Gesundheitswesen Krankenkassen erzielen Überschuss
Kein Zeichen von Krise: Das Jahr 2009 hat für die gesetzlichen Krankenkassen finanziell gut begonnen. Sie erwirtschafteten laut Ministerium einen Milliardenüberschuss.
Versicherte bleiben von Mehrkosten vorerst verschont: Aufgrund der finanziellen Überschüsse der Krankenkassen müssten die Unternehmen keine Zusatzbeiträge erheben, sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Das Ergebnis zeige, dass die Ausgabenentwicklung solide gerechnet sei.
Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) warnte allerdings davor, sich von den positiven Zahlen ablenken zu lassen. Die Konjunkturkrise werde mit Sicherheit noch starke Auswirkungen auf die GKV-Finanzsituation haben, sagte Verbandssprecher Florian Lanz.
Schmidt betonte, sie erwarte weiterhin echte Anstrengungen von allen Kassen statt Gejammer und dem voreiligen Ruf nach weiterer staatlicher Alimentierung. "Sich zurückzulehnen und dem Steuerzahler alles aufzubürden geht nicht", betonte sie. Die Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherungen sei in jedem Fall sicher. Der Gesundheitsfond sei solide finanziert.
Die Prognose für den schlimmsten Fall sähen krisenbedingte Beitragsausfälle für den Fonds von bis zu drei Milliarden Euro in diesem Jahr vor. Der Staat gleiche diese Ausfälle mit zinslosen Darlehen aus.
Das Quartalsergebnis ist allerdings auch auf Sondereffekte zurückzuführen: So schloss allein die AOK-Gemeinschaft die ersten drei Monate mit einem Überschuss von 538 Millionen Euro ab. Dabei glichen Sondereffekte wie vorgezogene Vorauszahlungen von Versicherten für ihre Eigenbeteiligung und der frühere Zufluss von Steuergeldern die Ausgabenzuwächse von bis zu mehr als zehn Prozent mehr als aus. Für das Gesamtjahr zeichnet sich bei den AOK-Versicherungen bisher ein ausgeglichenes Ergebnis ab.
Vor kurzem hatte Ulla Schmidt den Kassen noch vorgeworfen, dass sie sich über die Gesetze der Gesundheitsreform stellten. Sie sprach sich dafür aus, dass die Honorare der Ärzte stärker an der Qualität der Patientenversorgung auszugerichten.
Mit der Gesundheitsreform sei festgelegt worden, dass Kassen und Mediziner bis Ende Juni in gemeinsamen Verträgen einen Teil der Hausarzthonorare an eine verbesserte Versorgungsqualität knüpfen. Bisher sei dies aber nicht flächendeckend gelungen.
- Datum 11.06.2009 - 12:46 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, aku, dpa
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oder anders gesagt:
Wissen die KK überhaupt noch, was sie für finanzielle Mittel zur Verfügung haben?
Hier geht es zu wie in einer "mexikanischen Würfelbude" - keiner weiß was eigentlich noch "gehauen und gestochen" ist.
Aber fragen Sie mal die Patienten oder das mittlere medizinische Personal - von den Pflegekräften ganz zu schweigen.
Das, was wirklich kostenintensiv ist, nämlich die kostenlose Vorsorge und die Nachsorge, sowie die seelsorgerischen Pflichten von Ärzten und Schwestern, wurde in den letzten Jahren so massiv abgebaut, dass selbst die Grabrede eines Totengräbers finanziell wertvoller ist als ein Event mit einem Superstar aus Hollywood!
Hier ein Beispiel aus meinem eigenen Umfeld:
Die Patientin wurde zu einer harmlosen OP des hinteren Verdauungstraktes eingewiesen.
Diese OP hatte sie vor ein paar Jahren schon einmal und war eine gesamte Woche in der Klinik - mit Erfolg.
Nun wurde sie wieder operiert - nach einem neuen und kostengünstigeren Verfahren - und schon am übernächsten Tag entlassen. Ein paar Wochen später musste sie zur Nachuntersuchung und nun zieht sie wieder ein, weil die OP nicht so verlief, dass sie hätte erfolgreich sein können.
Resultat: Doppelte Kosten!
Weiter geht es mit den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen für Frauen - sprich der Mammographie:
Heute darf die Patientin dafür "blechen" und geht somit erst überhaupt nicht zum Arzt. Liegt dann der Befund in positiver Form erst einmal vor, dann wird es erst teuer und später spart die Rentenkasse, weil die Patientin tot ist!
