Bildungsstreik "Wir sollten Ministerien besetzen"Seite 2/2

Die Unileitungen reagieren vorerst entspannt auf die Besetzungen. „Wir räumen nicht“, sagte eine Sprecherin der Humboldt-Universität, wo Studierende den vierten Stock des Gebäudes am Hegelplatz zu einem „Freiraum für kritische Bildungsinhalte“ erklärten. Und alle Präsidenten empfehlen, Studierenden und Mitarbeitern für die Demonstration am Mittwoch vor dem Roten Rathaus freizugeben.

Für den Donnerstag rufen Aktivisten zu einer „Aktion Banküberfall“ auf. So wollen Studierende in Berlin die Filiale der Hypo Real Estate Bank in Charlottenburg besetzen. Das sei eine „symbolische Aktion, an der sich alle Bürger beteiligen sollen“, sagte Martin Schmalzbauer vom Bündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ und fügte hinzu: „Wir brauchen mehr soziale Unruhe in Deutschland“. Die Milliardenpakete für die Banken hätten gezeigt, „dass genug Geld für alle da ist.“ Ein Rettungspaket für die Bildung würde nur einen Bruchteil des Geldes kosten, das für die Banken ausgegeben wird.

 
Leser-Kommentare
  1. "Vier von drei Deutschen können nicht richtig rechnen". (Andreas Rebers, Kabarettist). Der Bildungsstreik war längst überfällig

  2. Armselige Proteste in Berlin.
    Adornos Dialektik, Macht- und Herrschaftsdiskurs, das ist doch schon alles toter als tot. Wenn man dann noch Slogans wie „Anwesenheit muss freiwillig sein“ und “Früher war alles besser“ sieht, weiß man, auf welchem Niveau sich diese Proteste (oder viele Studenten?) bewegen. So klappt’s jedenfalls nicht mit dem Bildungsstreik.

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    • tommo
    • 16.06.2009 um 11:19 Uhr

    Anwesenheitspflicht ist ein Armutszeugnis für eine Universität.
    Ich selbst bin in einem Bachelorstudiengang ohne Anwesenheitspflicht und bei gut gehaltenen Vorlesungen ist der Hörsaal trotzdem immer voll. Bei schlecht gehaltenen Vorlesungen ist es meistens besser sich zu Hause in Ruhe mit dem Thema zu beschäftigen, als in der Uni nur die Zeit abzusitzen.
    Manche Leute lernen grundsätzlich effektiver alleine aus einem Buch, als in einer Vorlesung. Wieso soll die Uni diese Leute zur Vorlesung zwingen?

    • knuham
    • 16.06.2009 um 11:58 Uhr

    Adornos Dialektik, Macht- und Herrschaftsdiskurs, das ist doch schon alles toter als tot.
    Mir fielen da noch viele Tote ein, und nicht zu vergessen die Lebenden.
    Ihre Argumentation erscheint mir eher etwas für Totengräber zu sein.

    • Aleph1
    • 17.06.2009 um 11:40 Uhr

    Viele Tote sind lebendiger als die lebenden Leichen, die man über die Mattscheibe wandern sieht.

    • tommo
    • 16.06.2009 um 11:19 Uhr

    Anwesenheitspflicht ist ein Armutszeugnis für eine Universität.
    Ich selbst bin in einem Bachelorstudiengang ohne Anwesenheitspflicht und bei gut gehaltenen Vorlesungen ist der Hörsaal trotzdem immer voll. Bei schlecht gehaltenen Vorlesungen ist es meistens besser sich zu Hause in Ruhe mit dem Thema zu beschäftigen, als in der Uni nur die Zeit abzusitzen.
    Manche Leute lernen grundsätzlich effektiver alleine aus einem Buch, als in einer Vorlesung. Wieso soll die Uni diese Leute zur Vorlesung zwingen?

    • knuham
    • 16.06.2009 um 11:58 Uhr

    Adornos Dialektik, Macht- und Herrschaftsdiskurs, das ist doch schon alles toter als tot.
    Mir fielen da noch viele Tote ein, und nicht zu vergessen die Lebenden.
    Ihre Argumentation erscheint mir eher etwas für Totengräber zu sein.

    • Aleph1
    • 17.06.2009 um 11:40 Uhr

    Viele Tote sind lebendiger als die lebenden Leichen, die man über die Mattscheibe wandern sieht.

    • tommo
    • 16.06.2009 um 11:19 Uhr

    Anwesenheitspflicht ist ein Armutszeugnis für eine Universität.
    Ich selbst bin in einem Bachelorstudiengang ohne Anwesenheitspflicht und bei gut gehaltenen Vorlesungen ist der Hörsaal trotzdem immer voll. Bei schlecht gehaltenen Vorlesungen ist es meistens besser sich zu Hause in Ruhe mit dem Thema zu beschäftigen, als in der Uni nur die Zeit abzusitzen.
    Manche Leute lernen grundsätzlich effektiver alleine aus einem Buch, als in einer Vorlesung. Wieso soll die Uni diese Leute zur Vorlesung zwingen?

    Antwort auf "Armselige Proteste in"
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    Ja, aber Themen wie Anwesenheitspflicht sind doch nur Nebenkriegsschauplätze (wenn überhaupt).
    Ein Streik muss doch an den wirklich brennenden Punkten im deutschen Hochschulsystem ansetzen und nicht mit so einem Unsinn kommen. In der Form wird der Streik verpuffen.

    Ja, aber Themen wie Anwesenheitspflicht sind doch nur Nebenkriegsschauplätze (wenn überhaupt).
    Ein Streik muss doch an den wirklich brennenden Punkten im deutschen Hochschulsystem ansetzen und nicht mit so einem Unsinn kommen. In der Form wird der Streik verpuffen.

