Wahl-Protest USA über Gewalt in Iran "tief besorgt"
Präsident Obama hat Iran gemahnt, die Meinungsfreiheit zu respektieren. Er reagierte damit auf den harten Kurs des Regimes gegen regierungskritische Demonstranten

© Mandel Ngan/AFP/Getty Images
Tiefe Besorgnis über die Vorfälle in Iran: US-Präsident Barack Obama
Weltweit wächst die Sorge über die Gewalt in Iran nach der Präsidentenwahl. Auch US-Präsident Barack Obama zeigte sich besorgt: Die Redefreiheit und der demokratische Prozess müssten in der Islamischen Republik respektiert werden, sagte Obama am Montag nach einem Gespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Eine Untersuchung von Unregelmäßigkeiten bei der Wahl müsse ohne Blutvergießen erfolgen.
Die Bundesregierung bestellte den iranischen Botschafter in Berlin ein und protestierte gegen das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte, das gewalttätige Vorgehen gegen Demonstranten zu beenden. Die Bundesregierung verfolge die Entwicklung im Iran mit "großer Sorge", sagt er. Die EU-Außenminister forderten eine Überprüfung des Wahlergebnisses.
Mittlerweile reagierte das Regime: Auf Anweisung des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei untersucht der zwölfköpfige Wächterrat des Landes nun die Vorwürfe Mussawis. Dabei könne es auch dazu kommen, dass "strittige Stimmen" nachgezählt würden, wie ein Sprecher sagte. Das sei der normale Prozess nach einer Präsidentenwahl. Erstmalig werden aber mit Mussawi und Mohsen Rezai zwei unterlegene Kandidaten nach ihrem eingereichten Protest vom Wächterrat angehört und damit am Prüfungsprozess beteiligt.
Amtsinhaber Mahmud Ahmadineschad war aus der Abstimmung vom Freitag laut offizieller Angaben mit zwei Dritteln der Stimmen als Sieger hervorgegangen. Sein Herausforderer Hussein Mussawi sieht sich um den Sieg betrogen und verlangte, das Ergebnis zu überprüfen. Hunderttausende Anhänger der Opposition protestierten seither in Teheran und anderen Städten gegen die Wahl. Laut der Exil-Organisation des Nationalen iranischen Widerstands gab es mehrere Tote und Verletzte.
US-Präsident Obama ist ungeachtet der Gewalt nach der umstrittenen Präsidentenwahl nach wie vor offen für den Dialog mit Iran. "Wir werden weiter einen entschlossenen, direkten Dialog zwischen unseren Ländern verfolgen", sagte er in seiner ersten offiziellen Stellungnahme seit der Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad.
Israels Außenminister Avigor Lieberman wollte das Vorgehen gegen Demonstranten nicht verurteilen. "Wahlen und Demonstrationen sind ein inneres Problem", sagte er. Israel sei besorgt über die Aktivitäten der Iraner in der Nahost-Region. "Iran ist die größte Bedrohung nicht nur für den Nahen Osten. Es ist der größte Faktor von Instabilität."
- Datum 16.06.2009 - 11:59 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 12
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Ist ja selten, dass sowas wie Vernunft allein aus Israel kommt: Wahlen und Proteste sind innenpolitische Angelegenheiten, um die sich kein Ausländer medienwirksam "Sorgen machen" muss. Was würden denn die Amis sagen, wenn Iran sich "Sorgen" machte, weil gerade mal wieder ein rassistischer Polizeiübergriff in Los Angeles passiert ist? Oder wenn der deutsche Botschafter in Teheran einbestellt würde, weil in Deutschlands Hauptstadt am 1. Mai Autos brennen und Steine fliegen?
Vielleicht sollte man Leute wie dich einbestellen lassen, weil sie so furchtbar Ignorant sind, oder bist du auch einer von den Basijis ?
Tut mir leid aber wer beim morden von Menschen wegschaut ist ein Verbrecher...
Vielleicht sollte man Leute wie dich einbestellen lassen, weil sie so furchtbar Ignorant sind, oder bist du auch einer von den Basijis ?
Tut mir leid aber wer beim morden von Menschen wegschaut ist ein Verbrecher...
Vielleicht sollte man Leute wie dich einbestellen lassen, weil sie so furchtbar Ignorant sind, oder bist du auch einer von den Basijis ?
Tut mir leid aber wer beim morden von Menschen wegschaut ist ein Verbrecher...
Auch wenn man im Besonderen die jetztigen Vorkommnisse im Iran nicht ohne Weiteres mit Polizeiübergriffen in den USA oder wo auch immer vergleichen kann.
