Vereinte Nationen Vetomächte einigen sich auf Resolution gegen Nordkorea

Zwei Wochen zähen Ringens - herausgekommen ist ein weich gespülter Entwurf einer Resolution gegen Nordkorea. Über Aufforderungen und Appelle geht das Werk kaum hinaus

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Nordkoreanische Raketen, aufgenommen am Kriegs-Museum im südkoreanischen Seoul

Kommt die Resolution im UN-Sicherheitsrat durch, wären die unter anderem wegen eines Atomtests von 2006 verhängten Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet. In dem Gremium, dem insgesamt 15 Staaten angehören, kursierte am Mittwoch nach Angaben von Diplomaten der Text für einen Kompromiss, der das Ergebnis zweiwöchiger zäher Verhandlungen hinter verschlossenen Türen war.

Herausgekommen sei eine abgeschwächte Fassung der ursprünglich vor allem von den USA angestrebten, von China und Russland jedoch abgelehnten schärferen Version, sagten mehrere Diplomaten. Einer von ihnen ergänzte: "Wenn alles gut geht, erwarten wir am Freitag eine Abstimmung."

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In dem Entwurf werden Nordkoreas vor wenigen Wochen unternommener Atomtest sowie die zuletzt unternommenen Raketenstarts "auf das Schärfste verurteilt". Diese seien künftig zu unterlassen, hieß es. Anschließend werden Länder allerdings nur noch aufgefordert, verdächtige nordkoreanische Frachtschiffe zu durchsuchen.

Eine konkrete Vorschrift dazu enthält der Entwurf ebenso wenig wie die verpflichtende Ausweitung von Finanzsanktionen. Stattdessen wird nun ebenfalls lediglich dazu aufgerufen, keine neuen Finanzbeziehungen mit Nordkorea aufzunehmen, es sei denn, es handele sich um Projekte im Bereich der Entwicklungshilfe.

Ein bereits bestehendes Verbot von Waffenexporten durch Nordkorea wurde erweitert. Die Führung in Pjöngjang darf aber weiterhin kleinere Waffen kaufen, vorausgesetzt, die Vereinten Nationen werden über solche Geschäfte informiert.

Die USA hatten eine deutliche Verschärfung jener Sanktionen gewollt, die nach dem ersten Atomtest Nordkoreas 2006 verhängt wurden. Diese wurden allerdings bis vor kurzem kaum beachtet und auch nicht durchgesetzt. Der neue Resolutionsentwurf fordert nun dazu auf.

Der chinesische Gesandte Liu Zhenmin sagte vor Journalisten, sein Land sei mit dem vorliegenden Entwurf zufrieden. Er hoffe, dass der Text angenommen werde, sagte er. Auch Russland unterstützt Diplomaten zufolge den Text. Die westlichen Staaten hoffen daher auf eine einstimmige Annahme im Sicherheitsrat. Als Bremser könnten sich jedoch die Ratsmitglieder Vietnam und Libyen erweisen, befürchteten einige Diplomaten.

Leser-Kommentare
    • Buker
    • 11.06.2009 um 11:39 Uhr

    Dass China und Rußland sich ihrer weltpolitischen Verantwortung so bewußt sind ist doch nun wirklich mal ein Grund zur Freude.

    Warum dann überhaupt eine Resolution? Eine kurze "Weiter-So-Gruß-Karte" hätte es doch auch getan...

  1. Echte weltpolitische Verantwortung käme auf den Sicherheitsrat zu wenn sie die tatsächlichen Machtverhältnisse repräsentieren würde. d.h. frankreich und england raus, und rein müsste u.a. Indien,brasilien,europa,japan ....usw.

    Im grunde macht china mit nordkorea dass was amerika mit israel macht.Also kein grund zu schimpfen.

  2. ..daß sich in Südkorea kein Mensch auch nur annähernd die Sorgen macht, die wir uns hier machen. zumindest war es bis Sonntag so, als ich in Seoul in den Flieger stieg.

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