Palästina Israel entlässt ranghohes Hamas-Mitglied aus Gefängnis

Ein Zeichen guten Willens? Israel will den palästinensischen Parlamentspräsidenten freilassen. Das UN-Flüchtlingswerk klagt dagegen über Israels Einfuhrverbot für Baumaterial nach Gaza.

Der palästinensische Parlamentspräsident Asis Dweik von der radikal-islamischen Hamas soll gegen eine Kaution von 5000 Schekel (gut 900 Euro) nach drei Jahren Haft in Israel entlassen werden. Seine Familie erwartet die Freilassung noch im Laufe des heutigen Tages. Dweik war im August 2006 im Zuge einer Festnahmewelle nach der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit verhaftet worden. Er gilt als ranghohes und einflussreiches Mitglied der Hamas-Organisation. Etwa drei Dutzend Hamas-Minister und Abgeordnete sind weiterhin in israelischen Gefängnissen. Warum er jetzt entlassen wird, ist nicht bekannt.

Während die Freilassung als ein gutes Zeichen in der Lösung des Nahostkonfliktes gewertet werden könnte, beklagt das UN-Flüchtlingshilfswerk, dass der Wiederaufbau im Gazastreifen durch das Einfuhrverbot für Baumaterial nicht vorankommt. Bei der israelischen Offensive Ende vergangenen Jahreswaren zehntausende Gebäude zerstört oder beschädigt worden. Etwa 52.400 Gebäude und damit etwa 250.000 Menschen seien betroffen, sagte ein Sprecher.   

Außerdem würden nur etwa zwei Drittel des Nahrungsmittelbedarfs der Bevölkerung abgedeckt. 400.000 Menschen
hätten zudem kein sauberes Trinkwasser. Nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation Oxfam sind 80 Prozent der etwa 1,5 Millionen Einwohner des Gazastreifens auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

 
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