Proteste in Iran Das Mullah-Regime warnt den Westen
Iran unterdrückt freie Medien und hat westliche Botschafter einbestellt, um die umstrittene Präsidentenwahl zu rechtfertigen. Die Opposition demonstriert weiter

© Behrouz Mehri/AFP/Getty Images
Der politische Kopf der Diktatur: Mahmud Ahmadineschad
Iran hat den deutschen Botschafter und eine Reihe weiterer ausländischer Diplomaten in Teheran ins Außenministerium zitiert, um gegen die angeblich "feindseligen" Reaktionen der jeweiligen Regierungen nach der Präsidentenwahl zu protestieren. Wie staatliche iranische Medien berichteten, wurden auch die diplomatischen Vertreter Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und Tschechiens, das gegenwärtig den EU-Ratsvorsitz innehat, einbestellt. Die westlichen Regierungen seien dort aufgefordert worden, den Ausgang der Wahl zu respektieren und sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen.
Trotz Polizeigewalt und Unterdrückung einer unabhängigen Berichterstattung sollen die Proteste gegen den umstrittenen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad weitergehen. Anhänger des bei der Wahl am Freitag offiziell unterlegenen Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi kündigten nach friedlichen Demonstrationen am Dienstag auch für diesen Mittwoch Kundgebungen im Zentrum der iranischen Hauptstadt an. In SMS-Kurzmitteilungen riefen sie dazu auf, sich zu einer Kundgebung auf dem zentralen Haft-e-Tir-Platz zu versammeln.
Objektive und belastbare Informationen aus dem Land zu erhalten, wird immer schwieriger: Mitarbeitern ausländischer Medien wurde untersagt, über nicht genehmigte Demonstrationen zu berichten. Recherchen sind ihnen nur aus Büros oder Hotelzimmern per Telefon erlaubt. Das Mobilfunknetz war am Dienstagabend wieder gestört, der Versand etwa von SMS erschwert.
Webdienste, darunter der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter gewinnen an Bedeutung für das Absetzen von Informationen. Twitter verschob eine geplante Wartung seiner Technik, um den Informationsfluss aus Iran zu gewährleisten – auf Bitten der USA, wie sich herausstellte.
Zehntausende hatten sich an den Kundgebungen am Dienstag beteiligt und die Wiederholung der umstrittenen Präsidentenwahl verlangt, bei der Ahmadineschad nach Angaben des Innenministeriums mit fast 63 Prozent der Stimmen gesiegt hatte. Das Lager Mussawis wirft Ahmadineschad massiven Wahlbetrug vor, denn Beobachter hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.
Angesichts der wachsenden Unruhen, die auch auf andere Städte des Landes übergegriffen haben, hatte sich der iranische Wächterrat am Montag bereit erklärt, einen Teil der Stimmen neu auszuzählen. Die Wahl selbst werde jedoch keinesfalls annulliert, sagte ein Sprecher.
Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi verlangte, die Wahl zu wiederholen. "Ich glaube, dass eine Neuauszählung unter den jetzigen Bedingungen nichts lösen würde", sagte Ebadi dem US-Radiosender Radio Free Europe in Prag. Iran müsse unter Beobachtung internationaler Organisationen neu wählen. Nur so sei sicherzustellen, dass die Stimmen aus den Wahlurnen auch die wahren Stimmen der Bürger sind.
- Datum 17.06.2009 - 13:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Obamas Reaktion bleibt verhalten, weil bisher nicht klar ist, ob es sich tatsaechlich um Wahlbetrug handelt. Wer hier demonstriert scheint nicht das Volk zu repraesentieren. Umfragen vor der Wahl, auch unabhaengige, durchgefuehrt von amerikanischen Organisationen, hatten den Sieg Ahmadinejads schon im Mai vorhergesagt.
Die Gefahr einer Militaerdiktatur ist in der Tat gross. A. hat die Unterstuetzung der Pasdaran, die bei einer weiteren Eskalierung der Situation schnell die Macht uebernehmen koennten. Diese Wahl ist, Betrug oder nicht, eine Tragoedie fuer das Land.
...hat so gut wie keine Aussagekraft. Zum Einen ist sie weit vor der Welle der Begeisterung für Mussawi unternommen worden. Auf der anderen Seite ignoriert sie generös das Faktum, dass viele Iraner schon aus Angst vor Repression gar nicht - oder konträr zu ihrer eigentlichen Überzeugung geantwortet haben. In einem Land, in dem die Geheimpolizei Dissidenten überwacht und einsperrt, in überwacht und bespitzelt wird, sind die Leute eben vorsichtig, abweichende Meinungen offen zu äußern.
