Teherans zornige Jugend
Es sind dramatische Szenen, die sich derzeit auf den Straßen der iranischen Hauptstadt abspielen. Seitdem der angebliche Wahlsieg von Amtsinhaber Ahmadineschad bekannt gegeben wurde, liefern sich Polizei und Demonstranten unerwartet heftige Gefechte. Mit Knüppeln und Tränengas werden Anhänger des unterlegenden Kandidaten Mussawi durch die Straßen getrieben, Schlägertrupps und paramilitärische Einheiten, die die reguläre Polizei unterstützen, prügeln scheinbar wahllos auf Demonstranten ein.
Überschattet von den Ereignissen feiern auf der anderen Seite Tausende den Wahlsieg des alten und neuen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad: Dieser trat vor seine Anhänger und tat die Proteste der Regimegegner als "unbedeutend" ab. Ganz so unbeeindruckt zeigt man sich von den andauernden Demonstrationen allerdings nicht: Nach dem umstrittenen Wahlergebnis strahlen weder das iranische Fernsehen noch der Hörfunk Berichte von den Straßenkämpfen aus, Internetseiten wie Facebook, über die sich viele jungen Demonstranten organisieren, werden von der Regierung blockiert, ebenso Handygespräche und SMS.
- Datum 16.06.2009 - 17:57 Uhr
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