Freie Wähler Spott und Schelte für Pauli

Gabriele Paulis Idee, bei der Bundestagswahl anzutreten, kommt bei den Freien Wählern nicht gut an. Ihr könnte nun sogar der Fraktionsausschluss drohen

Wenn alles schief läuft, steht sie am Ende alleine da. Ohne Fraktion, ohne Mandat und ohne Unterstützung. Nachdem Gabriele Pauli angekündigt hat, zur Bundestagswahl mit einer eigenen Partei anzutreten, werden bei den Freien Wählern die kritischen Stimmen immer lauter. Denkbar scheint sogar, dass ihre eigene Landtagsfraktion im bayerischen Landtag die umtriebige Solistin demnächst ausschließt.

Hubert Aiwangers roter Kopf auf der Pressekonferenz am vergangenen Montag verriet einiges über die Gefühlslage des Fraktionschefs der Freien Wähler. 1,7 Prozent gewann seine Wählergemeinschaft bei der Europawahl mit Pauli als Spitzenkandidatin –  der Einzug ins Brüsseler Parlament wurde deutlich verfehlt.

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Doch Pauli gab sich von dieser Niederlage ziemlich unbeeindruckt: "Ich finde, wir sollten bei der Bundestagswahl antreten", erklärte sie – zum sichtlichen Missfallen Aiwangers.

Armin Grein, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, ist auch Tage nach der Sitzung immer noch erstaunt über das unangekündigte Vorpreschen der ehemaligen CSU-Rebellin: "Bei dem Ergebnis der Europawahl hatte ich eigentlich gedacht, dass es für alle ein deutlicher Dämpfer sei", sagt er im Gespräch mit ZEIT ONLINE. "Für Frau Pauli war es offensichtlich keiner."

Wenn die Freien Wähler zur Bundestagswahl antreten wollten, müssten sie erstmal eine reguläre Partei werden, gibt Grein zu bedenken. Ob dies von den einzelnen Landesverbänden unterstützt werde, werde sich bei einem Treffen am 20. Juni entscheiden. "Da werden nicht alle laut Hurra schreien", glaubt Grein.

Tatsächlich befinden sich die unabhängigen Wählergemeinschaften in einer schwierigen Situation. Am einflussreichsten sind sie traditionell im Süden der Republik. Während der Bayer Aiwanger bereits erklärt hat, dass er eine Kandidatur im September für verfrüht hält, hatte der Landesverband in Baden-Württemberg noch grundsätzlichere Bedenken und verließ die Bundesorganisation bereits vor einiger Zeit.

Für Landeschef Heinz Kälberer auch im Nachhinein "die richtige Entscheidung". "Gott sei Dank" sei man auf EU-Ebene gescheitert, die Kernkompetenz der Freien Wähler sei schließlich die Kommunalpolitik.

Leser-Kommentare
  1. Frau Pauli macht mit ihrer Ankündigung, eine andere Partei gründen zu wollen
    deutlich, dass sie mit den Zielen und Grundwerten der Freien Wähler nicht
    mehr übereinstimmt und nicht glaubt, dass diese eine Lösung für die Probleme
    unserer Zeit haben.

    Dies schadet dem Bild der Partei in der Öffentlichkeit. Ein solches
    parteischädigendes Verhalten kann nur einen Parteiausschluss zur Folge haben.

    Frau Pauli sollte Rückgrat beweisen und ihr Mandat zurückgeben.

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    Nur zur Richtigstellung: Die Freien Wähler sind keine Partei, sondern eine Bürgerbewegung. Deshalb gelten dort auch andere Strukturen als in den streng hierarchisch von oben nach unten durchgegliederten Parteien.

    Frau Pauli sollte Rückgrat beweisen
    das wird Sie wohl auch tun, aber vermutlich anders als Sie sich das vorstellen.

    Nur zur Richtigstellung: Die Freien Wähler sind keine Partei, sondern eine Bürgerbewegung. Deshalb gelten dort auch andere Strukturen als in den streng hierarchisch von oben nach unten durchgegliederten Parteien.

    Frau Pauli sollte Rückgrat beweisen
    das wird Sie wohl auch tun, aber vermutlich anders als Sie sich das vorstellen.