Die beste Zusammenfassung der Einwände findet sich unter:
http://blogs.abcnews.com/...
Schon allein die Aussage, die Interviews hätten telefonisch und aus einem Nachbarland (welchem?) stattgefunden, macht mich misstrauisch. Wenn ich in China 1000 Telefonnummer anrufe, und nach der Meinung über die Regierungspolitik frage - wieviel offene Kritik werde ich dann wohl zu hören bekommen? Wenig, denn die Leute haben schlicht Angst davor, sich selbst in die Schusslinie der Behörden zu manövrieren...
Obamas Reaktion bleibt verhalten, weil bisher nicht klar ist, ob es sich tatsaechlich um Wahlbetrug handelt.
Ich denke sie bleibt auch deshalb verhalten weil eine Parteinahme seitens eines US Präsidenten der Protestbewegung mehr schaden als nutzen würde.
weil bisher nicht klar ist, ob es sich tatsaechlich um Wahlbetrug handelt
Nichts lässt sich leichter nachweisen als Wahlbetrug. Es ist eine Frage der Mathematik. Echte Wahlergebnisse haben eine höhere Varianz, sie fluktuieren während der Auszählung stärker.
Akzeptieren Sie es einfach. Die Mullahs sind schlechte "Schachspieler". Sie verspielen gerade Ihre eigene Revolution.
Hätten Diese Religiösen eine moderne Gesellschaft akzeptiert, wäre die Geburtenrate eingeknickt, und Sie hätten jetzt nicht so viele junge Menschen am Hals die Ihren Ideen nicht abgewinnen können. Ein klassisches Eigentor.
Wer hier demonstriert scheint nicht das Volk zu repraesentieren
Wer demonstriert denn da sonst? Der Weihnachtsmann?
...hat so gut wie keine Aussagekraft. Zum Einen ist sie weit vor der Welle der Begeisterung für Mussawi unternommen worden. Auf der anderen Seite ignoriert sie generös das Faktum, dass viele Iraner schon aus Angst vor Repression gar nicht - oder konträr zu ihrer eigentlichen Überzeugung geantwortet haben. In einem Land, in dem die Geheimpolizei Dissidenten überwacht und einsperrt, in überwacht und bespitzelt wird, sind die Leute eben vorsichtig, abweichende Meinungen offen zu äußern.
Die beste Zusammenfassung der Einwände findet sich unter:
http://blogs.abcnews.com/...
Schon allein die Aussage, die Interviews hätten telefonisch und aus einem Nachbarland (welchem?) stattgefunden, macht mich misstrauisch. Wenn ich in China 1000 Telefonnummer anrufe, und nach der Meinung über die Regierungspolitik frage - wieviel offene Kritik werde ich dann wohl zu hören bekommen? Wenig, denn die Leute haben schlicht Angst davor, sich selbst in die Schusslinie der Behörden zu manövrieren...
Obamas Reaktion bleibt verhalten, weil bisher nicht klar ist, ob es sich tatsaechlich um Wahlbetrug handelt.
Ich denke sie bleibt auch deshalb verhalten weil eine Parteinahme seitens eines US Präsidenten der Protestbewegung mehr schaden als nutzen würde.
weil bisher nicht klar ist, ob es sich tatsaechlich um Wahlbetrug handelt
Nichts lässt sich leichter nachweisen als Wahlbetrug. Es ist eine Frage der Mathematik. Echte Wahlergebnisse haben eine höhere Varianz, sie fluktuieren während der Auszählung stärker.
Akzeptieren Sie es einfach. Die Mullahs sind schlechte "Schachspieler". Sie verspielen gerade Ihre eigene Revolution.
Hätten Diese Religiösen eine moderne Gesellschaft akzeptiert, wäre die Geburtenrate eingeknickt, und Sie hätten jetzt nicht so viele junge Menschen am Hals die Ihren Ideen nicht abgewinnen können. Ein klassisches Eigentor.
Wer hier demonstriert scheint nicht das Volk zu repraesentieren
Wer demonstriert denn da sonst? Der Weihnachtsmann?
noch nicht mal eine kleine zeile.
doch, hier : Blog: Der Volksaufstand im Netz »
oh, doch nicht.
zu früh für die redaktion - oder so lange her?
...ganz schön wach. sehr richtig.
...ganz schön wach. sehr richtig.