  3. Ja, aber Themen wie Anwesenheitspflicht sind doch nur Nebenkriegsschauplätze (wenn überhaupt).
    Ein Streik muss doch an den wirklich brennenden Punkten im deutschen Hochschulsystem ansetzen und nicht mit so einem Unsinn kommen. In der Form wird der Streik verpuffen.

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    • Lyaran
    • 16.06.2009 um 11:45 Uhr

    Aber die Anwesenheitspflicht ist doch ein deutliches Symptom für den Zustand der Unis. Alles wird vermehrt reglementiert. Die Studiendauer wird vorgeschrieben und wann welche Prüfung abzulegen ist. Hoffnung ist wohl das dadurch zügiger große Geister entstehen. Was passiert ist das schnell Fachidioten aus der Uni kommen. Es ist schon schade wenn 80% der deutschen Elite aus Mitläufern besteht die alles mit sich machen lassen wenn man ihnen nur verspricht dass der erste Gehaltsscheck nach der Uni hoch genug ausfällt. Traurig aber wahr.

    Da haben sie uneingeschränkt recht. Nur leider geht es den meisten Studenten nur um diese "Nebenkriegsschauplätze" und nicht um "das große Ganze". In Diskussionen zu diesem Thema kann man da schon manchmal verzweifeln.

    • Lyaran
    • 16.06.2009 um 11:45 Uhr

    Aber die Anwesenheitspflicht ist doch ein deutliches Symptom für den Zustand der Unis. Alles wird vermehrt reglementiert. Die Studiendauer wird vorgeschrieben und wann welche Prüfung abzulegen ist. Hoffnung ist wohl das dadurch zügiger große Geister entstehen. Was passiert ist das schnell Fachidioten aus der Uni kommen. Es ist schon schade wenn 80% der deutschen Elite aus Mitläufern besteht die alles mit sich machen lassen wenn man ihnen nur verspricht dass der erste Gehaltsscheck nach der Uni hoch genug ausfällt. Traurig aber wahr.

    Da haben sie uneingeschränkt recht. Nur leider geht es den meisten Studenten nur um diese "Nebenkriegsschauplätze" und nicht um "das große Ganze". In Diskussionen zu diesem Thema kann man da schon manchmal verzweifeln.

    • HBogon
    • 16.06.2009 um 11:40 Uhr

    DieMilliardenpakete für die Banken hätten gezeigt, „dass genug Geld für alle da ist.“

    Das ist doch eine sehr schöne dialektische Verkürzung auf das Wesentliche.

    Nur muss man sich das Geld auch endlich holen.
    Nur die Versager aus dem Finanzadel bekommen es freiwillig und ohne jede Gegenleistung hintergeworfen.

    • Lyaran
    • 16.06.2009 um 11:45 Uhr

    Aber die Anwesenheitspflicht ist doch ein deutliches Symptom für den Zustand der Unis. Alles wird vermehrt reglementiert. Die Studiendauer wird vorgeschrieben und wann welche Prüfung abzulegen ist. Hoffnung ist wohl das dadurch zügiger große Geister entstehen. Was passiert ist das schnell Fachidioten aus der Uni kommen. Es ist schon schade wenn 80% der deutschen Elite aus Mitläufern besteht die alles mit sich machen lassen wenn man ihnen nur verspricht dass der erste Gehaltsscheck nach der Uni hoch genug ausfällt. Traurig aber wahr.

    Antwort auf "Anwesenheitspflicht"
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    • loma
    • 16.06.2009 um 20:15 Uhr

    das ist vollkommen richtig, nur das dass gesteckte Ziel so nicht erreicht werden wird. Der Erfolg von generalistischer Bildung wird ja auch von Experten in Friedrichshafen oder Lüneburg bewundert. Aber komischerweise passiert auch im Bildungssystem nicht das was anscheinend alle wollen...

    • loma
    • 16.06.2009 um 20:15 Uhr

    das ist vollkommen richtig, nur das dass gesteckte Ziel so nicht erreicht werden wird. Der Erfolg von generalistischer Bildung wird ja auch von Experten in Friedrichshafen oder Lüneburg bewundert. Aber komischerweise passiert auch im Bildungssystem nicht das was anscheinend alle wollen...

  4. Da haben sie uneingeschränkt recht. Nur leider geht es den meisten Studenten nur um diese "Nebenkriegsschauplätze" und nicht um "das große Ganze". In Diskussionen zu diesem Thema kann man da schon manchmal verzweifeln.

    Antwort auf "Anwesenheitspflicht"
  5. Naja, es geht hier nicht wirklich nur um geld.
    Es geht hier um die Umgestaltung der deutschen Universitäten zwecks einer einheitlichen Universitätslandschaft in Europa, wobei dabei auch gespart werden soll.
    Zudem soll die Universität als Bildungseinrichtung abgeschafft werden de facto - und zu einer Ausbildungsstätte werden.
    In kürzestmöglicher Zeit soll Wissen den Studenten vermittelt werden, damit diese dadurch dann einen Beruf möglichst schnell nachgehen können.
    Das problem dabei: keine möglichkeit sich in seinem fach umzublicken und letztendlich sitzt man dann in einem völlig überfüllten Seminar mit möglcherweise auch noch einen didaktisch schlechten Professor, der eh über die irrwitzige Menge an Kurzteilnehmern völlig genervt ist, und wird von vorne beschallt (da eine diskussion bei solchen seminaren eh für die Katz' ist).

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