Palästina-Rede Netanjahus kleine RevolutionSeite 2/2
Kein Wunder, dass Vertreter der linken und rechten Ränder des politischen Spektrums über die Rede herfallen. Die rechten Kritiker werfen Netanyahu vor, dass er sein eigenes Versprechen gebrochen habe; die linken unterstellen ihm, bewusst so viele Wenn und Abers eingebaut zu haben, dass seine Zwei-Staaten-Lösung ohnehin nur eine Papiervision bleiben werde.
„Netanyahu enthüllte ein zögernde, gewundene und furchtvolle Vision einer Zukunft, die nie kommen wird“, glaubt der ehemalige Meretz-Vorsitzende Yossi Sarid. Auch dass sich Benjamin Netanyahu zwar von der Errichtung neuer Siedlungen distanzierte, aber ein „natürliches Wachstum“ der bestehenden Siedlungen zusagte, um dieses tief beunruhigte Lager zumindest ein wenig zu besänftigen, lässt Sarid an der Ernsthaftigkeit seiner Absichten zweifeln.
Obama wird nun entscheiden müssen, wie er mit diesem Affront umgeht. Schliesslich fordert er einen absoluten Siedlungsstopp. Aber immerhin hat sich Netanyahus Rhetorik ja schon einmal gewandelt. Darauf lässt sich erst einmal aufbauen, das sagen selbst manche Kritiker.
Die große Frage ist jetzt nur, ob das alles genug ist für die Palästinenser. Wenn man ihren ersten Reaktionen folgt, wohl bei weitem nicht.
- Datum 15.06.2009 - 13:44 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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