Agrarsubventionen EU leitet Verfahren gegen Deutschland ein
Nach langem Streit hat Deutschland die Empfänger von EU-Agrarsubventionen veröffentlicht. Doch die Liste ist unvollständig – Bayern fehlt. Das sorgt für Ärger in Brüssel
Deutschland hat rund sechs Wochen nach Ablauf der Frist eine Liste von Empfängern der EU-Agrarsubventionen veröffentlicht. Dennoch leitet die Europäische Kommission ein Verfahren gegen Deutschland ein. Grund: Bayern weigert sich nach wie vor, bayerische Empfänger von Agrarsubventionen preiszugeben.
Es gehe um den Bruch von Europarecht, begründet die Kommission das Verfahren. Bayern "verweigere" nach wie vor die Veröffentlichung der Empfänger. Ein solches "Vertragsverletzungsverfahren" kann zu einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) führen und hohe Strafgelder für die Bundesregierung nach sich ziehen.
"Die Entscheidung Bayerns ist unverständlich, und ich werde nun Schritte für ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten", sagte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel. "Die rechtliche Situation ist eindeutig." Deutschland sei verpflichtet, die Einzelheiten der Empfänger für das ganze Land zu veröffentlichen. "Es geht um Steuergelder, daher ist es sehr wichtig, dass alle Leute wissen, wo die Gelder hinfließen."
Doch trotz der Weigerung sind in der Datenbank Zahlungsinformationen an bayerische Landwirte und Firmen zu finden. Sowohl die Bundesanstalt als auch das Landwirtschaftsministerium in München erklärten diesen Umstand damit, dass die Zahlungen von anderen Stellen außerhalb Bayerns verteilt worden seien, berichtet tagesschau.de
Mehr Transparenz für Steuerzahler
Wer EU-Hilfen bekommen hat – direkte Beihilfen oder auch Gelder für die ländliche Entwicklung –, ist im Internet nach Vorgabe der EU mit Namen, der Höhe der Subvention und Ort aufzulisten. Die Europäische Union möchte mit dieser Maßnahme mehr Transparenz herstellen.
Deutschland hatte die geforderten Angaben als einziges EU-Land bislang nicht fristgerecht bis 30. April veröffentlicht. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte die Nennung von Namen wegen rechtlicher Bedenken gestoppt und darauf verwiesen, dass mehrere Verwaltungsgerichte in den Ländern unterschiedlich über die Klagen von Bauern entschieden.
Am meisten Geld erhielt laut aktuell veröffentlichter Liste die Südzucker AG aus Baden-Württemberg. Das Großunternehmen bekam im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Euro direkte Beihilfen sowie knapp 32 Millionen Euro sonstige Beihilfen aus Brüssel. Dazu kamen fast 45.000 Euro für die ländliche Entwicklung.
Grundsätzliche Kritik an Agrarsubventionen
Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Liste wurde auch grundsätzlich der Sinn von Agrarsubventionen infrage gestellt. Die Agrarexpertin der Organisation Oxfam Deutschland, Marita Wiggerthale, kritisierte die Hilfen für deutsche Unternehmen scharf. „Die Exportsubventionen drücken die Preise auf dem Weltmarkt. Während die Gewinne der bezuschussten Konzerne steigen, werden Kleinbauern weltweit durch das Exportdumping in die Armut gedrängt“, sagte sie. Die erneut eingeführten Exportsubventionen für Milchprodukte seien beispielhaft für eine "skandalöse Praxis".
Zugleich kritisierte eine Transparenzinitiative verschiedener Verbände – darunter auch Oxfam –, dass noch immer nicht deutlich wird, wofür die Betriebe das Geld bekommen. "Die Bundesregierung und die Länder-Agrarminister betonen, die Zahlungen flössen für die gesellschaftlichen Leistungen der Bauern. Dann sollten diese Leistungen auch genannt werden", sagte Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.
