Autokrise BMW ermahnt Fremdfahrer

Wer bei BMW Geld verdient, soll auch ein Produkt des Hauses fahren. Das findet man beim Autobauer – und gab Mitarbeitern Denkanstöße per Postkarte

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Korrektes Fahrzeug für BMW-Mitarbeiter: der neue Siebener

Audi, Mercedes, VW oder Volvo – und das auf dem eigenen Firmenparkplatz, gefahren von den eigenen Mitarbeitern. Dass das bei den Verkaufsverantwortlichen von BMW für Verstimmung gesorgt hat, lässt sich nachvollziehen. Zumal dann, wenn der Absatz der Produkte des Hauses krisenbedingt im Keller ist. Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat der bayerische Autobauer daher jetzt seine fremdfahrenden Mitarbeiter dazu ermahnt, auf BMW oder Mini umzusteigen.Zweitere Marke gehört ebenfalls zum BMW-Konzern.

An den Standorten in Berlin, Leipzig, Regensburg, Dingolfing, Landshut und München seien in den vergangenen Wochen rund 7000 Karten an Autos von Mitarbeitern geklemmt worden, die mit einem direkten Konkurrenzprodukt unterwegs seien, sagte ein BMW-Sprecher des Unternehmens  auf Anfrage und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung.

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Auf den in blau-weiß gehaltenen Karten stand zunächst die Frage: "Was stimmt hier nicht?" Danach heißt es: "Sie arbeiten gerne bei uns. Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz."

Als Versuch Druck auszuüben oder als Aufforderung will der BMW-Sprecher die Karten-Aktion allerdings nicht verstanden wissen. Die Aktion sei lediglich als Denkanstoß gedacht. "Es geht nicht darum, dem Mitarbeiter mit erhobenem Zeigefinger zu zeigen, dass er das falsche Auto fährt." Auch auf die Bewertung der Mitarbeiter habe dies keinerlei Einfluss.

Die Aktion sei mit dem Betriebsrat abgestimmt gewesen, sagte der Sprecher. Familienautos wie Vans oder Kleinbusse, die BMW nicht im Angebot hat, seien nicht betroffen gewesen. BMW beschäftigt in Deutschland rund 73 000 Mitarbeiter. Nach dem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll etwa jeder zehnte von ihnen eine der Karten an seinem Auto gefunden haben.

Im Zuge der Absatzkrise steht BMW unter Druck: So waren die Verkaufszahlen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 21 Prozent zurückgegangen, auf knapp 488 000 Autos.

Wie die Zeitung weiter berichtet, will man bei BMW in Zukunft auch die Führungskräfte zu Werbeträgern machen: Auf ihren Dienstwagen sollen Aufschriften Verbrauchswerte und weitere Umweltdaten der Autos nennen. Außerdem sollen sie in Zukunft Info-Material zum BMW-Programm "Efficient Dynamics" im Kofferraum haben.

 
Leser-Kommentare
  1. ...das ist kein Wunder. Hat jemand von Ihnen in den letzten 3 Jahren einmal ernsthaft versucht, sich in einem der zahllosen Neuwagen-Konfiguratoren auf der BMW-Website sein Wunschfahrzeug zusammen zu stellen?

    BMW gängelt nicht nur seine Mitarbeiter, sondern will seinen zahlenden Kunden auch noch vorschreiben, wie ihre Autos auszusehen haben:

    Solange die Auswahl einer Dachreling oder anderer Felgen die Abwahl des Sportpaketes bedingt und man dem Kunden vorschreiben will, dass die Aussenfarbe Tabakbraun nicht mit dem Leder Earth-Rot und dem Sportpaket zusammen gewählt werden darf, solange eine Mittelkonsole die Abwahl von Innovationspaket und Advantage-Paket auslöst und was weiss ich was alles noch unmöglich ist...solange werden die Verkäufe bei BMW immer weiter zurückgehen, ganz egal, wie technisch hervorragend und schön die Fahrzeuge sind.

    Ich will die Features, die ich will, und keine, die BMW mir aufdrängen will. Wenn es für meine Kombination von Optionen ein Paket gibt, die sie billiger machen, gut. Wenn nicht, dann eben nicht. Aber ich will endlich auswählen und bekommen, was ich will. Solange das nicht so ist, werde ich als ausgemachter BMW-Fan, keinen BMW mehr kaufen.

    Ganz abgesehen davon sollte BMW sein allgemeines Preisniveau mal ca. 15% senken - Preiswerte Produkte haben schon immer seit der Einführung von Zahlungsmitteln den Verkauf angekurbelt.

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    ...das in meinem ersten Beitrag beschriebene Problem beim "Wunsch-BMW" ist übrigens kein technisches, das bspw. durch Einschränkungen der Software der Konfiguratoren hervorgerufen wird: nein, möchte man seinen BMW im Autohaus bestellen, werden dieselben dummen Limitierungen oktruiert.

