Wohnen im Alter Bloß nicht ins Heim

Wer alt wird, hat oft Angst vor dem Alleinsein oder vor dem Pflegeheim. Alternativen wie das betreute Wohnen oder Mehrgenerationenhäuser sollte man rechtzeitig planen. Ideen vom Seniorentag

Wie wollen wir leben, wenn wir alt sind?

Wie wollen wir leben, wenn wir alt sind?

Alte Menschen nennt man sie schon lange nicht mehr. Vielleicht Senioren, neu-deutsch gerne Best ager oder auch Generation 50plus. Interessen der Werbewirtschaft stehen dahinter. Aber die Begriffe stehen auch dafür, dass alte Leute nicht automatisch pflegebedürftig und tatterig sind.

Auf dem Deutschen Seniorentag in Leipzig wird jedoch deutlich, wovor ältere Menschen besonders Angst haben: vor der Vereinsamung. Um dem entgegenzutreten, begeben sich einige auf die Suche nach neuen Wohnkonzepten. Die meisten älteren Menschen, erklärt Ingrid Schmidt von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), wohnen alleine: "Ab einem gewissen Alter ist der Partner oder die Partnerin gestorben und sie sind übrig geblieben. Sich dann an ein anderes Umfeld, zum Beispiel ein Pflegeheim, zu gewöhnen, ist sehr schwer. Ich rate daher immer allen, die ich treffe: Kümmert euch rechtzeitig."

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Möglichkeiten gibt es viele. Längst sind Altenheime nicht mehr die einzige Variante. Betreutes Wohnen ist ein Beispiel, aber auch das Mehrgenerationenprojekt oder die selbst organisierte Seniorenwohngemeinschaft.

Über 400 Projekte zählt Ingeborg Dahlmann vom Dachverband Forum Gemeinschaftliches Wohnen. Das älteste Projekt ist eine Wohngemeinschaft in Göttingen. Schicke Jugendstilvilla, großer Garten, so lässt es sich aushalten.

Dahlmann warnt aber vor überstürzten Entscheidungen: "Gemeinsam wohnen, das ist nicht für jeden das Richtige. Man muss offen sein, sich auf den anderen einstellen." Nicht zuletzt braucht es viel Zeit, um von der Idee zum Projekt zu kommen. Es muss eine Rechtsform gefunden, die Frage geklärt werden, ob vielleicht ein Haus gemeinschaftlich gekauft oder eine Genossenschaft gegründet wird. Ingeborg Dahlmann ermahnt zur guten Organisation: "Wer in so ein Projekt zieht, für den ist das die letzte Wohnung."

Das Forum (www.fgw-ev.de) empfiehlt daher einen Psychotest: "Fernsehalarm bei den Nachbarn – und Sie kriegen keine Auge zu. Wie reagieren Sie?" Mit solchen und ähnlichen Fragen kann geklärt werden, ob ein gemeinschaftliches Wohnprojekt überhaupt das Richtige ist. Die Auswertung des Tests zeigt dann die verschiedenen Typen zwischen überzeugtem Alleinwohner und optimalem Gemeinschaftstyp – genau wie in der Studenten-WG. Ingeborg Dahlmann meint aber auch: "Unsere Vorbilder sind Mick Jagger und Tina Turner. Unsere Generation ist gut ausgebildet, hat klare Vorstellungen davon, was sie will. Es gibt eben nicht das eine Wohnprojekt. Man muss es selbst machen."

Jemand mit klaren Vorstellungen ist Emma Margarete Reil: "Ich möchte ins Bett gehen, wann ich will, nicht wann der Pfleger will." Die 62jährige bewohnt eine 100 qm große Wohnung allein. Sie engagiert sich ehrenamtlich und ist das Paradebeispiel für Best ager: groß, schlank, gesund und ziemlich gut organisiert. Für sie gibt es nur ein Problem: "Ich muss mich langsam darum kümmern, wie ich später wohnen will. Meine Wohnung zum Beispiel könnte ich umbauen, damit noch andere Leute einziehen können." Denn zu vereinsamen, das ist Emma Margarete Reils Horrorvorstellung.

