Protestwelle Mussawi mobilisiert erneut ZehntausendeSeite 2/2

Die Todesfälle waren auch Auslöser für eine Absage Mussawis für eine geplante Kundgebung auf dem Valiasr-Platz im Zentrum Teherans. Der Reformpolitiker bat seine Gefolgsleute, nicht ihr Leben zu riskieren. Trotzdem versammelten sich seine Anhänger.

Mussawis Lager wirft Ahmadineschad massiven Wahlbetrug vor. Angesichts der wachsenden Unruhen, die auch auf andere Städte des Landes übergegriffen haben, erklärte sich der Wächterrat bereit, einen Teil der Stimmen neu auszuzählen. Das für die Organisation der Präsidentschaftswahl zuständige Gremium wolle die Stimmen derjenigen Wahlurnen prüfen, die "Gegenstand von Einwänden" seien, sagte der Sprecher des Rats der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Der geistliche Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, hatte tags zuvor eine Prüfung der Ergebnisse angeordnet. Eine Neuauszählung jedoch lehnt der unterlegene Kandidat Mussawi ab, er fordert Neuwahlen.

Das Auswärtige Amt in Berlin verschärfte seine Reisehinweise für Iran. "Es liegen Berichte über harte Übergriffe von Polizei und paramilitärischen Milizen auch auf Unbeteiligte vor", hieß es. "Deutschen, die sich in Iran aufhalten, wird empfohlen, größere Menschenansammlungen und politische Kundgebungen zu meiden."
 

 
Leser-Kommentare
  1. Wie in der Springerpresse zu lesen: [...] die Armen in den Dörfern und Kleinstädten, von denen viele neuerdings ein staatliches Grundeinkommen bekommen, stehen fest zu ihm [Ahmadinedschad]. [...]

    "Auch wenn Mussawi ein neo-keynsianisches Programm und Karrubi bereits bei der letzten Wahl ein Grundeinkommen versprach, durch ihre alten und neuen Verflechtungen mit den mächtigen Hintermänner gelang ihnen keine ausreichend glaubwürdiges Profil in der Verbindung einer politische Emanzipation des Landes mit den sozialen Nöten der armen Teilen de Bevölkerung."
    http://www.z-ac.de/conten...

    Vielleicht war für die meisten Wählern die soziale Frage wahlentscheidend?
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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