    Kein Mensch kann mir, wie es in der BMW-Niederlassung Stuttgart vorkam, erzählen, dass im Gegensatz zu einem beigen oder schwarzen ein dunkelbraunes Leder für Fahrzeuge mit M-Sportpaket "nicht hergestellt" würde. Hier mal für alle, die es nicht glauben können oder wollen, der O-Ton einer Email zum Thema Lack und Interieurleisten von dort:

    "nach Rücksprache mit der BMW Individual-Abteilung in München sind leider beim BMW 1er keine Individualumfänge steuerbar. D. h. Lackierung havannametallic oder Interieurleisten kaschmirsilber in Verbindung mit Sportpaket leider nicht möglich."

    Das "leider" empfinde ich als zahlender Kunde als eine heuchlerische Unverschämtheit. Ich habe den Wagen für meine Frau denn auch nicht dort bestellt - ein 1er wurde es dann doch, denn glücklicher Weise konnte meine Frau nach ewiger Suche noch eine Wagenkonfiguration ausfindig machen, die ihre Wünsche nicht zu sehr einschränkte und auch zu BMWs Vorstellungen, wie Kunden-Fahrzeuge auszusehen haben, kompatibel war.

    Auch über Mätzchen der BMW-Leasing könnte ich Ihnen stundenlang Geschichten erzählen - bspw. wie man dort einem Selbständigen, der ein Elternjahr eingelegt hatte, bei jahrelang vorher und auch im Jahr danach blendenden Bilanzen das Leasing eines Firmenwagens verweigerte.

    Wer sich so verhält, dem geschieht es recht, dass fast in Viertel seiner Kunden das Weite sucht. Und wenn BMW diesen Kurs weiter fährt, wird es nicht bei einem Viertel bleiben, denn die Kundschaft im Luxussegment, zu dem sich BMW ja zählt, wird sich nicht ewig gängeln lassen. Gerade dort will man exakt das bekommen, was man sich wünscht. Vollausstattung kann / will sich eben nicht jeder leisten.

    ...das in meinem ersten Beitrag beschriebene Problem beim "Wunsch-BMW" ist übrigens kein technisches, das bspw. durch Einschränkungen der Software der Konfiguratoren hervorgerufen wird: nein, möchte man seinen BMW im Autohaus bestellen, werden dieselben dummen Limitierungen oktruiert.

    Kein Mensch kann mir, wie es in der BMW-Niederlassung Stuttgart vorkam, erzählen, dass im Gegensatz zu einem beigen oder schwarzen ein dunkelbraunes Leder für Fahrzeuge mit M-Sportpaket "nicht hergestellt" würde. Hier mal für alle, die es nicht glauben können oder wollen, der O-Ton einer Email zum Thema Lack und Interieurleisten von dort:

    "nach Rücksprache mit der BMW Individual-Abteilung in München sind leider beim BMW 1er keine Individualumfänge steuerbar. D. h. Lackierung havannametallic oder Interieurleisten kaschmirsilber in Verbindung mit Sportpaket leider nicht möglich."

    Das "leider" empfinde ich als zahlender Kunde als eine heuchlerische Unverschämtheit. Ich habe den Wagen für meine Frau denn auch nicht dort bestellt - ein 1er wurde es dann doch, denn glücklicher Weise konnte meine Frau nach ewiger Suche noch eine Wagenkonfiguration ausfindig machen, die ihre Wünsche nicht zu sehr einschränkte und auch zu BMWs Vorstellungen, wie Kunden-Fahrzeuge auszusehen haben, kompatibel war.

    Auch über Mätzchen der BMW-Leasing könnte ich Ihnen stundenlang Geschichten erzählen - bspw. wie man dort einem Selbständigen, der ein Elternjahr eingelegt hatte, bei jahrelang vorher und auch im Jahr danach blendenden Bilanzen das Leasing eines Firmenwagens verweigerte.

    Wer sich so verhält, dem geschieht es recht, dass fast in Viertel seiner Kunden das Weite sucht. Und wenn BMW diesen Kurs weiter fährt, wird es nicht bei einem Viertel bleiben, denn die Kundschaft im Luxussegment, zu dem sich BMW ja zählt, wird sich nicht ewig gängeln lassen. Gerade dort will man exakt das bekommen, was man sich wünscht. Vollausstattung kann / will sich eben nicht jeder leisten.

  2. 2. .

