Nach Insolvenzantrag Arcandor will nicht nur mit Metro verhandeln

Die Fusion von Karstadt und Kaufhof wird kein Selbstläufer: Arcandor-Chef Eick möchte mit mehreren Interessenten sprechen. Außerdem könnte doch noch Staatshilfe fließen

"Wir werden die Gespräche nicht nur mit der Metro suchen, und wir werden dann die Lösung finden, die für die Mitarbeiter und das Unternehmen die interessanteste ist", sagte Eick bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung Johannes B. Kerner. Mehrere Interessenten bedeuteten bessere Preise für das Unternehmen.

Metro-Chef Eckhard Cordes hatte angesichts der Probleme von Arcandor vorgeschlagen, die eigenen Kaufhof-Häuser mit der Karstadt-Sparte des Essener Konzerns zu einer Deutschen Warenhaus AG zu verschmelzen. Seit dem Insolvenzantrag von Arcandor zu Wochenbeginn liegen die Verhandlungen auf Eis.

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Auch die Gewerkschaft ver.di sieht eine Allianz mit Metro skeptisch. "Wenn alle anderen Varianten schlechter sind, dann würden wir auch in diesen sauren Apfel beißen", sagte die stellvertretende ver.di-Chefin Margret Mönig-Raane.

Eine Fusion von Kaufhof und Karstadt könnte zudem die Kartellbehörden auf den Plan rufen. "Wir würden einen möglichen Zusammenschluss zwischen Kaufhof und Karstadt genau prüfen", sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Bernhard Heitzer, der Süddeutschen Zeitung. Die wettbewerbliche Einschätzung sei derzeit noch völlig offen, was man der Metro auch signalisiert habe.

Eine Prüfung der Fusionspläne könnte zunächst vier Monate dauern, schreibt das Handelsblatt unter Berufung auf das Bundeskartellamt. Außerdem müsse sich die Brüsseler EU-Kommission mit dem Fall befassen, da es um ein Umsatzvolumen von insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro gehe.

Die Metro ist jedoch nach wie vor an einem Zusammenschluss interessiert. "Wir stehen zu unserem Angebot. Etwa 60 Karstadt-Standorte würden wir gerne übernehmen und damit auch dem Großteil der Mitarbeiter eine sichere und langfristige Perspektive bieten", sagte Kaufhof-Chef Lovro Mandac der Wirtschaftswoche.

Die Bundesregierung könnte Arcandor während des Insolvenzverfahrens doch noch beispringen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schloss im Handelsblatt Staatshilfen nicht aus. Die Regierung beleibe deshalb in engem Kontakt mit allen Verantwortlichen, "mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und ohne pauschale Heilsversprechen". Zunächst müsse es jedoch darum gehen, dass die Privatwirtschaft eine Lösung finde. Bislang hatte die Bundesregierung Arcandor Staatshilfen verweigert, was der Auslöser für die Insolvenz des Essener Konzerns war.

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