Iran und Internet Mohammed Ali Abtahi, der bloggende MullahSeite 2/2

Twitter mit seinen 140-Buchstaben-Tweets ist inzwischen zur Informationsbörse Nummer eins avanciert. Ursprünglich wollte die Mikroblogger-Plattform am Montag seine Server für 90 Minuten für ein Update herunterfahren, verschob dies jedoch "wegen der Rolle, die Twitter gegenwärtig als Informationsmittel in Iran spielt", wie es auf der Website hieß. "Iranelection", "Tehran" und "Mousavi" stehen ganz oben auf der Trendliste, die nach dem Schneeballprinzip funktioniert. So machte am Montag Mussawis geplante Kundgebung auf dem Freiheitsplatz genauso millionenfach die Runde wie am Dienstag die Botschaft des Reformkandidaten, alle sollten zu Hause bleiben, "um nicht in die Falle organisierter Krawalle zu tappen".

"Es war ein großer Schwindel" steht über Mohammed Ali Abtahis letztem Eintrag, den der bloggende Geistliche in der schlaflosen Nacht nach dem Wahltag verfasste. Um zwei Uhr früh fuhr er zu Mehdi Karroubi, erfahren die Leser, dann telefonierte er mit dem Stab von Mussawi und traf im Morgengrauen seinen alten Chef Chatami. "Alle waren geschockt", schreibt er und schließt: "Jetzt werden die jungen Leute wieder über Auswanderung nachdenken und tausend andere Dinge. Wir müssen versuchen, auf den Füßen zu bleiben." Seither ist sein Blog vom staatlichen Internetprovider gesperrt.

Normalerweise hat er pro Tag 30.000 Klicks und mehr als 100 Kommentare. In den letzten Monaten hatte Abtahi in seinen Texten besonders die islamische Sittenpolizei aufs Korn genommen, die jungen Leuten das Leben zur Hölle macht. "Wer erzwingen will, dass alle religiös werden, erzeugt nur Hass", sagte er vor einigen Wochen im Gespräch in seinem Büro. "Und wer die Freiheit sabotiert, macht die Religion kaputt - vielleicht der wichtigste Streitpunkt zwischen uns und Ahmadineschad."

 
Leser-Kommentare
  1. echt klasse der mann, wenn es nur mehr von solchen leitbildern in der islamischen welt geben würde....

    • Rudi09
    • 16.06.2009 um 23:06 Uhr

    ... gibt es noch mehr von diesen Menschen, nur wird von ihnen in der westlichen Welt (leider) nicht berichtet... Genauso, wie es auch in der westlichen Welt radikale und gemaessigte Glaeubige gibt.

    Ausserdem sollte man niemals vergessen, dass Nachrichten immer die Perspektive des Berichtenden widerspiegeln, der moeglicherweise einen Zweck verfolgt.

  2. Mybe erleben wir gerade einen Ustüüruzversuch - nämlich die umwandlung der semidemokratie Iran in eine Diktatur von Achmedinedschad.
    Der wahlbetrug und die verhalfungen deuten es an - weniger ein aufbegehren des Volkes gegen die ist-zustände, sondern mehr gegen die wandlungen durch achmadenischad
    .

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    Denn viele Beobachter befürchten dass der Iran auf dem Weg von einer Theokratie zu einer Militärdiktatur ist,vor allem Achmedinedschad stützt sich auf die paramilitärischen Milizen.Durchaus möglich dass zynischerweise dann die Beziehungen zum Westen wieder normal wird,wenn der Iran vollends zu einer Diktatur geworden ist.Vielleicht werden dann die Frauen nicht mehr massiv unterdrückt oder es herrscht kein Kopftuchzwang mehr,aber wenn es dann einer wagt das regime anzuzweifeln landet im Foltergefängnis oder wird gleich erschossen.Bei den Mullahs herrscht da eine gewisse Konzilianz,im keinen Land des Nahen Ostens kann das Regime so folgenlos kritisiert werden wie im Iran.Unter Saddam Hussein zB war sowas nicht möglich,wer negativ auffiel, konnte schonmal von einem Tag auf den anderen einfach "verschwinden". Womit die Mullahkratie nicht schöngeredet werden sollte, aber wenn man mal einen anderen Maßstab anwendet,kann man sehen,dass Saudi-Arabien ein viel brutaleres Regime ist.