Oder nehmen wir die Blutdruck senkenden Mittel:
Hier werden Patienten über Monate auf andere, billigere Präparate umgestellt und haben dafür in diesere Zeit massive gesundheitliche Probleme - bis sie vielleicht den "Löffel" ganz abgeben!
Sehr geehrte Frau Schmidt,
Sie hätten lieber Ackerbauer und Viezüchter werden sollen, aber keine Gesundheitsministerin. Kränkelt dem Bauer sein Vieh, dann schlachtet er es und isst es selber. Leider leben wir nicht in der Südsee und verherrlichen den Kannibalismus, ansonsten könnten Sie ja noch Gourmet-Restaurants betreiben.
Damit lässt sich die Misswirtschaft der -zig KK, die wir haben und die eigentlich keiner braucht, noch besser refinanzieren und die "Nahrungskette" wäre endlich geschlossen.
Richtig, einerseits wird vorauseilend schon nach Milliardenhilfen gerufen, andererseits werden fette Überschüsse - auf Kosten der Versicherten und Ärzte - gehortet.
Das eine gute Versorgung schon lange nicht mehr bei allen, die sie brauchen, ankommt, ist nicht mehr wegzudiskutieren, auch wenn Frau Schmidt permanent das Gegenteil behauptet. Viele Menschen erleben das anders.
Ob bspw. Werbeausgaben der Krankenkassen von mehreren Milliarden € pro Jahr sein müssen, gehört auf den Prüfstand, wie vieles andere auch.
Es wird Zeit, dass sich Ärzte und Versicherte zusammentun und festlegen, was die Politik tun sollte, damit es rund läuft, anstatt sich von der Politik diktieren zu lassen, unter welchen Bedingungen sie arbeiten und wie gut - oder schlecht - sie medizinisch versorgt werden sollen.
Voraussetzung dafür ist aber, dass sich die Ärzteschaft so einheitlich organisiert, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit den versicherten Menschen möglich werden kann. Solange innerhalb der Ärzteschaft weiterhin jeder sein eigenes Süppchen kocht, kann da nichts draus werden.
... erwirtschaftet eine Sparte, die für die gesundheitliche Versorgung der Öffentlichkeit zuständig sein soll, Gewinne?
Anders gefragt: Warum zahle ich, gezwungenermaßen, einen nicht unbedeutenden Anteil meines Lohns an diese Unternehmen, wenn diese ihn nicht zweckgebunden verwenden???
Kann mir das bitte jemand erklären, ich verstehe das nämlich nicht! "Gewinn"?? Das bedeutet für mich eigentlich, dass jemand etwas produziert (oder eine Dienstleistung erbringt) und erfolgreich vermarktet.
Aber die KK erbringen weder eine Dienstleistung (außer man betrachtet Bürokratie als Dienstleistung), noch produzieren sie etwas. Sie sollen die Beiträge in die medizinische Versorgung umleiten. Wenn von denen was übrig bleibt, sind die Beiträge zu senken! Mein Lohn soll doch nicht zu deren Gewinn werden! Wer sackt den eigentlich ein?
Von 1984 bis 1990 arbeitete ich im GeSW der DDR und war für die Beschaffung nichtmedizinischer materieller Güter verantwortlich.
Mein Chef erklärte mir damals, dass es nicht die Aufgabe des GeSW sei, Gewinne zu erzielen und Gelder einzusparen, sondern die geplanten Gelder sinnvoll und zweckmäßig einzusetzen, schließlich ist das GeSW kein produzierender Bereich, sondern erhält das Geld aus dem Staatshaushalt.
Wie wir alle wissen, wurde frei dem MOtto "Einsparungen zu jedem Preis" auch im GeSW der DDR eingespart.
Das eingesparte Geld wurde an den Staatshaushalt zurück geführt und dann anderweitig "verbraten".
Dafür erhielten die Mitarbeiter dann Auszeichnungen und Prämien von Partei und Regierung.
Einen Fehler hatte das ganz:
Es ging auf Kosten der Patienten. Trotzdem nahm sich das Personal immer noch Zeit für ihre Patienten und nicht für eine "Punkte"-Bürokratie, die mehr Zeit kostet als notwendig wäre und zu dem immer unüberschaubarer wird.