Leser-Kommentare
  1. Wir hätten diese Probleme nicht, wenn wir endlich das Verbot der Vielehe abschaffen würden. Warum soll man nicht mit 2, 3 oder mehr Personen verheiratet sein dürfen? Wenn z.B. 2 Männer und 2 Frauen miteinander verheiratet sind, so das es eine 4 Personen Beziehung ist, dann lässt sich viel einfacher für die Kinder sorgen, im Alter gibt es weniger Probleme weil die Kinder sich gemeinsam um ihre 4 "Eltern" kümmern" und das meiste im Leben wird billiger weil man beim Wohnen, bei der Steuer, beim Einkaufen, beim Urlaub usw. sparen kann. Außerdem kann man Probleme in der Gruppe besprechen und muss keinen endlosen 1-on-1 fight austragen bei dem es keine Gewinner/in geben kann.

    Wer Angst hat das bei Vielehe viele Menschen übrig bleiben die dann keine Partner/in mehr finden, der soll mal gucken wieviel Singles es heute gibt die niemanden finden und sich auch überlegen das in einer Vielehe immer noch eine weitere Person (Mann oder Frau) einheiraten kann.

    Monogamie ist doch absoluter Humbug!

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    Für die Union (CDU/CSU) ist die heterosexuelle Einehe, auch wenn sie nicht reproduktiv ist/war, die einzige mit wesentlichen, materiellen Vorteilen auszustattende Beziehungsform (Splittingtabelle, Adoptionsrecht usw.). Selbst bei der light-Version der partnerschaftlichen Beziehung, der homosexuell angelegten Lebenspartnerschaft konnten sich die Politiker nicht auf eine Mehrpersonenpartnerschaft einlassen.

    Es gibt allerdings auf der Welt Beispiele für Mehrpersonenparternschaften, z. B. in Tibet oder Nepal und zwar aus ganz profanen Gründen: Z. B., wenn ein Mann eine Frau mit Kindern nicht ausreichend schützen und ernähren kann, dann können es auch schon mal zwei Männer für eine Frau sein.

    Im Prinzip finde ich Ihren Vorschlag gut. Allerdings müsste sich dann hier in den Köpfen einiges bewegen.

    Für die Union (CDU/CSU) ist die heterosexuelle Einehe, auch wenn sie nicht reproduktiv ist/war, die einzige mit wesentlichen, materiellen Vorteilen auszustattende Beziehungsform (Splittingtabelle, Adoptionsrecht usw.). Selbst bei der light-Version der partnerschaftlichen Beziehung, der homosexuell angelegten Lebenspartnerschaft konnten sich die Politiker nicht auf eine Mehrpersonenpartnerschaft einlassen.

    Es gibt allerdings auf der Welt Beispiele für Mehrpersonenparternschaften, z. B. in Tibet oder Nepal und zwar aus ganz profanen Gründen: Z. B., wenn ein Mann eine Frau mit Kindern nicht ausreichend schützen und ernähren kann, dann können es auch schon mal zwei Männer für eine Frau sein.

    Im Prinzip finde ich Ihren Vorschlag gut. Allerdings müsste sich dann hier in den Köpfen einiges bewegen.

    • peto1
    • 12.06.2009 um 13:44 Uhr

    Ich habe mal in einem Privatem und in einem Wohlfahrt Altersheim ausgeholfen (Sozial), dabei habe ich Festgestellt die Privaten Alterheime sind zu klein, mit Personal Unter besetzt und Überfordert, und auch wohnbauweise ist nicht Alters gerecht und vielzu klein. Bei der Wohlfahrt Altersheim war es so, Viel Raum, viel Licht, Personal immer ausreichend vorhanden und zur stelle und die Alten hatten viel mehr aufmerksamkeit.
    Aber am besten ist am Mittelmeer gebiet alt zu werden, muss wohl am Seeluft liegen, die sind viel fitter im alter da unten als hier die alten leute.

