Iran "Mussawi ist kein Reformer"
Es gab keine richtigen Wahlen und das politische System Irans ist nicht reformierbar: Iran-Experte Wahdat-Hagh über den Ausgang der Präsidentenwahl

(c) BEHROUZ MEHRI/AFP/Getty Images
Die Menge feiert ihn: Mir-Hussein Mussawi, Gegner des amtierenden Präsidenten Ahmadineschad, soll die Wahl verloren haben
ZEIT ONLINE: Wie bewerten Sie den Ausgang der Präsidentenwahl in Iran?
Wahied Wahdat-Hagh: Das, was am Freitag in Iran stattgefunden hat, kann man nicht als Wahlen bezeichnen, denn die Kandidaten waren nicht die Kandidaten des Volkes. Sie sind allesamt Islamisten und wurden vom Wächterrat ausgewählt. Entsprechend haben auch keine freien Wahlen stattgefunden. Und es würde auch niemanden verwundern, wenn jetzt Manipulationen zugunsten des Amtsinhabers stattgefunden haben.
ZEIT ONLINE: Sind die Hoffnungen des Westens auf den Kandidaten Mussawi übertrieben gewesen?
Wahdat-Hagh: Hoffnungsträger Mussawi ist kein Reformer, sondern selbst ein Hardliner. Um das zu verstehen, reicht ein Blick zurück in die achtziger Jahre, als er Ministerpräsident Irans war. Sogar Ex-Präsident Chatami hatte einmal gesagt, dass er kein Reformer sei. Am Sonntag hat Mussawi Irans geistliches Oberhaupt Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei getroffen, der im Staat das letzte Wort führt. Chamenei hat ihm sinngemäß vermittelt, dass er und der Wächterrat die Probleme im Kontext der Wahl schon lösen würden, wenn Mussawi sich von den Demonstrierenden distanziere.
ZEIT ONLINE: Wer dominiert heute den Iran?
Wahdat-Hagh: Seit Ende der neunziger Jahre sind die Revolutionsgardisten zum wichtigen Machtfaktor geworden. Ihr wirtschaftlicher Einfluss ist groß, sie dominieren die Atomwirtschaft, die Infrastruktur, das Militär. Unter Amtsinhaber Ahmadineschad hat dieser Einfluss noch mal erheblich zugenommen, ehemalige Gardisten stellen zudem viele Minister in seinem Kabinett. Die Gegner dieser Gruppe sind Links-Islamisten und Vertreter des Mittelstandes wie die Ex-Präsidenten Chatami und Rafsandschani. Die Wahl war also ein inner-islamistischer Konflikt. Ganz oben steht natürlich Ajatollah Ali Chamenei.
ZEIT ONLINE: Die Landbevölkerung gilt als wichtige Wählerklientel von Amtsinhaber Ahmadineschad. Warum stützt sie ihn?
Wahdat-Hagh: In Iran wurde schon in den Zeiten des Schahs die Armee dazu abgestellt, die bäuerliche Infrastruktur mit aufzubauen. Ahmadineschad hat das jetzt stark befördert und sich so großen Rückhalt unter den Menschen auf dem Land verschafft.
- Datum 15.06.2009 - 19:42 Uhr
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Das kann doch etwas werden wenn jetzt noch die Mauer der Mächtigen Geistlichkeit
Niedergerissen wird dann kann eine wirklich andere Gesellchaftform in den Land wachsen
Es gibt mir echt zu denken Ob wie hier in Deutschland nicht auch mal so auf den Straßen gehten sollen dann hört vieleicht das blöde Wahlkampf Thema auf und die Politiker würden endlich richtig Brötchen Backen statt sie immer wieder auf zu wärmen.
Aber Etliches fehlt - u. A.:
Er "war nicht nur während des Iran-Irak-Krieges acht Jahre Premierminister, ein enger Vertrauter Khomeinis und mitverantwortlich für die Ermordung tausender Oppositioneller".
Und Weiteres hier im österreichischen "Standard" zu finden:
http://derstandard.at/fs/...