    Denn viele Beobachter befürchten dass der Iran auf dem Weg von einer Theokratie zu einer Militärdiktatur ist,vor allem Achmedinedschad stützt sich auf die paramilitärischen Milizen.Durchaus möglich dass zynischerweise dann die Beziehungen zum Westen wieder normal wird,wenn der Iran vollends zu einer Diktatur geworden ist.Vielleicht werden dann die Frauen nicht mehr massiv unterdrückt oder es herrscht kein Kopftuchzwang mehr,aber wenn es dann einer wagt das regime anzuzweifeln landet im Foltergefängnis oder wird gleich erschossen.Bei den Mullahs herrscht da eine gewisse Konzilianz,im keinen Land des Nahen Ostens kann das Regime so folgenlos kritisiert werden wie im Iran.Unter Saddam Hussein zB war sowas nicht möglich,wer negativ auffiel, konnte schonmal von einem Tag auf den anderen einfach "verschwinden". Womit die Mullahkratie nicht schöngeredet werden sollte, aber wenn man mal einen anderen Maßstab anwendet,kann man sehen,dass Saudi-Arabien ein viel brutaleres Regime ist.

  3. Denn viele Beobachter befürchten dass der Iran auf dem Weg von einer Theokratie zu einer Militärdiktatur ist,vor allem Achmedinedschad stützt sich auf die paramilitärischen Milizen.Durchaus möglich dass zynischerweise dann die Beziehungen zum Westen wieder normal wird,wenn der Iran vollends zu einer Diktatur geworden ist.Vielleicht werden dann die Frauen nicht mehr massiv unterdrückt oder es herrscht kein Kopftuchzwang mehr,aber wenn es dann einer wagt das regime anzuzweifeln landet im Foltergefängnis oder wird gleich erschossen.Bei den Mullahs herrscht da eine gewisse Konzilianz,im keinen Land des Nahen Ostens kann das Regime so folgenlos kritisiert werden wie im Iran.Unter Saddam Hussein zB war sowas nicht möglich,wer negativ auffiel, konnte schonmal von einem Tag auf den anderen einfach "verschwinden". Womit die Mullahkratie nicht schöngeredet werden sollte, aber wenn man mal einen anderen Maßstab anwendet,kann man sehen,dass Saudi-Arabien ein viel brutaleres Regime ist.

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    • Insane
    • 17.06.2009 um 1:22 Uhr

    Wo wird dieser Konflikt im Iran nur enden?

    Das ist doch das dumme Geschwätz vom [Teil entfernt, bitte vermeiden Sie Herabwürdigungen anderer/ Redaktion; svb] Peter Scholl-Latur (der Erfinder des Islams) was Sie hier wiedergeben. Die Tatsache, dass in Saudi-Arabien oder in Irak unter Saddam alles viel schlimmer war rechtfertigt nicht die Repression der Machthaber im Iran. Iran ist zwar ein islamisches Land aber kein arabisches. Und ich (selbst Iraner) und fast alle Iraner verwehren sich diese ständigen Vergleiche mit den arabischen Länder. Es gibt schon seit den 50er eine Demokratie Bewegung im Iran, welche soger unter dem Premier Minister Mosadegh zu einem Sturz des Schah-Regimes geführt hat. Diese Demokratie Bewegung wurde leider durch einien CIA-Putsch niedergeschlagen (Die Amerikner waren leider mit Iraner nicht so genädig wie mit den Deutschen nachdem zweiten Weltkrieg). Eine Demokratie war damals dort nicht so wichtig und gegen die amerikanischen und bitischen Intressen.
    Ich meine daher, dass das iranische Volk die Demokratie (auch nach dem westlichen Muster) schon längst verdient hat. [s.o./ Redaktion; svb]

    • Insane
    • 17.06.2009 um 1:22 Uhr

    Wo wird dieser Konflikt im Iran nur enden?

    Das ist doch das dumme Geschwätz vom [Teil entfernt, bitte vermeiden Sie Herabwürdigungen anderer/ Redaktion; svb] Peter Scholl-Latur (der Erfinder des Islams) was Sie hier wiedergeben. Die Tatsache, dass in Saudi-Arabien oder in Irak unter Saddam alles viel schlimmer war rechtfertigt nicht die Repression der Machthaber im Iran. Iran ist zwar ein islamisches Land aber kein arabisches. Und ich (selbst Iraner) und fast alle Iraner verwehren sich diese ständigen Vergleiche mit den arabischen Länder. Es gibt schon seit den 50er eine Demokratie Bewegung im Iran, welche soger unter dem Premier Minister Mosadegh zu einem Sturz des Schah-Regimes geführt hat. Diese Demokratie Bewegung wurde leider durch einien CIA-Putsch niedergeschlagen (Die Amerikner waren leider mit Iraner nicht so genädig wie mit den Deutschen nachdem zweiten Weltkrieg). Eine Demokratie war damals dort nicht so wichtig und gegen die amerikanischen und bitischen Intressen.
    Ich meine daher, dass das iranische Volk die Demokratie (auch nach dem westlichen Muster) schon längst verdient hat. [s.o./ Redaktion; svb]

    • Insane
    • 17.06.2009 um 1:22 Uhr
    5. Wo?