    Ins Schwarze!
    Ich bin mit meinem E60-Dienstwagen ziemlich zufrieden, zuverlässig, nervenschonend straffes Fahrwerk (wenn auch nicht ganz so toller Fahrbahnkontakt an der Vorderachse auf sehr unebenen Straßen), kaum Gierschwingungen um die Hochachse auf Plattenautobahn, wie das viele Autos heute tun, kaum Lenkungsreibung, wenig Lenkungselastizität, kein nerviges künstliches Lenkungsmittengefühl. Alle Bedienelemente sind da, wo sie sein sollen (zumindest für mich), und besonders Head-Up-Display und Nachtsicht haben mir schon viel geholfen.
    Aber:

    Ich würde mir privat keinen BMW kaufen.

    Der einzige Grund dafür ist nicht die Bangle-Hässlichkeit, sondern

    DIE ELENDE BEVORMUNDUNG BEI DEN SONDERAUSSTATTUNGEN!

    Ein BMW lebt von zwei Dingen:
    1. nervt nicht beim Fahren
    2. hat High-Tech-Spielzeug, das das Leben leichter macht.

    Beides zieht Kunden an, die eine genaue Vorstellung von ihrem Auto haben. Und schon sind die -21% da, ganz ohne Krise.

    • hardob
    • 17.06.2009 um 23:10 Uhr

    gibt es bei uns im schönen Bayernland doch immer noch Menschen, die Mercedes, Ferrari, Porsche, ja sogar VW und andere Importe und, kaum zu glauben, Opel fahren. Diese sollte man ernsthaft ermahnen und ihnen die Karte auf die Windschutzscheibe (ins Sichtfeld und nicht ablösbar) kleben.

  3. ...das in meinem ersten Beitrag beschriebene Problem beim "Wunsch-BMW" ist übrigens kein technisches, das bspw. durch Einschränkungen der Software der Konfiguratoren hervorgerufen wird: nein, möchte man seinen BMW im Autohaus bestellen, werden dieselben dummen Limitierungen oktruiert.

    Kein Mensch kann mir, wie es in der BMW-Niederlassung Stuttgart vorkam, erzählen, dass im Gegensatz zu einem beigen oder schwarzen ein dunkelbraunes Leder für Fahrzeuge mit M-Sportpaket "nicht hergestellt" würde. Hier mal für alle, die es nicht glauben können oder wollen, der O-Ton einer Email zum Thema Lack und Interieurleisten von dort:

    "nach Rücksprache mit der BMW Individual-Abteilung in München sind leider beim BMW 1er keine Individualumfänge steuerbar. D. h. Lackierung havannametallic oder Interieurleisten kaschmirsilber in Verbindung mit Sportpaket leider nicht möglich."

    Das "leider" empfinde ich als zahlender Kunde als eine heuchlerische Unverschämtheit. Ich habe den Wagen für meine Frau denn auch nicht dort bestellt - ein 1er wurde es dann doch, denn glücklicher Weise konnte meine Frau nach ewiger Suche noch eine Wagenkonfiguration ausfindig machen, die ihre Wünsche nicht zu sehr einschränkte und auch zu BMWs Vorstellungen, wie Kunden-Fahrzeuge auszusehen haben, kompatibel war.

    Auch über Mätzchen der BMW-Leasing könnte ich Ihnen stundenlang Geschichten erzählen - bspw. wie man dort einem Selbständigen, der ein Elternjahr eingelegt hatte, bei jahrelang vorher und auch im Jahr danach blendenden Bilanzen das Leasing eines Firmenwagens verweigerte.

    Wer sich so verhält, dem geschieht es recht, dass fast in Viertel seiner Kunden das Weite sucht. Und wenn BMW diesen Kurs weiter fährt, wird es nicht bei einem Viertel bleiben, denn die Kundschaft im Luxussegment, zu dem sich BMW ja zählt, wird sich nicht ewig gängeln lassen. Gerade dort will man exakt das bekommen, was man sich wünscht. Vollausstattung kann / will sich eben nicht jeder leisten.

  4. Die Aktion sei mit dem Betriebsrat abgestimmt gewesen, sagte der Sprecher. Familienautos wie Vans oder Kleinbusse, die BMW nicht im Angebot hat, seien nicht betroffen gewesen.

    Na dann waren wohl auch keine günstigen wagen betroffen - die hat BMW ja auch nicht im Programm ;-)

    • Stivie
    • 18.06.2009 um 18:27 Uhr

    Hatten wir doch bei VW auch schon. Fremdfirmen, Lieferanten und Kunden die kein Produkt aus dem Hause VW fahren, sollten die Werksgelände nicht mehr befahren dürfen.
    Mein Vorschlag an BMW: Stellt jedem Mitarbeiter ein Fahrzeug aus der eigenen Produktpalette zur Verfügung. An den Seiten der Fahrzeuge kann gleich noch Werbung ( natürlich nur für BMW) untergebracht werden, und der Produktion schadet es sicher auch nicht!
    Schade um die vielen Postkarten!

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  • Quelle ZEIT ONLINE / dpa
  • Kommentare 6
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