Chemie Periodensystem bekommt neues Element
Die Tabelle der chemischen Atome erhält jetzt Zuwachs. Das noch namenlose Element 112, das in Darmstadt entdeckt wurde, ist das bislang schwerste im Periodensystem

© kallejipp/Photocase
Da waren es sogar noch 109: Liegt der Chemie zu Füßen – das Periodensystem der Elemente
In der Chemie gibt es klare Regeln und eindeutige Vorschriften. Kein Wunder also, dass das Element 112 erst jetzt, mehr als 13 Jahre nach seiner Entdeckung, endlich in die offizielle Tabelle der Elemente einzieht. Zuständig für das Periodensystem, das die meisten wohl noch aus ihrem Chemieunterricht in der Schule kennen, ist eine Art internationale Chemiker-Behörde. Die IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) verwaltet die Tabelle, die Grundlage für die ein oder andere kopfzerbrechende chemische Gleichung ist.
"Das Entdeckerteam wird in den nächsten Wochen einen Namen vorschlagen", sagte der Leiter der Gruppe, Sigurd Hofmann. Er und seine Kollegen vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt reihen sich in eine erfolgreiche Tradition ihres Instituts ein. Denn auch die Elemente 107 bis 111 wurden mit dem Beschleuniger-Ring der Forschungseinrichtung seit 1981 entdeckt. "Wir freuen uns sehr, dass nun auch das sechste und somit alle bei uns in den letzten knapp 30 Jahren entdeckten Elemente offiziell anerkannt sind", sagte Hofmann.
Die Aufnahme von Elementen ins Periodensystem dauert deshalb so lange, da umfangreiche Gegentests nötig sind, um die Existenz eines Atoms zweifelsfrei belegen zu können. Das nun bestätigte, noch namenlose Element 112 ist 277 Mal schwerer als Wasserstoff, das leichteste aller Atome.
Die massereichen Elemente sind schwer nachzuweisen, weil sie nur den Bruchteil einer Tausendstelsekunde existieren und dann zerfallen. Sie entstehen beispielsweise im Inneren von Sternen. Um so ein Riesen-Atom auf der Erde zu erzeugen, werden zwei leichtere Atomkerne in einer Beschleunigeranlage aufeinander geschossen und so miteinander verschmolzen. Dies erfordert sehr viel Energie, die zudem exakt dosiert sein muss.
Bis Element 112 einen endgültigen Namen erhält, wird es nach den strengen IUPAC-Regeln noch als Ununbium geführt. Die Bezeichnung kommt aus dem Lateinischen und bezieht sich auf Teile der Zahl 112, unum für 1 und bium für 2. An den Experimenten, die zur Entdeckung des Elements führten, waren 21 Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland, Russland und der Slowakei beteiligt.
- Datum 10.06.2009 - 20:13 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, sst, dpa, 10.6.2009 - 19:17 Uhr
- Kommentare 11
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GZ! ;-)
Ich erinnere mich an eine Diskussion, die ich mal in einer Chemie-Vorlesung hatte. Da ging es um den ästhetischen Wert der Elemente. Warum müssen stehen die schweren immer hinten? Neuordnung! Schönheit vor Gewicht!
Um mein Wissen über die schweren Elemente ist es leider irgendwie dürftig bestellt. Liegt Unumbium auf einer dieser - für mich dubios gebliebenen - Stabilitätsinseln?
Schön finde ich, dass es immer noch etwas zu entdecken oder zumindest nachzuweisen gibt. Glückwunsch an die Teilchenforscher!
Zu Beginn hätte ich beinahen einen Satz zum "Erfinder" des heutigen Periodnsystems erwartet - Mendelev/Mendelejeff - ein russischer Wissenschaftler war der Erste der die Elemente nach dem heutigen Prinzip anordnete.
(Er sagt ein paar Elemente voraus - anhand von Gemeinsamkeiten - und kannte zu dem Zeitpunkt keine Edelgase - sie liesen sich nachher gut integrieren)
Aber eigentlich muss mensch damit rechnen, das gerade jede Menge dieser kurzlebigen Biester dazukommen mögen:
Ich habe nämlich mit einem schwarzen Filzmarker auf der Tür meines Kühlschranks feinsäuberlich das Periodensystem notiert. Mit Atom-"Gewicht" in eVolt und allem PiPaPo. Naja, bis der Name raus ist, habe ich wohl noch ein wenig Zeit, doch dann muss ich die letzten Reihen alle mit Lösungsmittel abtragen, um die Liste zu vervollständigen. Was tut man nicht alles, um auf dem laufenden zu bleiben.
Vergnügte Grüße,
Tycho.
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So ich will jetzt nicht behaupten, dass Grundlagenforschung oder sonst irgendeine Forschung unsinnig sei, aber dass solche Forschungen heut zu Tage durchgeführt werden zeugt meiner Meinung nach von falscher Prioritätensetzung. Das einzige, was wirklich gezeigt wurde, ist nicht, dass es das Atom gibt, sondern dass der Mensch es herstellen kann. Und was haben wir davon? Hm das wäre doch mal ein Thema zu dem ich gerne einen Artikel lesen würde...
...jetzt wird die Forschung sich jahrzentelang damit beschäftigen, wie man das Element so lange haltbar machen kann, daß es sich als Granatfüllung für panzerbrechende Waffen eignet.
...jetzt wird die Forschung sich jahrzentelang damit beschäftigen, wie man das Element so lange haltbar machen kann, daß es sich als Granatfüllung für panzerbrechende Waffen eignet.
...jetzt wird die Forschung sich jahrzentelang damit beschäftigen, wie man das Element so lange haltbar machen kann, daß es sich als Granatfüllung für panzerbrechende Waffen eignet.
Na ja, für den Preis einer solchen Granate könnten Sie die ganze Welt kaufen, fürchte ich. Also machen Sie sich darüber keine Sorgen!
Na ja, für den Preis einer solchen Granate könnten Sie die ganze Welt kaufen, fürchte ich. Also machen Sie sich darüber keine Sorgen!
Na ja, für den Preis einer solchen Granate könnten Sie die ganze Welt kaufen, fürchte ich. Also machen Sie sich darüber keine Sorgen!
Lasst auch die restliche Welt am schönen Namen eurer Stadt teilhaben!
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