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    Nun das Problem sind dahingehend wohl die Kosten der Betreuung und Versorgung. Persönlich halte ich dahingehend sehr viel von einer umfassenden staatlichen Absicherung und bei den Pflegebetrieben (Altenheime, betreutes Wohnen etc.) von dem Gedanken der Non-Profit Gesellschaften. Den sehen wir es so, wenn ein Unternehmen nicht auf Non-Profit ausgerichtet ist wird es immer versuchen einen so hohen Gewinn wie es nur möglich ist abzugreifen.

    Nun das Problem sind dahingehend wohl die Kosten der Betreuung und Versorgung. Persönlich halte ich dahingehend sehr viel von einer umfassenden staatlichen Absicherung und bei den Pflegebetrieben (Altenheime, betreutes Wohnen etc.) von dem Gedanken der Non-Profit Gesellschaften. Den sehen wir es so, wenn ein Unternehmen nicht auf Non-Profit ausgerichtet ist wird es immer versuchen einen so hohen Gewinn wie es nur möglich ist abzugreifen.

  2. ... ist Vereinsamung hoffentlich nicht mehr so ein Problem wie heute.

    Das Kommunikationszeitalter wird auch in die Altenheime einziehen und ich stell mir das gar nicht so schlecht vor, dann in meinem Lebensabend mit meinen alten Freunden zu chatten oder im Internet neue Leute kennen zu lernen.

    Das wichtigste für die jetzt älteren Generationen ist einfach für Neues aufgeschlossen zu bleiben (ist ohnehin wichtig um neue Kontakte zu knüpfen) und sich nicht zurückzuziehen. Meine Großeltern haben noch mit 76 und 80 gelernt mit Handys und dem Internet umzugehen und meine Oma war ständig mit ihren Freundinnen am tratschen. : )

    Auch ein Weg ist, bei der Familie zu wohnen, mein Opa wohnte drei Häuser weiter. Ich bewundere da z.B. unsere türkischstämmigen Landsleute, denen die Familie wichtig ist und wo man sich umeinander kümmert, statt "die Alten" in Pflegeheime abzuschieben. Allerding muss man auch sagen, dass das nur durch größere Familien möglich wird, für kleinere ist ein Pflegefall eine zu große Last, vor allem bei Leuten mit Berufsleben.

  3. Ich Sorge für das Alter vor, indem ich mich ausgiebig mit Computertechnik, insbesondere mit Linux und C++ beschäftige.

    Wenn ich dann bewegungslos im Heim liege, und das werden Viele von uns weil der Staat unsere kollektiven Ersparnisse für die Zukunft aus dem Fenster wirft, kann ich immer noch per Internet-Anschluss Einfluss auf die Welt nehmen.

    Wer weiß, vielleicht hacke ich mich dann in den Küchen-Rechner, und manipuliere die Einkaufsliste für das Abendessen. ich will schließlich etwas Feines essen:-)

  4. wird hier niemand mehr alt. Nur immer älter. Heute ist 70 das neue 50 und bis dahin wird dann wohl 80 das neue 50 sein. Ob da wohl jemals jemand 60 wird?
    Jedenfalls empfehle ich sport, Krafttraining und ausdauer - damit wir in 40 Jahren die Zivis in Schach halten können...

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

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    • mexi42
    • 13.06.2009 um 18:05 Uhr

    hat weder eine Ideologie, noch eine Heimat.
    Sie ist prinzipien- und konzeptlos.

    • mexi42
    • 13.06.2009 um 18:05 Uhr

    hat weder eine Ideologie, noch eine Heimat.
    Sie ist prinzipien- und konzeptlos.