...hat so gut wie keine Aussagekraft. Zum Einen ist sie weit vor der Welle der Begeisterung für Mussawi unternommen worden. Auf der anderen Seite ignoriert sie generös das Faktum, dass viele Iraner schon aus Angst vor Repression gar nicht - oder konträr zu ihrer eigentlichen Überzeugung geantwortet haben. In einem Land, in dem die Geheimpolizei Dissidenten überwacht und einsperrt, in überwacht und bespitzelt wird, sind die Leute eben vorsichtig, abweichende Meinungen offen zu äußern.
Die beste Zusammenfassung der Einwände findet sich unter:
http://blogs.abcnews.com/...
Schon allein die Aussage, die Interviews hätten telefonisch und aus einem Nachbarland (welchem?) stattgefunden, macht mich misstrauisch. Wenn ich in China 1000 Telefonnummer anrufe, und nach der Meinung über die Regierungspolitik frage - wieviel offene Kritik werde ich dann wohl zu hören bekommen? Wenig, denn die Leute haben schlicht Angst davor, sich selbst in die Schusslinie der Behörden zu manövrieren...
wenn so heftig demonstriert wird, hat es doch wohl einen Grund. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, da stimmt doch etwas nicht.
Ich kann mir wohl vorstellen, dass es hier eine masive Wahlfälschung gegeben hat.
Befreundete Iraner haben mir gesagt im Iran gibt es keine Meinungsfreiheit, wer eine andere Meinung vertritt als die Regierung wird bestenfalls nur niedergeknüppelt.
...da gibt es meistens Agents Provocateurs die von der CIA und willfährigen Vasallenstaaten der USA finanziert werden.
"Grüne Revolution", "Orangefarbene Revolution", "Rosenrevolution",...
Wo das nicht funktioniert kann man immer noch einmarschieren: Irak, Afghanistan, Jugoslawien, ...
Divide et Impera!
...da gibt es meistens Agents Provocateurs die von der CIA und willfährigen Vasallenstaaten der USA finanziert werden.
"Grüne Revolution", "Orangefarbene Revolution", "Rosenrevolution",...
Wo das nicht funktioniert kann man immer noch einmarschieren: Irak, Afghanistan, Jugoslawien, ...
Divide et Impera!
... Ahmedinedschad bis heute die iranische Politik eigenhändig geleitet hätte.
Über dem stehen doch eh die Religionsführer, die einzig und allein das Sagen im Land haben.
Ahmed und Mussawi sind dabei nur die Marionetten, über die man geschickt representative Auslandspolitik betreibt und denen man in Zeiten der Not die Schuld unterjubeln kann. So würde die Wahl Mussawis kaum etwas bewirken.
Folglich sehe ich die Demos ebenso als nutzlos; nicht aber sinnlos. Nur sollte man das Ausmaß erweitern, um wirkliche Änderungen herbeiführen zu können.
Auch finde ich dies hier belustigend:
Twitter verschob eine geplante Wartung seiner Technik, um den Informationsfluss aus Iran zu gewährleisten - auf Bitten der USA, wie sich herausstellte.
Aber wenn man genauer überlegt, ähneln sich die USA und der Iran in Sachen politische Führung doch so ziemlich.
MfG und möge die Macht mit den Demonstranten sein
"Auch finde ich dies hier belustigend:
Twitter verschob eine geplante Wartung seiner Technik, um den Informationsfluss aus Iran zu gewährleisten - auf Bitten der USA, wie sich herausstellte.
Aber wenn man genauer überlegt, ähneln sich die USA und der Iran in Sachen politische Führung doch so ziemlich."
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie vorschnell Kommentatoren Militärregime oder Diktaturen mit Deutschland oder anderen westlichen Demokratien vergleicht. Meinungsfreiheit und politische Selbstbestimmtung scheinen ja nicht sehr populär zu sein, ansonsten kann ich mir das nicht erklären.
Sollte man den Menschen denn noch den einzigen Weg nehmen über die Zustände dort zu berichten ohne gleich verhaftet zu werden?? Insofern war es nur richtig die ungewollte "Zensur" von Twitter durch dieses Update zu verhindern und auf einen Zeitpunkt zu verlegen wenn im Iran nacht ist. Im übrigen hat die USA diesen Wunsch geäussert und nicht befohlen.
"Auch finde ich dies hier belustigend:
Twitter verschob eine geplante Wartung seiner Technik, um den Informationsfluss aus Iran zu gewährleisten - auf Bitten der USA, wie sich herausstellte.
