Nahost-Friedensplan USA erhöhen Druck auf Netanjahu

US-Nahostbeauftragter Mitchell hat Ägypten und Israel den von Präsident Obama angekündigten Friedensplan vorgelegt. Israels hat zwei Wochen Zeit für eine Reaktion

Jüdische Siedler im Westjordanland

Jüdische Siedler im Westjordanland

Die USA haben eine neue Friedensoffensive für den Nahen Osten gestartet. Während der Nahost-Sonderbeauftragte George Mitchell am Dienstag in Jerusalem bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres eine rasche Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern forderte, berichteten ägyptische Medien von einem neuen Friedensfahrplan für Nahost, den US-Präsident Barack Obama der Regierung in Kairo vorgelegt habe. Dieser Plan sehe ein Ende des israelisch-palästinensischen Konfliktes binnen zwei Jahren vor, hieß es.

Die arabische Zeitung Al-Sharq Al-Awsat berichtete unter Berufung auf Kairoer Regierungskreise, Obama habe der ägyptischen Führung Ende Mai einen Nahost-Friedensplan auf der Basis der sogenannten Zwei-Staaten-Lösung präsentiert. Denselben Plan habe Obama auch dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vorgelegt. Er habe Netanjahu aufgefordert, dazu bis spätestens Ende Juni Stellung zu beziehen.

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Netanjahu traf am Dienstagabend Mitchell. Das israelische Fernsehen berichtete, das Gespräch habe vier Stunden gedauert, die Hälfte davon habe man unter vier Augen gesprochen.

Die ägyptische Regierung habe den Eindruck gewonnen, dass es Obama "wirklich ernst meint", hieß es. Deshalb habe sie nun einen neuen Anlauf genommen, um die rivalisierenden Palästinenserfraktionen zu einer Einigung zu bewegen. Sie habe auch andere arabische Staaten aufgefordert, diese Bemühungen zu unterstützen.

Die Außenminister der Arabischen Liga, die seit Monaten auf die Gründung einer palästinensischen Einheitsregierung drängen, haben für den 17. Juni in Kairo eine Sondersitzung einberufen. Sie wollen über Obamas Nahost-Pläne diskutieren.

"Wir sind alle verpflichtet, die Voraussetzungen für die prompte Wiederaufnahme und den baldigen Abschluss von Verhandlungen zu schaffen", sagte US-Vermittler Mitchell nach seinem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Peres. Er forderte Israel und die Palästinenser auf, ihre Verpflichtungen aus dem Nahost- Friedensplan umzusetzen.

Nach den Verstimmungen der vergangenen Wochen angesichts der US- Forderungen nach einem vollständigen israelischen Siedlungsstopp war Mitchell bemüht, versöhnlichere Töne anzuschlagen. Er betonte, die Verpflichtung der USA für die Sicherheit Israels bleibe "unerschütterlich".

Leser-Kommentare
  1. man kann nur hoffe, dass es obama wirklich ernst meint. druck scheint das einzig wahre mittel zu sein, um die israelische regierung zu ergebnissen zu zwingen. netanjahu muss von den israelfreundlichen ländern einfach mal die meinung gesagt bekommen. stopp der siedlungen ist das minimum, eigentlich müssten die siedler, die dort angesiedelt wurden, wieder in den staat israel zurück umgesiedelt werden. ein staat palästina, unter bestimmten vorraussetzungen (beispielsweise internationale grenzkontrollen, um den waffenschmuggel zu kontrollieren, oder auch auflagen zu demokratischen wahlen, etc.), ist wirklich längst überfällig!

    • HBogon
    • 14.06.2009 um 21:07 Uhr

    Das könnte man durchaus durch weitere Hintergrund-Informationen näher beleuchten. Eine isolierte Betrachtung des Palestina-Konfliktes reicht nicht aus, weil es immer auch um geostrategische Interessen geht, die von den USA vorgegeben werden. Die israelischen Hardliner wären lebensmüde, wenn sie etwas im Alleingang unternehmen würden.

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