Wirtschaftskraft Der Westen wird östlicherSeite 2/2

Oder nehmen wir die hohe Arbeitslosigkeit im Osten: Man kann sie beklagen, aber es ist auch legitim, darauf hinzuweisen, dass – historisch bedingt – die Erwerbstätigenquote, also der Anteil der Erwerbstätigen an der Zahl der Erwerbsfähigen, im Osten noch immer höher ist als im Westen.

Oder Löhne und Gehälter: Gerade weil sie weithin im Osten noch unter denen im Westen liegen, können Klein- und Mittelbetriebe jene günstigen Lohnstückkosten erreichen, die sie wettbewerbsfähig machen. Solche unbequemen Feststellungen sind auch vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls kein Verrat an der Einheit – sie gehören vielmehr zum Ertrag derselben. Gleichmacherei war gestern.

 
Leser-Kommentare
    • hardob
    • 10.06.2009 um 21:17 Uhr

    Wenn also der Westen weiter um die Hälfte schneller schrumpft als der Osten unseres Vaterlands, dann werden die Unterschiede irgendwann (2015, 2020?) ganz verschwunden sein. Oder anders, der Ückermarker schrumpft langsamer dahin als der Badener, dieser hat aber die Chance ihn irgendwann einzuholen. Und dann hat der Aufbau Ost sein Ziel erreicht.

  1. Und gleichzeitig "Löhne und Gehälter: Gerade weil sie weithin im Osten noch unter denen im Westen liegen, können Klein- und Mittelbetriebe jene günstigen Lohnstückkosten erreichen, die sie wettbewerbsfähig machen."

    Hier liegt laut Matthias Schlegel das Heil in der Absenkung auf Ostniveau. Damit sich Merkels Versprechen von 2006 endlich bewahrheitet: "Der Aufschwung ist unten angekommen!"
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

  2. Haben Sie erwartet, daß die Nebenkosten in einer strukturschwachen Region wie NWM bereits über dem Niveau Baden-Württembergs liegen? Aber vielleicht passt das ja und ich habe es nur nicht verstanden, Lebenshaltungskosten gleich oder höher...Löhne dafür niedriger. Irgendwer wird schon dran verdienen, an den blühenden Landschaften. Ach übrigens nebenbei bemerkt, ich jammere nicht, immerhin habe ich trotz Hartz IV wieder Arbeit. Aber der Zorn bleibt.

  3. ... war ja leider keine, sondern eher eine Einverleibung. Das muss der Westen teuer bezahlen - Siege ziehen immer eine sublime Rache der Besiegten nach sich. Am bedauerlichsten ist bei alldem, dass die meisten Wessis ihren ehemaligen Wohlstand gar nicht besichtigen, weil sie den Osten nicht besuchen. Aber beim Rumpeln über die Schlaglöcher der nunmehr desolaten West-Straßen können sie immerhin erfahren, was es heißt, "östlicher" zu werden.

    • Anonym
    • 11.06.2009 um 9:34 Uhr

    Dass allein der Rückgang der westdeutschen Industrieumsätze so groß ist, wie die gesamten ostdeutschen Industrieumsätze ist wohl nicht der Rede wert. Man muss im Jahresbericht der Bundesregieung auch mal in den Anhang gucken und nicht die ersten 12 Zeilen der Pressemitteilung lesen. Das macht mich richtig wütend, dass ein so schlechter Artikel in gleich 2(!) mäßigen Zeitungen erscheinen muss.

    [Teil entfernt, bitte vermeiden Sie Herabwürdigungen anderer und bleiben Sie sachlich/ Redaktion; svb]

  4. ...und am schlimmsten ist es: der Westen ist immer
    " proletarischer " geworden und hat dadurch seine immer so hoch gepriesene Bürgerlichkeit verloren....und da wundert man sich wenn die Menschen nicht zur Wahl gehen ?...naja...!

  5. Niemand hat die Mauer, eine Absicht zu errichten.

  6. Dazu gehört offenbar auch, dass man im Westen nun „endlich auch politisch im Osten“ angekommen ist.
    Denn wenn man im Herbst 1989 verkündigt hätte, das eine nicht unbeträchtliche Anzahl der alten Bundesbürger im Jahr 2009 „ohne jede Scham“ mal die Nachfolgepartei der SED wählt, wäre man wohl ein Fall für die Psychiatrie gewesen.

    Zitat Artikel:
    "Oder Löhne und Gehälter: Gerade weil sie weithin im Osten noch unter denen im Westen liegen, können Klein- und Mittelbetriebe jene günstigen Lohnstückkosten erreichen, die sie wettbewerbsfähig machen."

    Genau, erst wenn man endlich auch in Bayern und BaWü dieses erstrebenswerte „wettbewerbsfähig machende Lohnniveau“ erreicht hat, dann fahren wir alle wieder den – nunmehr neuen- "Trabant" oder "Wartburg", müssen uns um Tempo 130 nicht mehr wirklich die Köpfe heiß reden und „aalen“ uns endlich in trauter und wirklicher Wiedervereinigung gemeinsam aus Ost und West am „Goldstrand“ vom Schwarzen Meer in Bulgarien wie zu "selig DDR Zeiten".
    Die mit dem "Trabbi" nicht ganz so weit kommen, halten eben schon am guten alten "Plattensee". Jip.

    Und bis dahin ist es sicher auch geschafft, das es in Gesamtdeutschland wie im alten Osten nur noch zwei Handelsmarken gibt, die wahrscheinlich ebenfalls umfirmiert haben zu "HO" und "Konsum".

    Der alte Saarländer Honecker hatte schon Recht mit seinem Spruch vom Sozialismus und dem Ochs und Esel.

    Gute Nacht, Deutschland.

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    Bravo - es war so...Bravo - es ist so...Bravo - so soll es sein und Bravo - so wird es endlich auch kommen... " Hochmut kommt vor dem Fall " dieses Sprichwort kannte man ja bisher nur im Osten...es wird sich sehr schnell auch im Westen verbreiten....

    Bravo - es war so...Bravo - es ist so...Bravo - so soll es sein und Bravo - so wird es endlich auch kommen... " Hochmut kommt vor dem Fall " dieses Sprichwort kannte man ja bisher nur im Osten...es wird sich sehr schnell auch im Westen verbreiten....

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