EU Geert Wilders lehnt EU-Parlamentssitz ab

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders verzichtet aus Protest gegen die Europäische Union auf seinen Platz im Parlament.

Wilders hatte bereits vor der Wahl mit einem Verzicht auf den EU-Parlamentssitz gedroht, weil sich die EU seiner Auffassung nach zu sehr in die inneren Angelegenheiten der Niederlande einmischt.

Im Wahlkampf hatte Wilder ein niederländisches Vetorecht in Immigrationsfragen sowie ein Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gefordert.

Anzeige

Wilders islam-kritische Freiheitspartei ging bei der Europawahl als zweitstärkste Kraft hervor. Das Ergebnis ist charakteristisch für den Zulauf, den auch andere rechte europäische Parteien feststellten.

Auch in Italien, Finnland, Griechenland, Dänemark und Rumänien haben Nationalisten Stimmen dazu gewonnen. Die rechtsextreme Fraktion "Europa der Nationen" kam auf 35 Sitze.

Die Niederländer befürchten seit Jahren eine Überfremdung durch muslimische Einwanderer. Die Bevölkerung steht der EU kritisch bis ablehnend gegenüber.

 
Leser-Kommentare
    • Kometa
    • 12.06.2009 um 8:54 Uhr
    1. Aal...

    Ein niederländisches Sprichwort, das es in diesem Sinn im Deutschen nicht gibt, ist da großzügiger:

    Aalmoezen geven verarmt niet.

    Und damit sind keine Aale gemeint!

    Es gibt nichts Wilders, außer man ignoriert oder zähmt es.
    (Mit Erich Kästner nach-gedacht!)

  1. "Die Niederländer befürchten seit Jahren eine Überfremdung durch muslimische Einwanderer. Die Bevölkerung steht der EU kritisch bis ablehnend gegenüber."

    Und all das, obwohl die N. bekanntlich als liberales, tolerantes Völkchen gelten.

    Aber auch in den o.a. Punkten sind sie uns offenbar ein Stück voraus: Sie wagen Ehrlichkeit!

    • Bali23
    • 12.06.2009 um 9:47 Uhr

    Ich finde, die Zeit sollte den Begriff "Überfremdung" nicht einfach so in ihre Meldungen übernehmen.

    Warum? Deswegen:

    "Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wählte „Überfremdung“ 1993 zum Unwort des Jahres. Zur Begründung hieß es:

    „Ausschlaggebend für die Kritik an diesem auf den ersten Blick harmlos erscheinenden Wort war die Feststellung, dass „Überfremdung“ nach wie vor im Sinne einer rassistischen Uminterpretation verwendet wird ... „Überfremdung“ wurde zur Stammtischparole, die auch die undifferenzierteste Fremdenfeindlichkeit „argumentativ“ absichern soll.“" ("Überfremdung" bei Wikipedia)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service