Ich für meinen Teil habe damals alles Geld in jedem Jahr untergebracht und somit auch sichergestellt, dass die Patienten nach Jahren langen Wartens endlich täglich warmes Essen bekamen, weil ich ein Krankenhaus unter abenteuerlichen wegen endlich mit Wärmewagen für die Essenversorgung ausrüsten konnte.
Des weiteren bekamen die Einrichtungen auch andere technische Geräte, die zwar nicht erste Wahl waren, dafür fielen diese preislich nicht unter das Invest-Volumen, sondern unter Arbeitsmittel.
Der Arztpraxis war es egal, ob der Kühlschrank an der Seite eine dele hate oder nicht - Hauptsache das Ding funktionierte.
Apropos funktionieren:
Die Arbeitsteilung und die kurzen Wege für die Patienten in den Polikliniken und Landambulatorien halfen auch bei der Kosteneinsparung.
Wir hatten keine EDV, dafür ordentlich geführte Patientenunterlagen, die auch bei Stromausfall noch zu lesen waren, wenn auch mit der Kerze in der Hand.
Das war weitaus billiger als heute. Gehen Sie heute mal in eine Arztpraxis, dann finden sie gleich die doppelte Buchführung vor - der EDV sei Dank!
Letztendlich ist das alles Arbeitszeit, die bei der Patientenbetreuung fehlt.
Immerhin werden in einer Arztpraxis, Dank Frau Schmidt und dem Einfallsreichtum der KK und ärztlichen Vereinigungen, die Computer besser betreut als die Patienten.
Ständig neue und geänderte Software zwingen ständig zur Anschaffung neuer Hardware und Schulungen, die zu Lasten des Budgets der Ärzte gehen - diese sind nämlich für die Schulung ihrer Mitarbeiter verantwortlich.
Kein Wunder, dass die Ärzte auf die Straße gehen - mich wundert nur, dass es die Schwestern und Pfleger nicht auch tun, denn die werden seit Jahren nicht nach ihrer Leistung, sondern nach ihrer Bedürftigkeit bezahlt!
Im Gegensatz zu einem Arzt kann sich eine Schwester nicht regelmäßig ein Wellness-Wochenende in einem Fitness-Hotel leisten.
Übrigens:
Gemeckert haben die Ärzte aus dem Osten schon zu DDR-Zeiten - nur auf einem niedrigeren gesellschaftlichen Niveau, obwohl sie mehr Zeit und Personal hatten, dass sie nicht einmal selbst bezahlen mussten!
Es bricht mich allmählich an, seit 20 Jahren wiederholt sich das Spiel:
Reform --> Patient zahlt mehr --> Kassen jammern, da Reform Mist --> sieh da, plötzlich Milliardenüberschuß --> binnen höchstens 24 Monaten (Zeitraum verkürzt sich stetig fallend) ist das Geld verpufft, nächstes Finanzloch klafft --> Leistungen fallen stetig.
Was ist da eigentlich los???
Die KK's wissen scheinbar nicht mehr, was sie überhaupt im Säckel haben, vor 3 Tagen schrien sie noch nach Geld!?!?
Die Ärzte wissen scheinbar nicht, was sie verdienen - jammerten, hatten dann doch plötzlich mehr als gedacht!?!?
Die Apotheken haben 1.000 € Sonderzahlung erstritten, erbettelt, erpreßt - was auch immer. Wofür, ist mir nicht so recht klar.
Dafür, daß sie mir das günstigste Mittel offerieren? Sollte eigentlich ihre Aufgabe sein.
Könnte es sein, daß einige im Gesundheitswesen sehr genau wissen, an welchem Ventil man drehen muß, damit das Geld, was dem Topf zufließt schnellstens wieder in ihre Taschen abgelassen werden kann? Und wer zuerst kommt, rahmt am besten ab.
In diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß die Pharmaindustrie meist erstaunlich ruhig und gelassen bleibt. Ansonsten schöne Paläste hat und Preise ungehindert willkürlich festlegt wie nirgendwo sonst.
Sollten diese Unternehmen mit Ihren Lobbyisten - die ja auch stets maßgeblich an den 'Reformen' mitstricken - etwa die besten Klempner haben, um benanntes Geld-Ablaßventil höchst effektiv zu bedienen? Irgendwie drängt sich dieser Verdacht auf.
Ich behaupte hier 'mal: dieser unseelige Lobbyismus allerorten bricht uns eines Tages noch endgültig den Hals!
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