Die Top 10 der Empfänger von EU-Agrarsubventionen
Unter den Empfängern der EU-Agrarsubventionen finden sich zahlreiche Großunternehmen - an der Spitze die Südzucker AG mit mehr als 34 Millionen Euro (2008). Hier die bislang bekannten Top 10 der Empfänger (ohne Bayern):
1.) Südzucker AG, Mannheim: 34.365.579,87 Euro
2.) Land Schleswig-Holstein: 10.277.767,82 Euro
3.) Emsland Stärke GmbH, Emlichheim/Niedersachsen: 8.124.878,77 Euro
4.) August Töpfer & Co. (gmbh & Co) KG, Hamburg: 7.393.378,99 Euro
5.) Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA), Bonn: 5.828.023,93 Euro
6.) Doux Geflügel, Grimmen/Vorpommern: 4.691.352,57 Euro
7.) Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LVLF), Brandenburg: 4.416.449,07 Euro
8.) AVEBE Kartoffelstärkefabrik, Dallmin/Brandenburg: 4.279.487,81 Euro
9.) Osterhuber Agrar GmbH Gut Ferdinandshof, Wilhelmsburg/Mecklenburg-Vorpommern: 4.038.552,87 Euro
10.) Gausepohl Fleisch GmbH, Dissen/Niedersachsen: 3.632.751,66 Euro
- Datum 17.06.2009 - 08:20 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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... für den Unsinn von Subventionen.
Im Zeit-Artikel lesen wir: 34,6 Millionen EU-Subvention.
In der Wikipedia kann man über die Südzucker AG lesen:
Als Dividende wurden 76 Mio. Euro ausgeschüttet (0,40 Euro je Aktie). Der Cash Flow betrug 498 Mio. Euro. Aufgrund eines überraschend guten dritten Quartals im Geschäftsjahr 2008/09 beläuft sich das operative Ergebnis in den ersten drei Quartalen auf 184 Mio. Euro, nach 176 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Im Klartext: die EU-Steuerzahler subventionieren die Dividenden der Südzucker-Aktionäre, und zwar knapp zur Hälfte.
Mit Anschubfinanzierung hat das nichts zu tun.
Mich fasziniert hier mal wieder die bayerische Extrawurst. Und die CSU-Agrarministerin hilft natürlich eifrig, diese Extrawurst zu braten. Da haben wir's mal wieder, mein altes Thema, vom unsinnig hohen Einfluss Bayerns auf die Bundespolitik. Das fängt schon mit der Schummelei der gemeinsamen Fraktion von CDU und CSU bei den Wahlen zum Bundestag an. Aber das interessiert ja scheinbar niemanden.
Schöne Grüße
Und die gesammte Bundesrepublik darf dann Strafe zahen weil Bayern seine Daten nicht veröffentlichen will. Danke!
Ich weiß nicht, wieso ihr euch alle aufregt, ihr Bayernhasser!
Geht doch alle schön zur Wahl, damit die CSU bundesweit gesehen nicht auf die benötigten 5% kommt und dann braucht ihr euch auch nicht ärgern, wenn die CSU nur das macht, was die Wähler von ihr erwarten.
Bei der Europawahl habt ihr eine schöne Chance vertan. Selbst schuld!
Ich weiß nicht, wieso ihr euch alle aufregt, ihr Bayernhasser!
Geht doch alle schön zur Wahl, damit die CSU bundesweit gesehen nicht auf die benötigten 5% kommt und dann braucht ihr euch auch nicht ärgern, wenn die CSU nur das macht, was die Wähler von ihr erwarten.
Bei der Europawahl habt ihr eine schöne Chance vertan. Selbst schuld!
Ich weiß nicht, wieso ihr euch alle aufregt, ihr Bayernhasser!
Geht doch alle schön zur Wahl, damit die CSU bundesweit gesehen nicht auf die benötigten 5% kommt und dann braucht ihr euch auch nicht ärgern, wenn die CSU nur das macht, was die Wähler von ihr erwarten.
Bei der Europawahl habt ihr eine schöne Chance vertan. Selbst schuld!
