Kapitalismus für Anfänger Kann ein Staat Bankrott gehen?Seite 2/2

"Und was meinst du?“

“Bei 85 Prozent könnte es schon kritisch werden. Vielleicht zweifeln die Anleger, dass der Staat eine solche Last schultern, also seine Schulden bedienen kann. Dann verlangen sie als Ausgleich für die gestiegenen Risiken höhere Zinsen, der Staat muss noch mehr Geld für den Schuldendienst aufwenden. Die Verschuldung steigt quasi automatisch.”

"Aber wir könnten bald 85 Prozent erreichen, Mark“, sagte ich streng.

„Naja. Vielleicht ist es auch erst bei 150 Prozent des BiP so weit.“

Wie hoch die Quote ist, ab der ein Staat überschuldet ist, ist nicht ganz klar. Staatsschulden in Friedenszeiten sind ein relativ neues Phänomen, sie sind erst durch den britischen Ökonomen John Maynard Keynes in die Welt gekommen, der den Staat als Nachfrager in der Krise auftreten ließ. Wie in allen Wirtschaftsdingen wissen wir vorher nicht, wozu das Experiment führen wird. Und vielleicht wollen wir es auch nicht so genau wissen. Es gibt ja Situationen, in denen es eine Zeitlang angenehmer ist, sich belügen zu lassen.

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 17.06.2009 um 10:16 Uhr

    ... was man mit dem geliehenen Geld macht?
    Also: Was steht den Schulden entgegen?

    Meine Heimatstadt hat sich seinerzeit z.B. stark verschuldet, um ein Gymnasium zu bauen. Das war in den Jahren 1887 bis 1892.

    Das Gebäude steht heute noch, nach zwei Kriegen und zwei Währungsreformen, und erfüllt immer noch seinen Zweck.

  1. ..., ob das, was man mit dem geliehenen Geld macht, mehr "Wert" hat, als das Leihen kostet?

    Runde 50 Jahre Sozialstaat auf Pump (bzw. der "Teil Sozialstaat", der "pumpfinaziert" ist, kosten heute das gesamte System (also Bund/Länder/Gemeinden/Sozialversicherungssystem) mal locker 20% seiner Einnahmen. Das sind 20% Verlust des Gestaltungsspielraums.

    Da diese 20% verlorener Gestaltungsspielraum nur der Zinsdienst "sind", für meine Begriffe ganz klar ein zu zu hoher Preis.

    "Es gibt ja Situationen, in denen es eine Zeitlang angenehmer ist, sich belügen zu lassen."

    Gut gesprochen

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    • Chali
    • 17.06.2009 um 10:57 Uhr

    Na, da hat die Frau Faller denn ja gleich ein Thema für nächste Woche:
    "Der Sozialstaat"

    Für mich ist "der Sozialstaat" der Teil der staatlichen (insbesondere kommunalen) Einrichtungen, die sich mit denjenigen unserer Mit-Menschen beschäftigen, die sich nicht selbst helfen können, also z.B. Jugend- und Sozialamt.

    Hingegen betrachte ich die Systeme, die WIR, die Abhängig Beschäftigten, von unseren Beiträgen bezahlen, nicht als "staatlich". Sondern missbräuchlich staatlich okkupiert. Arbeitslosen- Kranken- und Renten-Versicherung wird aus UNSEREN Beiträgen plus/minus Null bezahlt.
    Dass der Finanzminister jährlich % Milliarden der Arbeitslosen-Versicherung entnimmt, ist Missbrauch. Missbrauch der Gelder der Abhängig Beschäftigten. Durch "den Staat". Es wäre ja ganz schön, wenn WIR, die
    Abhängig Beschäftigten, nicht mehr weiter enteignet werden würden, sondern über unser eigenes Geld selbst entscheiden könnten. Und nicht durch Beamte, Freiberufler und ähnliche "Steuerzahler", die ihr Lebtag nichts beigetragen haben.

    Also, wenn ich so an sinnlosen Konsum denke, dann fallen mir eher die "Versicherungsvertreter mit Professorentitel" ((c) Nachdenkseiten) ein

    • Chali
    • 17.06.2009 um 10:57 Uhr

    Na, da hat die Frau Faller denn ja gleich ein Thema für nächste Woche:
    "Der Sozialstaat"

    Für mich ist "der Sozialstaat" der Teil der staatlichen (insbesondere kommunalen) Einrichtungen, die sich mit denjenigen unserer Mit-Menschen beschäftigen, die sich nicht selbst helfen können, also z.B. Jugend- und Sozialamt.

    Hingegen betrachte ich die Systeme, die WIR, die Abhängig Beschäftigten, von unseren Beiträgen bezahlen, nicht als "staatlich". Sondern missbräuchlich staatlich okkupiert. Arbeitslosen- Kranken- und Renten-Versicherung wird aus UNSEREN Beiträgen plus/minus Null bezahlt.
    Dass der Finanzminister jährlich % Milliarden der Arbeitslosen-Versicherung entnimmt, ist Missbrauch. Missbrauch der Gelder der Abhängig Beschäftigten. Durch "den Staat". Es wäre ja ganz schön, wenn WIR, die
    Abhängig Beschäftigten, nicht mehr weiter enteignet werden würden, sondern über unser eigenes Geld selbst entscheiden könnten. Und nicht durch Beamte, Freiberufler und ähnliche "Steuerzahler", die ihr Lebtag nichts beigetragen haben.

