NHL Rote Flügel gegen die Detroiter Depression

Detroit ist das Sinnbild der Wirtschaftskrise in den USA. Einen Grund zur Freude gibt es dennoch: Der lokale Eishockeyklub Red Wings kann zum zwölften Mal Meister werden

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Die Detroit Red Wings spielen im Finale um den Stanley Cup gegen die Pittsburgh Penguins

Das Cafe Hockeytown an der Woodward Avenue in Downtown Detroit gilt eigentlich als Pilgerstätte für Eishockey-Fans. Erst Essen und Trinken in der beliebten Bar und anschließend die zweieinhalb Kilometer rüber zum Spiel der Red Wings ins The Joe, wie die Joe Louis-Arena umgangssprachlich heißt. Das war für viele Routine und für manche sogar ein regelrechtes Ritual bei Heimspielen der Eishockey-Mannschaft. Doch im Frühjahr 2009 ist in der elftgrößten Stadt Amerikas nichts mehr, wie es einmal war.

Nur auf die Red Wings ist noch Verlass. Sie sind das sportliche Gegengewicht zur wirtschaftlichen Krise. Sie sind 2008 Meister in der Nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL geworden. Sie haben dafür gesorgt, dass Eishockey in Detroit American Football, Baseball und Basketball den Rang abgelaufen hat. Keine Stadt in den USA hat öfter den Stanley Cup gewonnen, heute Abend können die Roten Flügel im siebten und entscheidenden Finalspiel gegen die Pittburgh Penguins zum zwölften Mal in der Vereinsgeschichte auf den Thron fliegen.

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The Joe wird mit mehr als 20.000 Fans ausverkauft sein. Die Leute werden für ein paar Stunden ihre Sorgen und Zukunftsängste vergessen. Denn für gewöhnlich herrscht Depression in Detroit. Die Straßen sind leer, Häuser verfallen. Nicht nur in den Vororten, sondern auch mitten im Zentrum.

Nachdem General Motors am 1. Juni Insolvenz angemeldet hat, werden demnächst weitere 9000 Angestellte ihren Job verlieren. Die Zahlungsunfähigkeit des ehemals größten Autokonzerns der Welt machte globale Schlagzeilen. In Detroit war es an jenem Montag jedoch die einzige Nachricht - und sie war niederschmetternd. Die Meldung brachte die Gewissheit, dass das Unmögliche, das Unvorstellbare Wirklichkeit geworden ist: Das Markenzeichen der Stadt ist gestorben.

Paris ohne Eiffelturm, Berlin ohne Brandenburger Tor, London ohne Big Ben? Detroit hat sein einziges Symbol verloren.
Die Arbeiterstadt im Bundesstaat Michigan war einst stolze Heimat der Big Three, General Motors, Ford und Chrysler. Heute ist Detroit das Sinnbild für die Wirtschaftskrise in den USA. In nur fünf Jahren haben 140.000 Autobauer in der Metropolregion ihre Arbeit verloren - fatal und folgenschwer für ein Gebiet, das seit mehr als hundert Jahren vorrangig von der Autoindustrie lebt.

Leser-Kommentare
    • JF_T
    • 12.06.2009 um 15:07 Uhr

    "Keine Stadt hat öfter den Stanley Cup gewonnen"

    Die Montreal Canadiens haben den Stanley Cup 24 mal gewonnen und die Toronto Maple Leafs, 13 mal...

    Detroit ist die erfolgreichste Mannschaft aus der USA

    Er sollt besser heissen :

    "Keine amerikanische Stadt hat öfter den Stanley Cup gewonnen"

    JF aus Montréal

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    Verletze niemals den Stolz eines Kanadiers, wenn es um Hockey geht... :)

    Verletze niemals den Stolz eines Kanadiers, wenn es um Hockey geht... :)

  1. Verletze niemals den Stolz eines Kanadiers, wenn es um Hockey geht... :)

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    • JF_T
    • 12.06.2009 um 17:15 Uhr

    Genau ;-)

    • JF_T
    • 12.06.2009 um 17:15 Uhr

    Genau ;-)

    • JF_T
    • 12.06.2009 um 17:15 Uhr

    Genau ;-)

  2. Ganz bestimmt, aber glauben Sie auch wie Marketing den Uninformierten wie auch Reporter, hier Herrn Oldörp, überzeugen kann. Hockeytown ist ein selbsterfundener Begriff zum Zweck des Marketing. Detroit hat eine fantastische Mannschaft, und trotzdem bleiben viele Sitze lehr wärend der Saison.

  3. Redaktion

    @JF_T: Danke für den Hinweis, wir haben es korrigiert.

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