Schmid von der "Welt" schafft es in einem Blog-Beitrag ein wenig Nachdenklichkeit herüber zu bringen.
Eines war schon vor der Wahl klar. Egal was und wie es geschieht, wenn der A, gewinnt, geht die wilde Hatz ab.
Also weiter gehts.
Mal Spaß bei Seite, liebe Zeit, habt ihr noch ernsthafte Berichterstattung vor oder kann man sich die kommenden Artiklel genau so sparen?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren