Energieversorgung Afrika soll Deutschland mit Solarstrom versorgen
Ein Firmenkonsortium will den Energiebedarf Deutschlands ab 2019 mit in Afrika gewonnenem Sonnenstrom stillen. Geplant sind gewaltige Solarkraftwerke in den Wüsten
An dem Projekt Desertec sind der Süddeutschen Zeitung zufolge zwanzig großer Konzerne beteiligt: Sie planen, deutsche Haushalte mit Solarstrom aus Afrika zu versorgen. Der Bau riesiger Sonnenkraftwerke in den Wüsten des Kontinents solle 400 Milliarden Euro kosten und in zehn Jahren den ersten Strom liefern, heißt es in dem Bericht. Das Projekt gelte als eine der größten privaten Ökostrom-Initiativen aller Zeiten.
Die Beteiligten wollen so das Energiepotenzial der Wüsten südlich des Mittelmeeres erschließen. Denkbar seien Solarkraftwerke an mehreren Standorten Nordafrikas, sagte Torsten Jeworrek, Vorstand beim weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück, der laut der Zeitung einer der Initiatoren des Projektes ist.
Wissenschaftler, Politiker und Manager verfolgen die Idee afrikanischen Solarstroms schon seit Jahren. Bislang aber ließ sich kein Großprojekt in Afrika realisieren. Wegen der schwindenden Ressourcen insbesondere fossiler Energieträger suchen Forscher intensiv nach Alternativen.
Der Transport der Elektrizität über mehrere Tausend Kilometer gilt als technisch problemlos machbar. Um Verlust zu vermeiden, muss die Energie als Gleichstrom, nicht wie etwa bei den bisher üblichen Hochspannungsleitungen als Wechselstrom, nach Europa fließen. Siemens und der schweizerische ABB-Konzern sind als Entwickler solcher Anlagen weltweit führend.
Kraftwerke der geplanten Art stehen bereits in der kalifornischen Wüste und in Spanien. Spiegel bündeln das Sonnenlicht, dessen Energie Wasser zu Wasserdampf erhitzt, der seinerseits Turbinen antreibt. Damit unterscheiden sich diese Anlagen von Fotovoltaik-Systemen, in denen Solarzellen elektrischen Strom erzeugen.
Mitte Juli wollen sich die Desertec-Initiatoren zu einem Konsortium für das Vorhaben zusammenschließen, hieß es. An die Spitze der Gruppe stellte sich laut SZ die Münchener Rück. "Wir wollen eine Initiative gründen, um in den nächsten zwei bis drei Jahren konkrete Umsetzungspläne auf den Tisch zu legen", sagte Vorstand Jeworrek. Bereits am 13. Juli würden die Firmen zur konstituierenden Sitzung in München zusammenkommen.
Nach Angaben von Deutschlands größter Solarfirma Solarworld ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Initiator des Projektes. Ob sich Solarworld auch daran beteiligen wird, wollte Unternehmenschef Frank Asbeck am Dienstag nicht sagen.
Noch ist Teilnehmerliste unter Verschluss – doch die Deutsche Bank meldete ihr Interesse am Dienstag offiziell an: Man würde sich grundsätzlich an einem solchen Kraftwerksbau beteiligen. "Es ist ein sehr interessantes Projekt, aber es gibt noch keinen konkreten Vertragsabschluss", sagte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses. Auch ein Sprecher des Energieversorgers RWE sprach auf Nachfrage von einem "interessanten Projekt". Der Zeitung zufolge gehören zu dem Konsortium neben der Münchener Rück, der Deutschen Bank und RWE auch der Siemens-Konzern. Auch Bundesministerien und der Club of Rome sollen bei der Gründung mit am Tisch sitzen.
Für das Projekt Desertec will die Gruppe mittelfristig auch europäische und nordafrikanische Partner gewinnen. "Bei Italien und Spanien sind wir sehr optimistisch, auch aus Nordafrika bekommen wir viele positive Signale", sagt Jeworrek. Etwa 15 Prozent der europäischen Stromversorgung ließen sich beim geplanten Investitionsvolumen decken.
Solarworld sieht die Pläne des Konsortiums eher skeptisch. "Baut man die Solarkraftwerke in politisch instabilen Ländern, bringt man sich in die gleiche Abhängigkeit wie beim Öl", sagte Unternehmenschef Asbeck der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem gebe es noch keine Stromnetze, die diese Strommengen transportieren könnten. Grundsätzlich sei es aber richtig, Solarstrom dort zu produzieren, wo es am günstigsten sei.