  5. Also: Ich möchte so lange wie möglich meinen Beruf als Journalist und Autor ausüben.

    Im schlimmsten Fall kann ich immer noch über medizinische Geräte, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Medikamente oder seniorengeeignete Reiseziele schreiben. Oder ich verspritze verbales Gift in Richtung der dann aktiven Politiker.

    Aufhören zu arbeiten? Unvorstellbar!

    Alles Gute
    Kai Hamann

    • Faun
    • 12.06.2009 um 17:52 Uhr

    von uns beiden sein sollte, dass ich die Souveränität besitze es wie Ruth Gordon in Hal Ashbys "Harold And Maude" zu machen: ""Ich habe die Tabletten genommen. Um Mitternacht bin ich weg."

    Nicht schockiert sein,
    denn ich hatte bereits
    jetzt ein wunderbares
    Leben mit einem großartigen Mann!
    Faun

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    • kvwupp
    • 12.06.2009 um 18:14 Uhr

    Ich würde Ihnen wünschen, daß Sie dann die Energie zum Weiterleben aufbringen und Ihr Leben neu ordnen.

    Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil man einfach nie weiß, was alles noch geht, auch wenn man glaubt, es geht nichts mehr.

    Wobei ich jeden Menschen verstehen kann, der unheilbar krank ist, starke Schmerzen hat (die aber fachgerecht gelindert werden können, was hierzulande aber in viel zu geringem Umfang geschieht), dazu noch einsam ist (was das Schlimmste dabei ist) und in einer derartigen Situation an Selbstmord denkt und sich nur noch wünscht, daß es vorbei sein möge.

    kvwupp

    • hagego
    • 14.06.2009 um 11:45 Uhr

    Soeben gelesen (kann ja nicht den ganzen Tag Reha-Flyer lesen) -

    Faun, das gilt doch hoffentlich nur, wenn der eine Partner, sagen wir mal, 88 Jahre ist... und der andere 83 oder gar 93 Jahre. Oder? Es sei denn, beide kränkeln sehr stark vor sich hin...

    Dir & Partner: Beste Gesundheit!

    • kvwupp
    • 12.06.2009 um 18:14 Uhr

    Ich würde Ihnen wünschen, daß Sie dann die Energie zum Weiterleben aufbringen und Ihr Leben neu ordnen.

    Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil man einfach nie weiß, was alles noch geht, auch wenn man glaubt, es geht nichts mehr.

    Wobei ich jeden Menschen verstehen kann, der unheilbar krank ist, starke Schmerzen hat (die aber fachgerecht gelindert werden können, was hierzulande aber in viel zu geringem Umfang geschieht), dazu noch einsam ist (was das Schlimmste dabei ist) und in einer derartigen Situation an Selbstmord denkt und sich nur noch wünscht, daß es vorbei sein möge.

    kvwupp

    • hagego
    • 14.06.2009 um 11:45 Uhr

    Soeben gelesen (kann ja nicht den ganzen Tag Reha-Flyer lesen) -

    Faun, das gilt doch hoffentlich nur, wenn der eine Partner, sagen wir mal, 88 Jahre ist... und der andere 83 oder gar 93 Jahre. Oder? Es sei denn, beide kränkeln sehr stark vor sich hin...

    Dir & Partner: Beste Gesundheit!

    • kvwupp
    • 12.06.2009 um 18:14 Uhr
    8. @Faun

    Ich würde Ihnen wünschen, daß Sie dann die Energie zum Weiterleben aufbringen und Ihr Leben neu ordnen.

    Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil man einfach nie weiß, was alles noch geht, auch wenn man glaubt, es geht nichts mehr.

    Wobei ich jeden Menschen verstehen kann, der unheilbar krank ist, starke Schmerzen hat (die aber fachgerecht gelindert werden können, was hierzulande aber in viel zu geringem Umfang geschieht), dazu noch einsam ist (was das Schlimmste dabei ist) und in einer derartigen Situation an Selbstmord denkt und sich nur noch wünscht, daß es vorbei sein möge.

    kvwupp

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