Facebook-Klage Gericht gibt StudiVZ Recht
Facebook ist mit seinem Plagiatsvorwurf gegen seinen Konkurrenten StudiVZ bei Gericht gescheitert.
Der Vorwurf der in Kalifornien ansässigen Facebook Ltd. lautete, das soziale Netzwerk StudiVZ, das wie ZEIT ONLINE zum Holzbrinck-Verlag gehört, habe den Quellcode sowie das grundsätzliche Design der Website von Facebook kopiert. Doch das Landgericht Köln entschied: "Nach Auffassung der zuständigen Richter liegt trotz nicht zu übersehender Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Internetseiten keine unlautere Nachahmung vor." Als StudiVZ 2005 in Deutschland angefangen habe, sei Facebook dort noch kaum bekannt gewesen, argumentierten die Richter.
"Facebook richtete sich bis September 2006 - ausschließlich in englischer Sprache - nur an nordamerikanische Studenten und Schüler. Erst seit März 2008 existiert eine deutschsprachige Version", teilte das Gericht mit. Gegen das Urteil ist Berufung beim Oberlandesgericht Köln möglich. Eine Facebook-Sprecherin sagte: "Alle rechtlichen Optionen werden geprüft."
Eine weitere Klage wartet in den USA noch auf eine Entscheidung.
Facebook hat weltweit über 200 Millionen Mitglieder, in Deutschland sollen es mehr als zwei Millionen sein. StudiVZ hat eigenen Angaben zufolge 5,5 Millionen Nutzer, bei den Schwesterplattformen SchülerVZ und MeinVZ sind nochmal rund 7,5
Millionen Menschen angemeldet.
- Datum 16.06.2009 - 16:39 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, sp, dpa
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Das Urteil ist meiner Meinung nach unglaublich. Ein offensichtlich (schlecht) kopierter Quellcode führt zu leicht verdienten Millionen.
Wie kann es sein, dass Bekanntheit als Kriterium dafür gilt, ob es sich um eine "unlautere Nachahmung" handelt, oder nicht? Ab wann ist denn etwas bekannt? Wo ist da die genaue juristische Festlegung?
TiSe
Ich finde auch, dass Studivz nicht ganz aus eigenen Ideen so entwickelt wurde. Aber Herr Zuckerberg sollte auch nicht ganz so laut sein, denn schließlich läuft bzw. lief auch eine Klage gegen ihn, weil facebook nicht ganz aus seinem eigenem Köpfchen entstammte. Mir ist das ziemlich egal, ich halte eh nicht viel von diesen Netzwerken. z.B. steige ich bei Studivz aus, weil ich es kaum nutze, denn ich stehe auf reale Kontakte, und sie ließen mich keine Daten löschen. Also sage ich ciao zu studivz, auf der anderen Seite bleibe ich bei facebook, nicht weil es besser ist, sondern weil hier die internationalen Kontakte besser sind und ich nur zwei Daten wie meinen Namen und und Geburtstag zu stehen habe, d.h. facebook kann mit mir nicht viel anfangen, denn ich nutze dort keinerlei Zusatzangebote. Google hatte 900 Mio. in MySpace gesteckt (das einzig wirklich gute soziale Netzwerk) und festgestellt, dass soziale Netzwerke nichts hermachen. Es ist wohl kein Zufall, dass facebook und studivz ihre Umsatzzahlen nicht wirklich bekannt machen. Wenn ich mir vorstelle, dass jetzt schon 10 Leute von mir gesagt haben, dass sie auch bei studivz aussteigen, dann sieht es bitter aus. Wenn man sich studivz und facebook genauer anschaut, sind es nicht mal soziale Netzwerke, da die soziale Akteure sich kaum real begegnen. Es sind einfach nur virtuelle Netzwerke (und noch lange kein WEB 2.0) und sie werden bald von der Bildfläche verschwinden.
Also dann, ich werde mich mal mit dem wirklichen Web 2.0 beschäftigen.
Ciao
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