- Datum 13.07.2009 - 08:04 Uhr
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- Serie Energie
- Quelle ZEIT ONLINE, tst, Reuters, dpa, 16.6.2009 - 12:31 Uhr
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1. Vor Allem der Preis: "30 € je Haushalt und Jahr" als Mehrkosten je Haushalt - das ist einfach gelogen!
Der Strom im spanischen Parabolrinnenexperiment kostet (trotz massiver Subvention beim Bau!) ungefähr 20 ct/KWh. Wohlgemerkt OHNE Netzkosten! "Konventioneller" Strom kostet 3 bis 5 ct/KWh.
Dann würde sich der Strompreis frei Haushalt in Deutschland sich also fast verdoppeln (von jetzt 20 auf dann 35 ct/KWh). und Jede/r kann sich leicht ausrechnen, was dann wirklich je Haushalt mehr bezahlt werden muss.
Übrigens hat das PR-KW in Spanien erhebliche technische Probleme.
2. Sonne scheint nur tagsüber - also soll gespeichert werden.
Dass diese Speicher bereits so teuer sind, dass sich Speichern eben NICHT lohnt, wird verschwiegen.
3. Technisch machbar ist ein solches Projekt sicherlich - das ist aber nicht neu! Gleichstromleitungen sind sogar die ersten Leitungen gewesen (19. Jhdt.), die Spiegeltechniken sind auch uralt.
Nur: Die Probleme sind eben bis heute nicht gelöst.
Beispiel: Wechselrichter in Solaranlagen sind i.d.R. nur 10 Jahre funktionsfähig (sind aber mit das teuerste Bauteil einer Anlage).
4. Resultat:
Das Ganze ist ein Programm zur Bereicherung von - grob gesagt - Betrügern.
Weiterhin:
Es gibt immer noch die Berechnung für einen Windkraftpark in Westafrika (Marokko und südlicher).
Als diese erstellt wurde, war von großzügigen Subventionen noch nicht die Rede - ergo wurde viel Wert darauf gelegt, dass diese Anlage Strom zu gleichen Preisen liefert, wie konventioneller Strom.
Heute wird fast schon grundsätzlich Förderung gefordert.
Grundsätzlich gilt:
Alles, was teurer ist, steht zumindest im Verdacht, insgesamt auch mehr Energieaufwand zur Herstellung gehabt zu haben.
Auch energieerzeugende Maschinen und Techniken werden selbstverständlich mit konventioneller (also "schmutziger") Energie produziert.
was dann an "sauberer" Energie wieder produziert wird, ist offenbar weit weniger, als an "schmutziger" Energie verbraucht wurde.
Das zeigt sich letztendlich am Preis für diese "saubere" Energie, einfach nachprüpfbar am Preis je KWh.
Dieses Problem wird auch hier einfach ignoriert.
Dabei gibt es längst DIN-Normen zur Berechnung des Energieaufwandes.
Statt gemäß solchen DIN-Normen nachprüfbare Bechnungen vorzulegen, wird auch hier einfach nur behauptet.
Ich nenne das:
Betrug
Nicht zu vergessen, wie groß würde der Verlust auf die Entfernung sein 30%, 40% oder noch mehr.
Nicht zu vergessen, wie groß würde der Verlust auf die Entfernung sein 30%, 40% oder noch mehr.
wurde auch langsam Zeit. Es behagt mir zwar nicht besonders, wiederrum von Großkonzernen abhängig zu sein, aber immer noch besser als der status quo.
Desweiteren wäre es doch vernünftig, an den selben Orten/Anlagen in wirtschaftlichen Mengen Wasser zu spalten - z.B duch Elektrolyse. Zwei Fliegen mit einer Klappe...
Gibt es ein sicheres Land in Afrika in dem 400 Milliarden Euro wirklich sicher angelegt sind??
Ich denke es wäre besser dieses Projekt in Südspanien, Kanarische Inseln, Sizilien oder Südgriechenland unterzubringen. Also auf europäischem Gebiet.
Etwas weniger Wirkungsgrad, aber mehr Investitionssicherheit ist das was langfristig zählt.