Es ist wirklich sehr seltsam, dass ausgerechnet DER von westlichen Medien so hoffnungsvoll betrachtet wird.
Es ist schon merkwürdig, dass die Islamisten jetzt anfangen, sich selbst zu zerfleischen. Wenn es einen Hebel für eine Reform des Irans gibt, dann natürlich diesen. Die Wahlen waren eh eine Farce, weil die Kandidaten ja sowieso so selektiert sind, dass sie dem Regime auf jeden Fall passen. Warum also einen Wahlzirkus veranstalten? Das bringt nur die Leute auf, und wenn die Büchse der Pandora erst mal offen ist, dann gute Nacht, islamische Revolution. Mit einem Schein-Reformer hätte man die Bevölkerung wohl wieder vier Jahre ruhig stellen können.
Aber wahrscheinlich ist meine Einschätzung von Ahmadinedschad eben doch richtig: Das ist ein Putschist, der sich selbst und den Revolutionsgarden die Macht zuschustern will, weg von der Geistlichkeit. Deshalb auch der Wahlbetrug, und die Gewalt.
Naja, also Chipstüte holen und zugucken. Es wird sicher interessant.
Unverständlich, denn die Debatte im Wahlkampf hat ihn ganz klar als Hardliner gezeigt - so ist er z.B. stolz darauf, dass die britischen Marine Soldaten damals als Geiseln genommen wurden und zeigt sich enttäuscht, dass Ahmadinejad ihnen einen Abschied wie für Staatsmännern beschert hat. Das hätte der "Psychologie des Volkes" schlecht getan ...
http://www.liveleak.com/v...
für die Befreiung von einem menschenverachtenden Despoten und seinen Mullahs. Ein vom Westen eingesetzter grausamer "Kaiser" Pahlevi machte das orthodoxe Gottestaatregime erst möglich und war der Start für unsere kleine 68er Revolution (Jubelperser). Es mußte ein Martin Luther kommen, der durch die Übersetzung der Bibel den Menschen klar machte, wie verlogen die "einzig wahre Kirche" war und dass die Bauern auch Rechte hatten. Auch dies geschah nicht ohne Fehlentwicklungen innerhalb der Reformation (Calvin, Zwingli, Fundamentalisten wie die Evangelikalen).
Die "Reformation" in Persien wird seine Zeit brauchen und der Absolutsheitsanspruch der katholischen Kirche zeigt auch ausgerechnet unter dem "deutschen" Papst Restaurantionserscheinungen. Überall dort, wo Religionen sich zum Herr über Menschen machen, geht das auf Kosten der Freiheit. Also wünschen wir den Menschen in Persien, einer großen Kultur, der auch wir viel zu verdanken haben, ihr Leben selbst zu bestimmen. Mit Hilfe der modernen Medien wird das gelingen. Dabei ist es ziemlich nebensächlich, ob Mussawi ein Reformer ist.
nicht dieser Spießgeselle von Bauernschlächtern?
nicht dieser Spießgeselle von Bauernschlächtern?
Warum mischt sich der Westen überall ein? Hat er nicht genug vor seiner eigenen Tür zu kehren?
Unser kleines Deutschland ist der drittgrößte Waffenproduzent der Welt-Das stört die Medien offensichtlich nicht. Haben sie die Nazizeit nicht begriffen? Weltweiter Mord und Verstümmelungen dienen heute dem Geschäft- in doppelter Form (Waffenverkauf und Prothesenverkauf) das ist ein furchtbarer Skandal. Darüber soll die Presse sich aufregen.
Haben sie vergessen, daß von Deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen sollte?
Immerhin sind im Iran prozentual viel mehr Menschen zur Wahl gegangen als bei uns in Europa-das sollen sie nicht vergessen.
zu D€ sind kaum zu übersehen.
Man kann es schieben wie man will - Wächterrat=Stiftungen samt angegliederten Medien, in D€ heißt der Islam "freier Markt".
Es geht lediglich etwas gesitteter zu in D€.
Daß ich trotzdem lieber in D€ als im Iran lebe steht nicht im Widerspruch dazu.
nicht dieser Spießgeselle von Bauernschlächtern?
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