    • knuham
    • 10.06.2009 um 22:27 Uhr

    Sollte es zutreffen, was ich hier voraussetze, daß das symbolische "Haberfeldtreiben" in München so kurz vor der EU-Wahl die Stimmungslage einger FW in Bayern ausdrückte, dann ergibt sich doch für den Betrachter eine große Bandbreite der politischen Ausdrucksfähigkeit in der Gruppierung der FW, zumal wenn man sich an die Antrittsrede von Frau Dr. Pauli im Bayerischen Landtag zurückerinnert.

    Enttäuschte Milchbauern-Folklore und nüchterne Abrechnung mit dem BayernLB und der selbstherrlichen CSU wollen erst einmal unter einen Hut gebracht werden. Wenn die unterschiedlichen Anliegen keine einheitliche Strategie erlauben, müssen sich die Beteiligten natürlich darüber klar werden, ob sie ggf. getrennt auch über die notwendigen Ressourcen verfügen, ihre ergeizigen Ziele weiterzuverfolgen.

    Die FW waren im EU-Wahlk(r)ampf in eingen Landkreisen im Vergleich zur Landtagswahl im Herbst nicht präsent. Die Wahlkämpfer der FW scheinen nur dann aktiv zu werden, wenn es um die eigenen Mandate im Kreistag oder der Gemeinde geht, aber nicht um die Mandate der Landesliste. So wie es aussieht, hat also Frau Pauli nicht allzuviel Unterstützung zu verlieren. Schade eigentlich.

  2. Sie wissen, dass die Butter oben auf das Brot gehört und nicht in den Kühlschrank.
    Chancenlos traten FWler bei der Europawahl an. Aber es gibt gut Eurogeld fürs heimgeholte Stimmvieh.
    Bei der Bundestagswahl ist's nicht ganz dicke; da geht es um die Mitglieder in Zahlen. Aber trotzdem.

    Einen schönen Namen wüsste ich noch: Quelle.

    _____________________________________________________
    Sie werden Deutschland nie regieren - Sie nicht!
    (Gerhard Schröders wahre Worte)

  3. 4. ...

    Unabhängig von Ihren politischen Kompetenzen, zu denen ich mir kein Urteil erlauben kann, muss man gestehen, dass Frau Pauli die mit Abstand (optisch) attraktivste unter den bekannten Politikerinnen Deutschlands ist. Gut, an die ukrainische Ministerpräsidentin (bzw. Präsidentin?) mag sie nicht heranreichen, aber für deutsche Politik-Verhältnisse sieht sie doch ganz gut aus. :-)

  4. Dass die freien Wähler bei der Europawahl unter 3 % bekamen, lag bestimmt mit daran, dass Fr. Pauli Spizenkandidatin der freien Wähler war. Die Frau ist für jeden vernünftig denkenden Menschen das KO-Kriterium, freie Wähler zu wählen. Es wäre ein Glück für die freien Wähler, wenn sie Fr. Pauli wieder los würden.

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    Mega-out sind falsche Zahlen
    In Bayern erreichten die FW mit Frau Pauli als Spitzenkandiadaten für das EU-Parlament
    satte 7% der Stimmen, in einzelnen Wahlkreien bis zu 18 % !

    Und das obwohl die Unterstützung durch die FW vor Ort , wohl "aus Protest", bereits unterblieb.

    Mega-out sind falsche Zahlen
    In Bayern erreichten die FW mit Frau Pauli als Spitzenkandiadaten für das EU-Parlament
    satte 7% der Stimmen, in einzelnen Wahlkreien bis zu 18 % !

    Und das obwohl die Unterstützung durch die FW vor Ort , wohl "aus Protest", bereits unterblieb.

  5. Nur zur Richtigstellung: Die Freien Wähler sind keine Partei, sondern eine Bürgerbewegung. Deshalb gelten dort auch andere Strukturen als in den streng hierarchisch von oben nach unten durchgegliederten Parteien.

    Antwort auf "Mandat zurückgeben!!!"
  6. Mega-out sind falsche Zahlen
    In Bayern erreichten die FW mit Frau Pauli als Spitzenkandiadaten für das EU-Parlament
    satte 7% der Stimmen, in einzelnen Wahlkreien bis zu 18 % !

    Und das obwohl die Unterstützung durch die FW vor Ort , wohl "aus Protest", bereits unterblieb.

    Antwort auf "Fr. Pauli ist mega-out"
  7. Frau Pauli sollte Rückgrat beweisen
    das wird Sie wohl auch tun, aber vermutlich anders als Sie sich das vorstellen.

    Antwort auf "Mandat zurückgeben!!!"

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