Bei der ersten Beratung des Gesetzesentwurfs monierte der Bundesrat die alleinige Zuständigkeit des Bundeskriminalamtes (BKA), das eine geheime Liste über zu sperrende Seiten erstellen soll. Da in Grundrechte eingegriffen werde, müsse es zusätzliche Sicherungen geben, zum Beispiel indem ein unabhängiges Gremium in die Entscheidungen einbezogen werde. So könne man verhindern, dass auch legale Seiten von der Internet-Sperre betroffen wären, heißt es in einer Stellungnahme der Länderkammer.

Zudem wehren sich die Länder dagegen, dass bei jedem Zugriff auf verbotene Seiten personenbezogene Daten an die Strafverfolger weitergegeben werden.

Die Bundesregierung will durchsetzen, dass spätestens ab 2010 Internet-Seiten mit Kinderpornografie von den Providern gesperrt werden. Wer dann auf solche Seiten kommt, soll künftig ein Stopp-Schild sehen.

Auch der Verband der Internetwirtschaft eco bemängelte die Vorlage und meinte, dass eine schnelle Verabschiedung mehr schaden als nutzen würde. "Der Entwurf bringt in seiner jetzigen Form für niemanden einen Fortschritt: Sowohl der ursprüngliche Entwurf als auch der sich in den Berichterstattergesprächen abzeichnende Kompromiss haben nach wie vor gravierende verfassungsrechtliche Mängel und Webfehler", sagte der Vize-Vorsitzende Oliver Süme.

Das Aktionsbündnis "Freiheit statt Angst" plädierte dafür, die Verbreitung von Kinderpornografie mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen. Die geplanten Blockaden seien aber völlig nutzlos. Über die damit verbundenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden werde kaum gesprochen. Das Aktionsbündnis hat für eine Petition gegen diese Sperren bislang knapp 120.000 Unterstützer gefunden.