... und die Bayernpartei wählen. Dann spaltet sich Bayern vom Rest der Republik ab und schon sind wir die CSU los :-)
kann ich weder die CSU wählen, noch kann ich sie nicht wählen. Das machen immer wieder die Buam aus Bayern
... und die Bayernpartei wählen. Dann spaltet sich Bayern vom Rest der Republik ab und schon sind wir die CSU los :-)
kann ich weder die CSU wählen, noch kann ich sie nicht wählen. Das machen immer wieder die Buam aus Bayern
... und die Bayernpartei wählen. Dann spaltet sich Bayern vom Rest der Republik ab und schon sind wir die CSU los :-)
Können wir Bayern nicht einfach an Österreich abtreten?
Können wir Bayern nicht einfach an Österreich abtreten?
Können wir Bayern nicht einfach an Österreich abtreten?
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Meckpom, Thüringen, Brandenburg an Russland....
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Meckpom, Thüringen, Brandenburg an Russland....
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Meckpom, Thüringen, Brandenburg an Russland....
wollte die nicht mehr haben ...
wollte die nicht mehr haben ...
über die Höhe der Subventionen und die Empfänger informieren zu wollen, spricht Bände. Die EU-Parlamentarier unserer Nachbarländer müssen sich im direkten Wettbewerb vor ihren Wählern durch Vertretung des Mehrheitsinteresses ihrer Wähler qualifizieren. Sie können sich nicht auf sicheren Listenplätzen ihrer Parteien vor der Abwahl schützen und ungestört Lobbypolitik ihrer sie finanzierenden Branchenverbände verabreden. Folglich beschimpfen sie hier die EU, wenn sie sich dort nicht durchsetzen können. Die bisherigen verbraucherfreundlichen Regelungen oder Maßnahmen für die Erhaltung von Wettbewerb, kommen darum auch mehrheitlich nicht von unseren EU-Vertretern. Es ist ein Unding, dass die Mittelzuflüsse der Parteien und ihrer Vertreter vertuscht werden, um die Auftraggeber und deren Wünsche zu verheimlichen. Wenn man z.B. mal die Engagements der zigmilliardenschweren Umweltfonds betrachtet, kann einem Angst und bange vor deutscher Politik und den hofberichterstattenden Medien,werden.
"Folglich beschimpfen sie hier die EU, wenn sie sich dort nicht durchsetzen können. Die bisherigen verbraucherfreundlichen Regelungen oder Maßnahmen für die Erhaltung von Wettbewerb, kommen darum auch mehrheitlich nicht von unseren EU-Vertretern."
...kommen auch die meisten Subventionen aus der EU und die Regeln diese zu verteilen vermutlich auch.
Machen wir uns nichts vor, die GAP (gemeinsame Agrarpolitik) ist einer der Ursprünge der EU. Dass sich zur Abwechslung mal etwas Transparenz durchgesetzt hat, ist erfreulich. Grundsätzlich ändern wird sich deshalb sicher nichts.
Übrigens ua eine Folge einer campact! -Aktion und massiver Arbeit von "Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen", hätten Glos und Seehofer (nach massiven Druck) nicht zugestimmt, hätte es die Veröffentlichungspflicht vermutlich gar nicht gegeben. Auch wenn das nur Spekulationen meinerseits sind, über die genauen Vorgänge auf EU-Ebene ist mal wieder kaum was zu finden.
"Folglich beschimpfen sie hier die EU, wenn sie sich dort nicht durchsetzen können. Die bisherigen verbraucherfreundlichen Regelungen oder Maßnahmen für die Erhaltung von Wettbewerb, kommen darum auch mehrheitlich nicht von unseren EU-Vertretern."
...kommen auch die meisten Subventionen aus der EU und die Regeln diese zu verteilen vermutlich auch.
Machen wir uns nichts vor, die GAP (gemeinsame Agrarpolitik) ist einer der Ursprünge der EU. Dass sich zur Abwechslung mal etwas Transparenz durchgesetzt hat, ist erfreulich. Grundsätzlich ändern wird sich deshalb sicher nichts.
Übrigens ua eine Folge einer campact! -Aktion und massiver Arbeit von "Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen", hätten Glos und Seehofer (nach massiven Druck) nicht zugestimmt, hätte es die Veröffentlichungspflicht vermutlich gar nicht gegeben. Auch wenn das nur Spekulationen meinerseits sind, über die genauen Vorgänge auf EU-Ebene ist mal wieder kaum was zu finden.
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