    Also, wenn ich so an sinnlosen Konsum denke, dann fallen mir eher die "Versicherungsvertreter mit Professorentitel" ((c) Nachdenkseiten) ein

    • HBogon
    • 17.06.2009 um 10:30 Uhr

    Oder anschaulich auch so:

    1. Stufe
    Bilanzfälschungen (Enron, MCI Worldcom, Arthur Andersen etc.)
    Miliardenbeträge (heute auch als Peanuts bekannt)

    2. Stufe
    Verbriefung von faulen Krediten, Handel mit Betrugsabsicht (alle Großbanken)
    Billionenbeträge

    3. Stufe
    Erpressung von Staaten zur Deckung der Verluste aus Betrugsgeschäften
    (USA, EU und andere)
    wobei die Politiker nicht erpresst wurden , sondern katzbuckelnd das Geld ihrer Wähler verfeuert haben
    Billionenbeträge in noch unbekannter Größe

    4. Stufe
    Überschwemmen der Erde mit Geld ohne jede Deckung, Null-Zins-Politik der Notenbanken, Ankauf von Staatsanleihen durch Notenbanken
    Explosion (was kommt eigentlich nach Billionen?)

    Für die 5. Stufe wird die Erde nicht mehr ausreichen, wir werden ins All ausweichen müssen.
    Ich könnte da gerade ein paar Fahrkarten günstig anbieten, gegen Vorkasse natürlich.

    • HBogon
    • 17.06.2009 um 10:46 Uhr

    Um das System zu verstehen, muss man sich auch näher mit Schneeballsystemen und Ponzi-Krediten beschäftigen.

    Die Ponzi-Systeme sind nicht neu, neu sind nur die Größenordnungen, siehe Madoff.

    Dummerweise hat man nun die Finanzwirtschaft weltweit zu einem Ponzi-System gemacht. Die einzigen Profiteure davon? Na? Die Großbanken und private Notenbanken wie die FED (ja, schau an, die FED ist seit 1913 eine von den Großbanken kontrollierte private Bank).

    http://www.baltische-rund...

    Nun stellt sich die Frage: was passiert mit Schneeballsystemen?

  2. Liebe Frau Faller,

    ehe ich etwas zu Ihrem Artikel schreibe (es gäbe manches, was einem dazu einfiele—angefangen damit, daß Sie ohne weiteres voraussetzen, die Staatsverschuldung sein ein kapitalistisches Phänomen), würde ich Sie gerne fragen, ob Sie sich auch wirklich sicher sind, daß Lord Keynes ein Amerikaner war?

    • helgam
    • 17.06.2009 um 10:48 Uhr

    Wenn unsere Parlamentarier angesichts der Bankenmaffia nur noch Statisten sind, ist alles schlimme möglich.
    Sehen Sie, wie sie auf unser Grundgesetz pfeifen-obwohl sie doch alle darauf geschworen haben.
    http://www.youtube.com/wa...

    • Chali
    • 17.06.2009 um 10:57 Uhr

    Na, da hat die Frau Faller denn ja gleich ein Thema für nächste Woche:
    "Der Sozialstaat"

    Für mich ist "der Sozialstaat" der Teil der staatlichen (insbesondere kommunalen) Einrichtungen, die sich mit denjenigen unserer Mit-Menschen beschäftigen, die sich nicht selbst helfen können, also z.B. Jugend- und Sozialamt.

    Hingegen betrachte ich die Systeme, die WIR, die Abhängig Beschäftigten, von unseren Beiträgen bezahlen, nicht als "staatlich". Sondern missbräuchlich staatlich okkupiert. Arbeitslosen- Kranken- und Renten-Versicherung wird aus UNSEREN Beiträgen plus/minus Null bezahlt.
    Dass der Finanzminister jährlich % Milliarden der Arbeitslosen-Versicherung entnimmt, ist Missbrauch. Missbrauch der Gelder der Abhängig Beschäftigten. Durch "den Staat". Es wäre ja ganz schön, wenn WIR, die
    Abhängig Beschäftigten, nicht mehr weiter enteignet werden würden, sondern über unser eigenes Geld selbst entscheiden könnten. Und nicht durch Beamte, Freiberufler und ähnliche "Steuerzahler", die ihr Lebtag nichts beigetragen haben.

    Also, wenn ich so an sinnlosen Konsum denke, dann fallen mir eher die "Versicherungsvertreter mit Professorentitel" ((c) Nachdenkseiten) ein

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    • Chali
    • 17.06.2009 um 10:59 Uhr

    SBZ: Staatlich besetzte Zone ...

    • Chali
    • 17.06.2009 um 10:59 Uhr

    SBZ: Staatlich besetzte Zone ...

    • knuham
    • 17.06.2009 um 10:58 Uhr

    die Frage sollte man mal Herrn Köhler (informell versteht sich) vorlegen, unseren Ex-Experten des IWF's. Da müßte man nicht lange auf eine Antwort warten. Aber in seiner jetzigen Funktion wohl eher ein Nebenschauplatz.

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