`yato` war ein paar sekunden schneller als ich mit seinem beitrag.
Ich sehe auch die Problematik so einen Projekt ausserhalb Europa und insbesondere in Afrika zu realisiseren. MAcht sich Europa Schlussendlich doch nicht wieder abhaengig? Wie soll die Versorgungssicherheit gewaehrleistet werden? Wie sollen die Anlagen geschuetzt werden? etc....
Ich faende ein Verteilung von Solaranlagen in Suedeuropa (und ueberhaupt in ganz Europa) allemal sinnvoller.
Gruss
Aufgabe erwartet unsere Bundeswehr:
Solaranlagen bewachen.
"Sicher" ist immer dort, wo es Investitionen zu verteidigen gibt.
Wenn da ernsthaft Geld runtergeschickt werden sollte, klappt es sicher ganz plötzlich auch "mit dem Nachbarn":-)!
`yato` war ein paar sekunden schneller als ich mit seinem beitrag.
Ich sehe auch die Problematik so einen Projekt ausserhalb Europa und insbesondere in Afrika zu realisiseren. MAcht sich Europa Schlussendlich doch nicht wieder abhaengig? Wie soll die Versorgungssicherheit gewaehrleistet werden? Wie sollen die Anlagen geschuetzt werden? etc....
Ich faende ein Verteilung von Solaranlagen in Suedeuropa (und ueberhaupt in ganz Europa) allemal sinnvoller.
Gruss
Aufgabe erwartet unsere Bundeswehr:
Solaranlagen bewachen.
"Sicher" ist immer dort, wo es Investitionen zu verteidigen gibt.
Wenn da ernsthaft Geld runtergeschickt werden sollte, klappt es sicher ganz plötzlich auch "mit dem Nachbarn":-)!
`yato` war ein paar sekunden schneller als ich mit seinem beitrag.
Ich sehe auch die Problematik so einen Projekt ausserhalb Europa und insbesondere in Afrika zu realisiseren. MAcht sich Europa Schlussendlich doch nicht wieder abhaengig? Wie soll die Versorgungssicherheit gewaehrleistet werden? Wie sollen die Anlagen geschuetzt werden? etc....
Ich faende ein Verteilung von Solaranlagen in Suedeuropa (und ueberhaupt in ganz Europa) allemal sinnvoller.
Gruss
Auch wenn ich Ihre bedenken prinzipiell nachvollziehen kann und sogar ein Stück weit teile, begrüße ich doch die Idee das ganze Projekt nach Afrika zu verlagern, VORRAUSGESETZT, dass die lokalen Bevölkerungen von den Projekten ebenfalls profitieren und die Gewinne nicht nur dem Konsortium zugute kommen.
Meiner Meinung nach birgt diese Projekt, neben den ökologischen Gesichtspunkten, jedenfalls auch beträchtliches Entwicklungspotential für diese Länder.
ICH WÜNSCHE ALLES GUTE!!!
der afrikanischen Bevölkerung zu erklären, dass wir ihr Gebiet nutzen, um unseren Strom zu produzieren. Spätestens ein Staatsführer ala Chavez wird die Anlage schlicht enteignen und den Strom an sich selbst liefern. Oder im besten Fall damit drohen und milliardenschwere Ausgleichszahlungen fordern.
Zu Süd- und Südosteuropa: Warum sollen die für uns Strom produzieren, wenn sie ihn selber nutzen können? Hier streitet man inzwischen wegen jeder Windkraftanlage und da wollen sie Italien, Spanien und Griechenland mit deutscher Solartechnik vollpflastern. Die werden begeistert sein.
Solarstrom aus Afrika für Europa:
Diese Idee habe ich schon von Prof. Bölkow zur Zeit des schwarz/weiß Fernsehens als Vortrag gesehen. Er sagte, dass man dort in der afrikanischen Wüste den gesamten Strom für Europa per Fernleitung herstellen könne, hat anscheinen bis dato noch keinen Umweltpolitiker, wie Sigmar Gabriel, interessiert. Er ist gerade dabei, die gebauten Biogasanlagen bankrottgehen zu lassen. mehr unter www.spd-ruiniert-mittelst...
Zu Ehren von Herrn Prof. Bölkow, einen Hinweis auch in der Presse auf seine damilige öffentliche Idee zur Energieversorgung Europas zu geben wäre mehr als angebracht.
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