Im Prinzip gebe ich Ihnen Recht.
...daß hier ein Wolf im Schafspelz über etwas "besorgt" ist, was er selber angerührt hat ?
Die Stimmen der internationalen Medien und der Politik waren und sind ja unisono darauf angelegt eine "grüne Revolution" herbeizureden.
Getreu den Strickmustern von "orangefarbener Revolution" und "Rosen-Revolution", versuchen die USA offenbar erneut im Verbund mit willfährigen Vasallen ihren Einfluß durch Destabilisierung einer Region auszuweiten.
Divide et Impera!
rm
Wahrscheinlich war das längst überfällig - nur war eben jetzt der Zeitpunkt, seinen Unmut über die Politik der letzten Jahre kundzutun: denn durch die Wahl (hoffentlich werden die Unklarheiten aufgeklärt) ist eine Fortsetzung derselben Politik abzusehen - oder kann Ahmadenidschad auch anders? (Mich erinnert das an mein Gefühl, als man Bush zum zweiten Mal wählte: dieses Gefühl:"Das kann doch nicht wahr sein").
Die Bevölkerung ist Sanktionen hilflos ausgesetzt - und wenn man sich eben mit dieser Art der Politik nicht identifizieren kann, fehlt die Einsicht so etwas hinzunehmen.
Man betrachte das doch einfach als Aufforderung zur Kurskorrektur zur rechten Zeit.
Einst war der Irak Ziel von Sanktionen. Jetzt ist es der Iran. Daraus sollte man lernen und rechtzeitig handeln.
Aber dann ist es auch gut mit unerlaubten Demonstrationen!
Die Redefreiheit und der demokratische Prozess müssten in der Islamischen Republik respektiert werden, sagte Obama am Montag nach einem Gespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.
Entschuldigung, wenn ich das nur lächerlich finden kann. Gerade mit Berlusconi über Meinungsfreiheit zu sprechen ist etwa so glaubwürdig wie ein Gespräch mit der Mafia über Meinungsfreiheit.
...die Italiener haben die Freiheit Berlusconis Meinung täglich in den von ihm beherrschten Medien zu "genießen".
Für Obama heißt das: Von Berlusconi lernen, heißt siegen lernen.
Die Gleichschaltung der weltweiten Medien in der Iran Berichterstattung ist schon beispiellos.
...die Italiener haben die Freiheit Berlusconis Meinung täglich in den von ihm beherrschten Medien zu "genießen".
Für Obama heißt das: Von Berlusconi lernen, heißt siegen lernen.
Die Gleichschaltung der weltweiten Medien in der Iran Berichterstattung ist schon beispiellos.
...die Italiener haben die Freiheit Berlusconis Meinung täglich in den von ihm beherrschten Medien zu "genießen".
Für Obama heißt das: Von Berlusconi lernen, heißt siegen lernen.
Die Gleichschaltung der weltweiten Medien in der Iran Berichterstattung ist schon beispiellos.
Wegschauen wenn irgendwo Menschen und Meinungen niedergeprügelt und getötet werden war früher mal eine deutsche "Stärke". Bei manchen scheint das immer noch das Mittel der Wahl. Der Zynismus der aus manchen Kommentaren spricht macht sprachlos.
Das war nicht nur eine deutsche Tugend, sondern ist es immer noch.
Es gibt auch in Deutschland Gruppierungen die versuchen andere Meinungen mit Gewalt regelmässig zu unterdrücken , und genau bei diesen sehen Politik und Medien gewissentlich weg.
Sollte gerade kein Verfechter einer anderen Meinung da ist nehmen diese Gruppierungen halt Polizisten als Ersatzprügelknaben, aber fairerweise muss man sagen das die Politik nicht nur bei gewaltsamer Unterdrückung anderer Meinungen durch diese Gruppen wegsieht, sondern generell bei Gewalt aus dieser Richtung, egal wer das Ziel ist.
Das war nicht nur eine deutsche Tugend, sondern ist es immer noch.
Es gibt auch in Deutschland Gruppierungen die versuchen andere Meinungen mit Gewalt regelmässig zu unterdrücken , und genau bei diesen sehen Politik und Medien gewissentlich weg.
Sollte gerade kein Verfechter einer anderen Meinung da ist nehmen diese Gruppierungen halt Polizisten als Ersatzprügelknaben, aber fairerweise muss man sagen das die Politik nicht nur bei gewaltsamer Unterdrückung anderer Meinungen durch diese Gruppen wegsieht, sondern generell bei Gewalt aus dieser Richtung, egal wer das Ziel ist.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren