Finanzkrise Vier US-Banken kaufen sich frei
Vier US-Großbanken haben milliardenschwere Staatshilfen zurückgezahlt, und sich so von der Kontrolle der amerikanischen Regierung befreit.
JPMorgan Chase erstatte die von der Regierung erhaltenen 25 Milliarden Dollar auf einen Schlag zurück, wie das Kreditinstitut mitteilte. Morgan Stanley überwies nach eigenen Angaben zehn Milliarden Dollar an das Finanzministerium, U.S. Bancorp 6,6 Milliarden Dollar und BB&T 3,1 Milliarden Dollar.
Zehn der größten US-Banken hatten kürzlich die Erlaubnis erhalten, Staatshilfen an die Regierung zurückzahlen. Das US-Finanzministerium hielt die Bilanz der Institute für stabil genug und gab grünes Licht für die Rückerstattung von insgesamt 68 Milliarden Dollar.
Viele Banken wollen die Gelder aus dem sogenannten TARP-Programm rasch zurückgeben, um den Einfluss der Regierung auf Managergehälter und Dividendenzahlungen zu beenden. Zudem haben einige Institute erklärt, sie benötigten keine Hilfen, und die Einmischung der Regierung sei ein Wettbewerbsnachteil. Dagegen will die Regierung sicherstellen, dass die Banken auch nach Rückzahlung der Gelder stark genug sind, die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.
Im Rahmen des Programmes Tarp (Troubled Asset Relief Program) hat die US-Regierung einen Topf von 700 Milliarden Dollar zurückgelegt, um Banken aus der Krise zu helfen. Rund 650 Milliarden Doller wurden davon ausgegeben. Wird Geld von Banken zurückgezahlt, fließt das wieder vollständig in das Not-Programm Tarp ein.
- Datum 17.06.2009 - 19:50 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, mm
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Nein, eine dauerhafte Staatsbeteiligung oder eine Zerschlagung (geordnete Abwicklung) der Bank hätte auch die amerikanische Ehre und Tradition zerstört. JPMorgan Chase gibt es seit 1799, Goldman Sachs seit 1869. Diese Banken haben die letzte Weltwirtschaftskrise in privater Hand überstanden, warum diese nicht? Und das, obwohl fast jede größere Wirtschaftskrise von Problemen und Insolvenzen bei eben diesen Großbanken ausgelöst wurde. Man sollte nicht glauben, dass Obama etwas daran ändert. Lehman wurde noch von Bush geopfert und war nur ein Bauernopfer – wie in Deutschland die HRE, die sogar noch fortbestehen soll.
Die richtige Vorgehensweise ist das nicht. Es ist überhaupt nicht zu begründen, warum einzelne Großbanken trotz mehrmaligen Scheiterns und Stützungen durch den Staat über Jahrhunderte hinweg bestehen sollen. Wenn der Kollaps einzelner Banken das System destabilisiert, soll der Staat die wichtigsten Schulden abbezahlen und die Bank dann zerschlagen. Falls dies öfter passiert und selbst durch Regulierung nicht zu vermeiden ist, sollte das Bankwesen gleich verstaatlicht werden – das wäre marktwirtschaftlicher und ordnungspolitischer gedacht als ein derartiger Staatskapitalismus.
Dass dies nicht geschieht, legt nahe, dass der Einfluss der genannten Großbanken auf die USA unermesslich groß sein muss. Nur wenige Monate hatte die Politik also formal eine kleine Kontrolle über die Großbanken, und selbst die wurde nicht genutzt. Jetzt ist auch diese Zeit offenbar wieder vorbei.
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