Folgen der Präsidentenwahl Blutiger Protest in Iran
Die Anhänger des unterlegenen Präsidentenbewerbers Mussawi rufen erneut zum Protest auf – obwohl es Tote gab. Auch Ahmadineschads Lager sammelt sich

© AFP/Getty Images
Protest gegen den Tod von Demonstranten in Teheran
Für Dienstagmittag haben die Unterstützer des umstrittenen Wahlsiegers Mahmud Ahmadineschad eine Gegendemonstration angekündigt, nachdem die iranische Opposition zu weiteren Protesten gegen die Präsidentenwahl vom Freitag aufgerufen hat. Die Kundgebung der Ahmadineschad-Anhänger soll auf demselben Platz in Teheran stattfinden, wo am Montag Zehntausende Anhänger des unterlegenen Reformkandidaten Mir Hussein Mussawi gegen das amtliche Endergebnis demonstriert hatten.
Die Unterstützer Mussawis haben ihren Protest für den frühen Nachmittag (MESZ) angekündigt. Sie glauben, dass er der wahre Wahlgewinner ist und organisieren sich auch im Internet. Aus Oppositionskreisen hieß es, es würden Zehntausende erwartet.
Bei der Demonstration der Opposition am Montag waren Schüsse gefallen. Unweit der Massendemonstration starben sieben Menschen bei einem Angriff auf einen Militärposten, wie das staatliche Fernsehnen berichtete. Nach Informationen der ARD vom Dienstag gab es insgesamt 15 Tote. Die Polizei nahm mehr als 200 Menschen fest, laut Opposition darunter mehrere ranghohe Reformpolitiker, darunter den früheren Vizepräsidenten Mohammed Ali Abtahi. Abtahi hatte im Wahlkampf den gemäßigten Reformkandidaten Mehdi Karubi unterstützt. Weltweit kam Sorge über die Gewalt auf.
Laut offiziellem Wahlergebnis hatte Amtsinhaber Ahmadineschad mit zwei Dritteln der Stimmen gewonnen. Mussawi sieht sich um den sicher geglaubten Sieg betrogen und forderte, die Wahl zu annullieren. Mittlerweile ist der religiöse Wächterrat des Landes von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei beauftragt, die Fälschungsvorwürfe zu prüfen.
Bereits am Montag hatten nach Angaben aus Oppositionskreisen Sicherheitskräfte den prominenten Reformer Said Hadschjarian festgenommen. Die amtliche Nachrichtenagentur Fars meldete, seit Montag seien mehrere Menschen mit "anti-revolutionären" Absichten verhaftet worden, weil sich bei ihnen Material zum Bau von Sprengsätzen und Waffen gefunden habe.
Präsident Ahmadineschad reiste am Dienstag ungeachtet der Unruhen in seine Heimat, in die russische Stadt Jekaterinburg im Ural. Er will dort am Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit teilnehmen.
- Datum 17.06.2009 - 07:38 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 33
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Wäre schön wenn die Iraner die Gelegenheit beim Schopf packen und Mr. Monkey gar nicht erst wieder ins Land lassen.
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Staunen und Wundern
...noch bereit und fähig neutral und ausgewogen zu berichten ?
"Blutiger Protest in Iran" ist ja wohl eine krasse Verdrehung der Tatsachen. Nach bisherigen Berichten aller Medien, haben die Demonstranten keine Gewalt gegen Personen ausgeübt.
Nach unterschiedlichen Berichten sind bei der Auflösung der Demonstrationen Menschen zu Tode gekommen. Diese Berichte sind allerdings bisher noch nicht glaubwürdig verifiziert worden..
sätze nicht verstehen aber gleich die keule des schlechten journalismus auspacken.
herr joffe, können sie nicht mal ein paar artikel zum thema schreiben.
allein, nur wegen der reaktionen ; )
sätze nicht verstehen aber gleich die keule des schlechten journalismus auspacken.
herr joffe, können sie nicht mal ein paar artikel zum thema schreiben.
allein, nur wegen der reaktionen ; )
Nicht der Protest im Iran ist blutig, sondern die Antwort des Regimes darauf.
Unsere deutschen Sessel-Journalisten täten besser daran, sich wenigstens bei jenen zu informieren, die tatsächlich dabei sind, wie etwa der große Robert Fisk im "Independent".
...dank das mal jemand anderes diese art von querverweis übernommen hat. schön mit dem finger in genau die wunde, die dafür sorgt das immer mehr auf deutsche tageszeitungen und sendeanstalten pfeifen um sich digital bei ausländischen journos zu informieren, die noch nicht vergessen haben wie journalismus funktioniert und editoren unterstehen, die sie dabei unterstützen.
...dank das mal jemand anderes diese art von querverweis übernommen hat. schön mit dem finger in genau die wunde, die dafür sorgt das immer mehr auf deutsche tageszeitungen und sendeanstalten pfeifen um sich digital bei ausländischen journos zu informieren, die noch nicht vergessen haben wie journalismus funktioniert und editoren unterstehen, die sie dabei unterstützen.
