Irak Hoher Politiker nach Moscheebesuch getötet

Jugendliche haben den Chef der größten sunnitischen Parlamentsfraktion im Irak erschossen. Das Attentat könnte die Aussöhnungsbemühungen zwischen den verfeindeten Bevölkerungsgruppen weit zurückwerfen.

Harith al-Obeidi war erst Anfang dieses Monats zum neuen Fraktionsvorsitzenden der Irakischen Konsensfront gewählt worden.  Irakische Medien berichteten, ein 15 Jahre alter Junge habe den Politiker und einen seiner Leibwächter erschossen, als die Männer nach dem Freitagsgebet zusammen die Al-Schawaf-Moschee im Westen von Bagdad verließen.

Den Angaben zufolge warf der Attentäter anschließend eine Handgranate, um sich einen Fluchtweg durch die Menschenmenge zu bahnen. Drei weitere Menschen starben, zwölf wurden verletzt. Zu der weiteren Entwicklung gab es widersprüchliche Berichte. Zunächst hieß es, der jugendliche Angreifer sei schließlich von einem Wachmann erschossen worden. Später hieß es laut Medienberichten, ein Verdächtiger sei gefasst und in der Nähe der Moschee festgenommen worden.

Al-Obeidi war Fraktionsvorsitzender geworden, weil der bisherige Vorsitzende, Ijad al-Sammarai, zuvor zum Parlamentspräsidenten gewählt worden war. Al-Obeidi, der stellvertretender Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte war, hatte wenige Stunden vor seinem Tod schwere Vorwürfe gegen Angehörige der staatlichen Sicherheitskräfte erhoben. Er prangerte die Folterpraktiken in den irakischen Haftanstalten an und forderte eine Befragung der Verantwortlichen durch das Parlament.

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Das Attentat könnte die Bemühungen um eine Aussöhnung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Irak gefährden. Im Januar stehen Parlamentswahlen an, die auch als Test dafür gelten, ob Sunniten, Schiiten und Kurden mittlerweile friedlich miteinander leben können. Jahrelang kam es zwischen den Gruppen zu schweren tödlichen Auseinandersetzungen. Unter dem Strich gingen diese zwar zuletzt zurück. Am Donnerstag hatte Ministerpräsident Nuri al-Maliki aber davor gewarnt, die Gewalt könne im Vorfeld der Wahlen wieder zunehmen.

Die US-Truppen streben einen baldigen Abzug aus dem Golfstaat an und begründen dies damit, dass sich die Sicherheitslage deutlich verbessert habe. So sollen US-Kampftruppen sich bis Ende des Monats städtische Gebiete verlassen haben.

 
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