US-Autoindustrie Chrysler und Fiat besiegeln ihre Allianz
Der Verkauf des insolventen US-Autobauers an den italienischen Konzern ist beschlossene Sache. Kurz zuvor hatte das Oberste Gericht den Weg dafür frei gemacht

© Scott Olson/Getty Images
Reparatur bald unter Fiat-Regie: Chrysler-Werkstatt in Chicago, Illinois
Der drittgrößte US-Autobauer Chrysler hat seine Allianz mit dem italienischen Autobauer Fiat besiegelt und kann nun neu durchstarten. Die entsprechenden Papiere wurden Chrysler-Angaben zufolge am Mittwoch in New York unterzeichnet. Das Weiße Haus reagierte hochzufrieden.
Erst wenige Stunden zuvor hatte der Supreme Court die am Montag verfügte Blockade des Fiat-Chrysler-Geschäfts wieder aufgehoben und damit die Einsprüche einer kleinen Gruppe von Gläubigern abgewiesen. Diese hätten nicht nachweisen können, dass eine solche Verzögerung gerechtfertigt sei, hieß es in der Begründung des Obersten Gerichts.
Gegen das Geschäft hatten zwei Pensionsfonds für Polizisten und Lehrer im US-Staat Indiana sowie ein staatlicher Bauprojektfonds geklagt. Sie sehen sich schlechter behandelt als andere Gläubiger und wehren sich dagegen, dass ihre Forderungen nach bisherigen Planungen weitgehend verfallen sollen. Die Rentenfonds waren in den vergangenen Tagen bereits vor dem Insolvenzrichter und vor dem Berufungsgericht gescheitert. Daraufhin zogen sie mit ihrer Klage vor das Oberste US-Gericht. Chrysler hat bei den Pensionsfonds 42 Millionen Dollar Schulden. Ihre tatsächlichen Ausfälle wären aber viel geringer.
Bisherigen Plänen zufolge soll Fiat zunächst 20 Prozent an Chrysler übernehmen. Zudem erhalten die Italiener Optionen auf eine spätere Mehrheit. Chrysler hofft, durch Fiat den Markt für kleinere, Benzin sparende Autos zu erschließen. Chrysler hat 38.000 Beschäftigte in den Vereinigten Staaten und 54.000 weltweit.
Ein Insolvenzgericht in New York gestattete Chrysler darüber hinaus, sich von einem Viertel seiner Händler zu trennen. Davon sind rund 790 Autohäuser betroffen. Chrysler will sein Händlernetz verschlanken und peilt profitablere Verkaufsstellen an, die zu Investitionen in der Lage sind.
Der ungewöhnlich schnelle Abschluss des Insolvenzverfahrens gibt auch dem größten Autobauer General Motors (GM) Anlass zur Hoffnung. Die bisherige Opel-Mutter steckt seit Anfang des Monats in der Insolvenz und will binnen 60 bis 90 einen Neuanfang über eine weitgehende Verstaatlichung schaffen. Der Fall ist allerdings weit komplizierter.
- Datum 11.06.2009 - 13:44 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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