Aber wenn man genauer überlegt, ähneln sich die USA und der Iran in Sachen politische Führung doch so ziemlich."
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie vorschnell Kommentatoren Militärregime oder Diktaturen mit Deutschland oder anderen westlichen Demokratien vergleicht. Meinungsfreiheit und politische Selbstbestimmtung scheinen ja nicht sehr populär zu sein, ansonsten kann ich mir das nicht erklären.
Sollte man den Menschen denn noch den einzigen Weg nehmen über die Zustände dort zu berichten ohne gleich verhaftet zu werden?? Insofern war es nur richtig die ungewollte "Zensur" von Twitter durch dieses Update zu verhindern und auf einen Zeitpunkt zu verlegen wenn im Iran nacht ist. Im übrigen hat die USA diesen Wunsch geäussert und nicht befohlen.
Ich versteh nicht, wie jemand ernstlich bezweifeln kann, dass dort unten bei der Wahl nicht betrogen wurde. Das die Regierung auf den Vorwurf des Wahlbetruges mit Pressezensur, Internetblockade, Verhaftungen usw. reagiert zeigt doch schon, dass die was zu verbergen haben. Als Ossi ist es mir absolut schleierhaft, wie jemand da glauben kann, dass der Achi wirklich die Wahl gewonnen hat. Denn wäre alles in Ordnung, dann würden die ja einfach internationale Wahlbeobachter und von der Opposition noch welche hinzuholen und sagen seht selbst und gut wärs. Da das aber unterbleibt...
Dennoch rechtfertigt das in keinster Weise Gewalt.
Gruß
Abd El Latif
Folgendes kurz zu der Wahl:
- Alles schaut auf auf die Hauptstadt! Die Provinz und das flache Land scheinen negiert zu werden.
- Zur Wahl waren nicht nur Studenten und das Bildungsbürgertum, die westlich orientierten und westlich intelektuellen Iraner aufgerufen
- unsere Informationen kommen aus der Sicht westlicher Medien und die sitzen in Teheran und sprechen hauptsächlich mit den Vertretern der Satten, der Linken, der westlich orientierten Iranern
-Der Iran besteht auch aus Menschen, die in der Hauptstadt wohnen. Nicht alle die dort wohnen sind westlich und hungrig nach westlicher Lebensart.
- Alle anderen Iraner dürften seit 1980 dem Brainwash unterliegen und dem bisherigen Regime die Stimme gegeben haben. Und das ist die absolute Mehrheit!!!!!!
Seien wir doch ehrlich: auch in Deutschland hat man sich bereitwillig das Hirn waschen lassen und bis weit in die 60iger Jahre hinein war bei meinen Lehrern immer wieder mal das faschistische Gedankengut präsent.
Gehen wir doch einfach davon aus, dass die Iraner mehrheitlich das bestehende System unterstützt haben. Akkzeptieren wir doch endlich, dass in der islamischen Welt mehrheitlich die Vernichtung Israels gewünscht wird. Wir Deutschen betrachten dies als ungeheurlich! Aber ungeheuerlich ist auch was Israel seit seiner Existenz mit den Moslems macht. Wie sagten unsere Bischöfe unisono nach dem Besuch im heiligen Land? " Wir fühlen uns an die KZs und Ghettos des 3. Reiches erinnert " wenigstens so ähnlich. Wer hat das Recht die Iraner zu verurteilen eine entsprechend ungeheurliche Gegenreaktion politisch umzusetzen? Dürften die anderen arabischen Länder demokratisch wählen - der Iran wäre in allen arabischen Ländern, ausser dem Libanon.
Abd El Latif
Dass einerseits Achmadinedschads Islamofaschisten von der Obrigkeit zu Demonstrationszwecken auf die Straße gerufen werden, dass andererseits der Opposition das Demonstrieren verboten wurde, zeigt doch hinlänglich, dass die Gewalthaber in diesem Land mit zweierlei Maß messen und im Iran eben nicht gleiches Recht für alle gilt.
Damit ist doch schon alles gesagt. Und bereits damit ist deutlich, warum das theokratische Herrschaftssystem im Iran abgeschafft werden muss.
Man kann der Opposition für ihren Mut nur Respekt zollen. Nur wenn die Oppositionellen weiterhin durchhalten, werden sie einen Wandel erreichen. Leider werden sie auf keine Unterstützung aus dem Ausland zählen können. Denn dann würde die herrschende Mullah-Clique sofort behaupten, dass der oppositionelle Widerstand aus dem Ausland gesteuert würde.
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