    Wo wird dieser Konflikt im Iran nur enden?

  4. Das ist doch das dumme Geschwätz vom [Teil entfernt, bitte vermeiden Sie Herabwürdigungen anderer/ Redaktion; svb] Peter Scholl-Latur (der Erfinder des Islams) was Sie hier wiedergeben. Die Tatsache, dass in Saudi-Arabien oder in Irak unter Saddam alles viel schlimmer war rechtfertigt nicht die Repression der Machthaber im Iran. Iran ist zwar ein islamisches Land aber kein arabisches. Und ich (selbst Iraner) und fast alle Iraner verwehren sich diese ständigen Vergleiche mit den arabischen Länder. Es gibt schon seit den 50er eine Demokratie Bewegung im Iran, welche soger unter dem Premier Minister Mosadegh zu einem Sturz des Schah-Regimes geführt hat. Diese Demokratie Bewegung wurde leider durch einien CIA-Putsch niedergeschlagen (Die Amerikner waren leider mit Iraner nicht so genädig wie mit den Deutschen nachdem zweiten Weltkrieg). Eine Demokratie war damals dort nicht so wichtig und gegen die amerikanischen und bitischen Intressen.
    Ich meine daher, dass das iranische Volk die Demokratie (auch nach dem westlichen Muster) schon längst verdient hat. [s.o./ Redaktion; svb]

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    Die Tatsache, dass in Saudi-Arabien oder in Irak unter Saddam alles viel schlimmer war rechtfertigt nicht die Repression der Machthaber im Iran

    Ich will hier nichs rechtfertigen,schon garnicht die Repressionen der Mullahkratie. Der Vergleich mit den arabischen Despotien sollte nur
    dazu dienen, aufzuzeigen dass es schlimmere Regime geben kann.Von mir aus hätte ich auch die Militärdiktatur ala Myanmar nehmen können.Deshalb sollten die Demonstranten stets bedenken,dass wenn sie die Mullahkratie hinwegfegen wollen damit Achmedinedschad und seiner Clique den Weg an die Macht ebnen könnten und diese werden nicht ganz so zögerlich vorgehen.Und von den hehren Absichten eines gewendeten Mussawi bin ich auch nicht restlos überzeugt.
    Offengesagt bezweifle ich sogar dass die Demos soviel Kraft haben werden,da sie offenbar die Masse der iranischen Bevölkerung nicht tangieren.

    Ich meine daher, dass das iranische Volk die Demokratie (auch nach dem westlichen Muster) schon längst verdient

    Das ist ihre Meinung.Ob es das iranische Volk auch so sieht ( vor allem nach westlichem Muster?) Und noch ein anderer Gedanke:Das gemeinsame schiitische Band der vielen Völkerschaften des Irans haben eine erstaunliche innenpolitische Stabilität in den letzten Jahrzehnten im Iran erzeugt,trotz Studentenunruhen.Fällt diese weg könnte es dann nicht auf lange Sicht zu einer Sezessionsbewegung zB der Aserbaidschaner kommen?(Chamenei ist Aserbaidschaner so dass das bisher ausgeschlossen war)...und könnte dann unter einem neuen persischen Nationalismus der Widerstand der kurdischen und anderen arabischen sunnitischen Stämmen nicht erst recht virulent werden?Zumal ich da einen unterschwelligen "Übermut" gegenüber Arabern allgemein feststellen kann den ich schon bei anderen Iranern egal welchem Lager sie angehörten bemerkt habe...

    Die Tatsache, dass in Saudi-Arabien oder in Irak unter Saddam alles viel schlimmer war rechtfertigt nicht die Repression der Machthaber im Iran

    Ich will hier nichs rechtfertigen,schon garnicht die Repressionen der Mullahkratie. Der Vergleich mit den arabischen Despotien sollte nur
    dazu dienen, aufzuzeigen dass es schlimmere Regime geben kann.Von mir aus hätte ich auch die Militärdiktatur ala Myanmar nehmen können.Deshalb sollten die Demonstranten stets bedenken,dass wenn sie die Mullahkratie hinwegfegen wollen damit Achmedinedschad und seiner Clique den Weg an die Macht ebnen könnten und diese werden nicht ganz so zögerlich vorgehen.Und von den hehren Absichten eines gewendeten Mussawi bin ich auch nicht restlos überzeugt.
    Offengesagt bezweifle ich sogar dass die Demos soviel Kraft haben werden,da sie offenbar die Masse der iranischen Bevölkerung nicht tangieren.

