Schweinegrippe WHO erwägt höchste Pandemie-Warnstufe

In der japanischen Schule in Düsseldorf sind 30 Kinder an Amerika-Grippe erkrankt. Auch in Australien steigt die Zahl der Fälle. Heute könnte die WHO Warnstufe 6 ausrufen

In Japan tragen viele Grundschüler inzwischen Atemschutzmasken gegen die Grippe. Einige Schulen wurden geschlossen. Nach dem Ausbruch der Krankheit in der japanischen Schule in Düsseldorf stehen die Schüler unter Quarantäne

In Japan tragen viele Grundschüler inzwischen Atemschutzmasken gegen die Grippe. Einige Schulen wurden geschlossen. Nach dem Ausbruch der Krankheit in der japanischen Schule in Düsseldorf stehen die Schüler unter Quarantäne

Die sogenannte Schweinegrippe ist weiterhin im Umlauf. Mindestens 30 Kinder der japanischen Schule in Düsseldorf haben sich mit der Amerikanischen Grippe angesteckt, meldet das Gesundheitsamt.

Den Kindern gehe es überwiegend gut, zwei von ihnen seien schwerer erkrankt, sagte der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Heiko Schneitler. Alle Betroffenen befänden sich zu Hause in Quarantäne. Da weitere Kinder über Beschwerden klagten, sei mit mehr Fällen zu rechnen.

Insgesamt gehen rund 560 Kinder in die japanische Schule. Die Schulleitung erklärte, die Schule werde bis mindestens Ende nächster Woche geschlossen bleiben. Wie das H1N1-Virus eingeschleppt wurde, war zunächst unklar. Die Zahl der Fälle in Nordrhein-Westfalen stieg mit den neuen Infektionen auf mehr als 40.

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Erst am Montag waren bundesweit 19 neue Fälle von Amerikanischer Grippe bekannt geworden, davon vier in Nordrhein-Westfalen.

Weltweit sind seit dem ersten Auftreten des neuen Influenza-Erregers in Mexiko im Mai dieses Jahres knapp 28.000 Menschen daran erkrankt. 141 Grippe-Patienten sind gestorben.

Die weltweite Epidemie der Amerikanischen Grippe verläuft im Vergleich zur "gewöhnlichen Grippe" – die in Deutschland im Winter, auf der Südhalbkugel dagegen zu unserer Sommerzeit auftritt – recht harmlos. Während der normalen Grippewellen sterben allein in Deutschland jedes Jahr 8.000 bis 11.000 Menschen, darunter vor allem Senioren und Kinder. In Jahren mit besonders schweren Epidemien, wie in der Saison 1995/96, kann es hierzulande auch mal zu 30.000 Toten kommen. Allerdings gibt es gegen die seit langem bekannten Erreger wirksame Impfstoffe.

Die Entwicklung der Vakzine gegen die so genannte Schweinegrippe ist inzwischen so weit, dass mit der Produktion begonnen werden kann. Die Herstellung der saisonalen Impfstoffe für die anstehende Grippesaison auf der Südhalbkugel sowie die nächste Winter-Grippesaison in Europa wird nach Ansicht von Experten davon nicht mehr beeinträchtigt. Im Herbst könnten also Impfstoffe gegen die Amerikanische Grippe zur Verfügung stehen.

Inzwischen erwägt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Erhöhung der Grippealarmstufe. "Wir rechnen damit, dass die WHO in nächster Zeit die Phase 6 des Pandemieplanes ausruft. Denn laut Definition sind die Bedingungen dazu erfüllt," sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker. Dazu muss es auf mindestens zwei Kontinenten zu einer fortgesetzten Mensch-zu-Mensch- Übertragung kommen.

Leser-Kommentare
  1. Der wichtigste Satz in dem Artikel ist:
    "Die weltweite Epidemie der Amerikanischen Grippe verläuft im Vergleich zur "gewöhnlichen Grippe" – die in Deutschland im Winter, auf der Südhalbkugel dagegen zu unserer Sommerzeit auftritt – recht harmlos. "
    Man muss genau lesen, bis man ihn findet.
    Irgendwelchen Leuten scheint es immer wieder Spaß zu machen, Panik zu verbreiten.

  2. Im Vergleich zum Vogelgrippe-Virus, das eine hohe Virulenz, aber eine geringe Übertragungsrate von Mensch zu Mensch besaß, scheint es bei diesem neuen Virus eher umgekehrt zu sein.

    Nach gefälschten Fallzahlen aus Mexiko besteht Unsicherheit über Virulenz des Erregers. Die Diagnose des A/H1N1-Virus ist schwierig und war unter den mexikanischen Gesundheitsbedingungen nicht möglich.

    Die Überprüfung der Todesfälle in kanadischen Labors hatte ergeben, dass nur sieben Tote auf den Schweinegrippe-Erreger zurückzuführen sind statt 159, wie Mexiko zunächst gemeldet hatte.

    Geht man realistischerweise von etwa 25.000 Ansteckungen und sieben Todesfällen aus, kommt ein Toter auf 3000 Infizierte. Das ist weniger als bei einer normalen Influenza epidemica.

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