"Präsident Ahmadineschad reiste am Dienstag ungeachtet der Unruhen in seine Heimat, in die russische Stadt Jekaterinburg im Ural."
Wuste gar nicht, dass der aus dem Ural stammt. ;)
Das hat mich auch aufstoßen lassen. Das ist mit ziemlicher Sicherheit ein Fehler. Laut Wikipedia, wurde Ahmadinedschad 1956 nahe Garmsar in Zentraliran geboren.
MfG aus dem Pott
LB
Das hat mich auch aufstoßen lassen. Das ist mit ziemlicher Sicherheit ein Fehler. Laut Wikipedia, wurde Ahmadinedschad 1956 nahe Garmsar in Zentraliran geboren.
MfG aus dem Pott
LB
Zwar ist sie noch nicht in den Händen von Peter Scholl Latour geraten, aber man arbeitet dran. Die toten Demonstranten im Iran sind das Sinnbild einer neuen Revolution. Die blutige Auseinandersetzung mit der Staatsmacht ( Revolutionsgarde, Milizen und Polizei) hat eine Vorgeschichte. Vor einigen Monaten fand auf den Straßen von Teheran eine große Militärparade zum 30. Gründungsjahr der Islamischen Revolution statt und dies galt auch als Symbol für die Stärke im Inneren und Äußeren des Iran. Genauso war es 1989 in der DDR. Als im Mai, dass SED-Regime 40 Jahre Sozialismus feierte und dann nach einigen Monaten der Spuck vorbei war, konnte man sich im Westen, das auch nicht so richtig vorstellen.
Die Vorstellung, dass die Islamische Revolution im Iran zu Ende geht, ist so unvorstellbar, wie damals, die Wiedervereinigung Deutschland. Aber man darf gespannt sein, was die nächsten Wochen und Monate noch passieren wird. Wenn es aber eine ausschließlich demokratische Verfassung geben sollte, was auch unvorstellbar ist, dann wäre es auch, die erste Niederlage für den Islam. Freiheit statt Religion.
KHJ aus Köln
...dank das mal jemand anderes diese art von querverweis übernommen hat. schön mit dem finger in genau die wunde, die dafür sorgt das immer mehr auf deutsche tageszeitungen und sendeanstalten pfeifen um sich digital bei ausländischen journos zu informieren, die noch nicht vergessen haben wie journalismus funktioniert und editoren unterstehen, die sie dabei unterstützen.
mein gott. nichts besseres zu tun?
die "journos" im ausland....
ja, die sind immer alle toll und haben recht...per se, weil sie keine deutschen "journos" sind. gell.
ein paar kommentare vorher schreibt einer vom "große Robert Fisk". wenn ich sowas höre. ohhh. der große robert. klar. und im ausland sagen alle "hört doch mal dem großen scholl-latour zu"; der weiß noch was journalismus ist. ; )
ich hasse diese ganze verdreherei und besserwisserei. ja, gerade hier.
und..... das mit den querverweisen.
seit es das inet gibt kann man sich totschmeißen mit solchen. trägt das dann aber unbedingt zur wahrheit bei. manchmal evtl. ein artikel hat eben nur mal 1-4 seiten online was solls da immer mit zu kommen, dies und das wurde vergessen.
anbei gibts hier rechts eine spalte der redaktion mit QUERVERWEISEN.
mein gott. nichts besseres zu tun?
die "journos" im ausland....
ja, die sind immer alle toll und haben recht...per se, weil sie keine deutschen "journos" sind. gell.
ein paar kommentare vorher schreibt einer vom "große Robert Fisk". wenn ich sowas höre. ohhh. der große robert. klar. und im ausland sagen alle "hört doch mal dem großen scholl-latour zu"; der weiß noch was journalismus ist. ; )
ich hasse diese ganze verdreherei und besserwisserei. ja, gerade hier.
und..... das mit den querverweisen.
seit es das inet gibt kann man sich totschmeißen mit solchen. trägt das dann aber unbedingt zur wahrheit bei. manchmal evtl. ein artikel hat eben nur mal 1-4 seiten online was solls da immer mit zu kommen, dies und das wurde vergessen.
anbei gibts hier rechts eine spalte der redaktion mit QUERVERWEISEN.
Die Situation im Iran erinnert an die amerikanische Wahl 2004, als Bush mithilfe einer Vielzahl an Manipulationen wiedergewählt wurde. Hilfreich waren dabei insbesondere die republikanisch besetzten Wahlleitungen in den entscheidenden Staaten Ohio und Florida, ebenso, wie Wahlcomputerhersteller, die Bush großzügig ihre Unterstützung angeboten hatten oder den Republikanern nahestehende IT-Firmen, die den Datenstrom der Ergebnisse lenkten.
Der Unterschied zum Iran liegt darin, dass damals die Demokraten eingeknickt sind gegenüber der administrativen Übermacht von Bush & Co.