    Ich meine daher, dass das iranische Volk die Demokratie (auch nach dem westlichen Muster) schon längst verdient

    Das ist ihre Meinung.Ob es das iranische Volk auch so sieht ( vor allem nach westlichem Muster?) Und noch ein anderer Gedanke:Das gemeinsame schiitische Band der vielen Völkerschaften des Irans haben eine erstaunliche innenpolitische Stabilität in den letzten Jahrzehnten im Iran erzeugt,trotz Studentenunruhen.Fällt diese weg könnte es dann nicht auf lange Sicht zu einer Sezessionsbewegung zB der Aserbaidschaner kommen?(Chamenei ist Aserbaidschaner so dass das bisher ausgeschlossen war)...und könnte dann unter einem neuen persischen Nationalismus der Widerstand der kurdischen und anderen arabischen sunnitischen Stämmen nicht erst recht virulent werden?Zumal ich da einen unterschwelligen "Übermut" gegenüber Arabern allgemein feststellen kann den ich schon bei anderen Iranern egal welchem Lager sie angehörten bemerkt habe...

  5. überhaupt sollten wir im Westen unsere Vorstellungen von Demokratie und Kultur nicht zum Maßstab von Ländern machen, die ihre eignenen "Gesetze" und Traditionen besitzen, die tiefere Wurzeln als die unseren haben. Wir haben auch den Persern mit ihrer uralten Kultur viel zu verdanken. Die Amerikaner sind mit ihren Verbündeten nicht in den Irak einmarschiert, um ein Regime zu beseitigen, sondern unter einem Gebäude von Lügen aus wirtschaftlichen Interessen (Oel). Die Koleteralschäden sind und waren Zivilisten. Ähnliches geschieht, wenn auch aus anderen Gründen, mit deutscher militärischer Hilfe in Afghanistan. Opfer sind fast immer die Menschen und nicht die Taliban. Humanitäre Hilfe, ja, Militäreinsätze, nein !
    Viel Glück den mutigen und klugen Oppositionellen im Iran.
    Als kleines persönliches Zeichen werde ich eine Woche lang nicht meckern, wenn meine Töchter ständig simst und twittert.

  6. Die Tatsache, dass in Saudi-Arabien oder in Irak unter Saddam alles viel schlimmer war rechtfertigt nicht die Repression der Machthaber im Iran

    Ich will hier nichs rechtfertigen,schon garnicht die Repressionen der Mullahkratie. Der Vergleich mit den arabischen Despotien sollte nur
    dazu dienen, aufzuzeigen dass es schlimmere Regime geben kann.Von mir aus hätte ich auch die Militärdiktatur ala Myanmar nehmen können.Deshalb sollten die Demonstranten stets bedenken,dass wenn sie die Mullahkratie hinwegfegen wollen damit Achmedinedschad und seiner Clique den Weg an die Macht ebnen könnten und diese werden nicht ganz so zögerlich vorgehen.Und von den hehren Absichten eines gewendeten Mussawi bin ich auch nicht restlos überzeugt.
    Offengesagt bezweifle ich sogar dass die Demos soviel Kraft haben werden,da sie offenbar die Masse der iranischen Bevölkerung nicht tangieren.

    Ich meine daher, dass das iranische Volk die Demokratie (auch nach dem westlichen Muster) schon längst verdient

    Das ist ihre Meinung.Ob es das iranische Volk auch so sieht ( vor allem nach westlichem Muster?) Und noch ein anderer Gedanke:Das gemeinsame schiitische Band der vielen Völkerschaften des Irans haben eine erstaunliche innenpolitische Stabilität in den letzten Jahrzehnten im Iran erzeugt,trotz Studentenunruhen.Fällt diese weg könnte es dann nicht auf lange Sicht zu einer Sezessionsbewegung zB der Aserbaidschaner kommen?(Chamenei ist Aserbaidschaner so dass das bisher ausgeschlossen war)...und könnte dann unter einem neuen persischen Nationalismus der Widerstand der kurdischen und anderen arabischen sunnitischen Stämmen nicht erst recht virulent werden?Zumal ich da einen unterschwelligen "Übermut" gegenüber Arabern allgemein feststellen kann den ich schon bei anderen Iranern egal welchem Lager sie angehörten bemerkt habe...

    Antwort auf "Das ist doch das dumme"

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