Die iranischen Machthaber glaubten wohl: wenn das in den USA funktioniert und im eigenen Land ebenso wie in den Außenbeziehungen akzeptiert wird, warum nicht bei uns?
Darin haben sie sich möglicherweise getäuscht.
Offenbar liegen die Dinge so, dass auch die Stützen des Systems unsicher geworden sind und Ahmadinedschad und Khameini keinen sicheren Halt mehr geben.
Der Durchmarsch, den die rechtsgerichtet-fundamentalistischen Kräfte des Systems mit dieser Wahl versuchten, um ihre Macht zu zementieren, steht in Gefahr, zu scheitern. Sie glaub(t)en - ähnlich, wie Bush und Cheney - die Parallellen drängen sich immer wieder auf - sich über das Gesetz, die geltenden Regeln stellen zu können: der Vorwurf gegenüber Ahmadinedschad, eine Diktatur anzustreben, gehörte zu den zentralen Argumenten gegen ihn.
Die Tatsache, dass auch der konservative, den Hardlinern nahestehende und frühere Chef der revolutionären Garden, Präsidentschaftskandidat Rezai der Regierung Wahlmanipulation vorwirft, zeigt, dass die Dinge nicht so einfach liegen, wie man im Westen oder in den Kreisen der iranischen Fundamentalisten denkt: auch die revolutionären Garden, die als wichtigste Stütze des Systems gelten, können nicht einseitig von Ahmadinedschad für seine Zwecke in Anspruch genommen werden.
Ein aufschlussreicher Beitrag mit Hintergrundinformationen von Pepe Escobar findet sich auf der Asia Times: http://www.atimes.com/ati...
Es gibt viele religioese Menschen im Iran, vielleicht gingen die ja doch alle zur Wahl und es hat nicht gereicht fuer einen moderaten Machtwechsel?
Es ist gefaehrlich von Wahlmanipulation zu sprechen, wenn es dazu gar keine Analysen gab!
Es gibt viele religioese Menschen im Iran, vielleicht gingen die ja doch alle zur Wahl und es hat nicht gereicht fuer einen moderaten Machtwechsel?
Es ist gefaehrlich von Wahlmanipulation zu sprechen, wenn es dazu gar keine Analysen gab!
Man muß derzeit den Verdacht haben, daß das iranische Internet seitens der Nato-Länder lahmgelegt wird. Gestern oder vorgestern laß ich die Behauptung, seitens des Iran werde das Intenet lahmgelgt um e-mails zu verhindern. Dagegn spricht jedoch, daß ausgerechnet der "Revolutionssender" "Fars News Agency" ausgeschaltet wurde bzw. nicht mehr erreichbar ist. Die englische site war zuvor erreichbar unter http://english.farsnews.com/ oder http://www.farsnews.com/E... .
(zu "Fars News Agency" sieh wiki: http://en.wikipedia.org/w... )
Erreichen kann ich noch die "Tehran Times" (http://www.tehrantimes.co... ) und "Press TV".
Dort erfährt man unter http://www.presstv.ir/det... , daß bei den gewalttätigen Ausschreitungen der Mussawi-Anhänger sieben Leute getötet worden seien - und zwar als diese eine Polizei-Station angegriffen hätten. Die Nato-Medien äußern sich zu dieser Behauptung ("Polizei-Station angegriffen") nicht.
Was in unseren Einheitsmedien abgeht, erfährt man, wenn man sich zwingt, die Tagesschau anzusehen. Dort wurde noch vorgestern der frisch gewählte alte-neue Präsident nicht etwa als "Präsident" sondern als "der Machthaber Ahmadinejad" bezeichnet. Den oberfiesen pakistanischen Militärdiktator Musharraf pflegte die "tagesschau" aber fast 10 Jahre lang stets als "der pakistanische Präsident" zu bezeichnen - nie "der Militärdiktator" oder "der Machthaber". Das sagt alles!
Mussawis schlägertrupps hatten übrigens eine Polizeistation angegriffen:
Im übrigen siehe
http://www.german-foreign...
Nun, ich kann mir durchaus auch vorstellen, das wenige Gewaltbereite Studenten Spione sind, oder durch auslaendische Investoren mittels Finanzhilfen dazu ermuntert werden Gewalt auszuueben, gegen den Mehrheitsentscheid des Volkes, um eventuell eine militaerische Intervention des Westens gegen den Iran zu provozieren, indem man halt Gewalt anwendet und sich dann in den Medien als von der Staatsmacht geschundene Opfer darstellt.
Nun, ich kann mir durchaus auch vorstellen, das wenige Gewaltbereite Studenten Spione sind, oder durch auslaendische Investoren mittels Finanzhilfen dazu ermuntert werden Gewalt auszuueben, gegen den Mehrheitsentscheid des Volkes, um eventuell eine militaerische Intervention des Westens gegen den Iran zu provozieren, indem man halt Gewalt anwendet und sich dann in den Medien als von der Staatsmacht geschundene Opfer darstellt.
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