Obamas Pläne Mehr Macht für die Notenbank
Künftig sollen die mächtigsten Finanzmarkt-Akteure von der Fed überwacht werden. Am Mittwoch will Präsident Obama seine Pläne vorstellen. Kritik regt sich schon jetzt
Es soll der große Wurf werden, die umfassendste Finanzreform, die Amerika seit 70 Jahren erlebt hat. Die Regierung will die Finanzaufsicht komplett umbauen, fast jeder Winkel der Bankenwelt wird davon berührt. Eine zentrale Idee ist, die Notenbank Federal Reserve zur Wächterin über die mächtigsten Finanzinstitutionen zu machen. Zugleich müssen diese strengere Regeln hinsichtlich ihrer Kapitalausstattung und Liquidität erfüllen.
Parallel zur Notenbank soll ein "Rat der Regulierungsbehörden" gegründet werden. Durch eine neue Aufsichtsbehörde will Washington zudem Durchschnittsbürger und Investoren stärker vor den Risiken der Finanzwelt schützen. Schließlich sollen Unternehmen, deren Zusammenbruch weite Teile der Wirtschaft mit in den Abgrund reißen könnte, im Krisenfall geordnet abwickeln werden können.
"Der Rahmen unserer Finanzregulierung ist übersät mit Lücken, Schwächen und sich überschneidenden Zuständigkeiten und sie leidet unter einem veralteten Verständnis von Risiko", schrieben Finanzminister Timothy Geithner und Obamas Wirtschafts-Spitzenberater Larry Summers in der Washington Post. Weil immer mehr und immer schneller neue Finanzprodukte aufgelegt worden seien, habe die Aufsicht nicht mehr Schritt halten können. Das soll sich nun ändern.
Die Ausgabe von Kreditverbriefungen soll stärker kontrolliert werden, ebenso der Derivate-Markt. Hedge Fonds müssen sich registrieren lassen und rücken von einer bestimmten Größe an ins Visier der Behörden. Exotische Finanzinstrumente sollen transparenter werden. Und es soll Schluss sein mit hochriskanten, kreditfinanzierten Zockereien, die großen Schaden anrichten, wenn sie schief gehen.
Noch bevor die Pläne offiziell auf dem Tisch liegen, wird erste Kritik laut. Das Wall Street Journal bemängelt, es sei noch unklar, mit welchen Instrumenten die Fed ihre neue Macht gegen Finanzfirmen durchsetzen soll. Die Entwirrung der Aufsichtsbehörden geht dem Blatt nicht weit genug.
Härter fällt das Urteil des früheren Chefvolkswirtes des Internationalen Währungsfonds, Simon Johnson, in Reaktion auf den Aufsatz von Geithner und Summers aus: "Die Auslassungen in diesem Dokument sind atemberaubend." Weder stehe dort etwas über die Entlohnungspraxis in der Branche, noch darüber, dass der totale Zusammenbruch einer Unternehmensführung in Großbanken zu exzessiver Risikobereitschaft führte. "Alles in allem gibt es hier keine Überraschungen", meint Johnson, derzeit Wirtschaftsprofessor an der MIT Sloan School of Management. "Stein für Stein bauen wir an dem Fundament der nächsten Finanzkrise", die noch heftiger ausfallen dürfte als die derzeitige. "Aber dann sind die Autoren vermutlich nicht mehr im Amt."
Auch im Kongress wird Obamas Reform nicht nur auf Freunde stoßen. Manchen Abgeordneten ist die Machtfülle der US-Notenbank schon jetzt zu groß.
- Datum 16.06.2009 - 12:34 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, sp, dpa
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Die FED soll den Finanzmarkt überwachen? Eine schöne Symbolik, die auch dem Letzten klarmachen dürfte, wie ERNST das mit der Kontrolle der Finanzmärkte gemeint ist....
Man muss nur die Sichtweise ändern:
Nicht das Volk kontrolliert die Banken, sondern die Banken haben eine weiter verbesserte Kontrolle über das Volk.
Es kursierten schon vor knapp zwei Jahren Verschörungstheorien, die die Ausweitung der Befugnisse von FED, IWF etc. absolut korrekt vorhersagt haben. Dazu brauchte man "nur mal" eine echte Krise, um das zu rechtfertigen.
Man muss nur die Sichtweise ändern:
Nicht das Volk kontrolliert die Banken, sondern die Banken haben eine weiter verbesserte Kontrolle über das Volk.
Es kursierten schon vor knapp zwei Jahren Verschörungstheorien, die die Ausweitung der Befugnisse von FED, IWF etc. absolut korrekt vorhersagt haben. Dazu brauchte man "nur mal" eine echte Krise, um das zu rechtfertigen.
Pure Enttäuschung!
Schade das ausgerechnet die Fed (die so wenig federal also bundeststaatlich ist wie Federal Express inc.) eine Macht und Kontrollposition bekommt die in der Geschichte ihres gleichen sucht.
Wir sollten aufpassen das die anglo-amerikanische Hochfinanz,die durch ihre aggressiven "Leitvorgaben" seit Jahrzehnten die Rahmenbedingungen der internationalen Märkte dominiert,eben diese Krise durch Senkung des Lei(d)tzinses und Deregulierung der Derivatmärkte+das führen eines höheren Lebensstandards von John Doe durch Anstiftung der Banken(Subprime krise),die Angst die durch Verwerfungen der Finanzmärkte entsteht NICHT zu ihren Gunsten nutzen kann.
Oder wie es der Globalist,Bilderberger, Mitglied des Council on Foreign Relations und President Obamas Chief of staff in einem Interview mit dem Wallstreet Journal sagte:"You never want a serious crisis to go to waste. And what I mean by that is an opportunity to do things you think you could not do before".
So viel zur schönen neuen Welt wo die Banken die Banken Kontrollieren und der Staat(Steuerzahler - Ich und DU) für ebensolche bürgt weil das Monstrum einfach zu groß geworden ist um sich von ihm zu lösen(Systemrelevanz).
Also laßt unser Konformistentum aufleben und schwenkt eure Fahnen auf denen steht,rettet die Banken - enteignet das Proletariat!
An die Zeitredaktion,
es wäre von transnationalem Interesse wenn sie uns aufklären könnten was sich bei den sagenumwobenen Bilderberger Treffen inhaltlich abspielt,da der normale Plebs ja nicht auf geheimdienstliche Mittel zurückgreifen kann und leider größtenteils auf andere Medien die wirtschaftlichen oder politischen Interessen unterworfen sind zurückgreifen muss.
Lang lebe die dezentrale schwer zu zensierende Struktur des Netzes!
Man muss nur die Sichtweise ändern:
Nicht das Volk kontrolliert die Banken, sondern die Banken haben eine weiter verbesserte Kontrolle über das Volk.
Es kursierten schon vor knapp zwei Jahren Verschörungstheorien, die die Ausweitung der Befugnisse von FED, IWF etc. absolut korrekt vorhersagt haben. Dazu brauchte man "nur mal" eine echte Krise, um das zu rechtfertigen.
Sehr gut! Wie Recht Obama mit dieser Entscheidung hat sieht man an der ersten Reaktion der Banken: sie sind über die Maßnahmen zum künftigen Verbraucherschutz erzürnt...
Wer jetzt kritisiert, das sei die falsche Behörde, oder zu viel oder zu wenig an Regulierung, der verkennt, dass letztlich einfach schnell gehandelt werden muss, um den Lindwurm aufzuhalten. Eine mutige Entscheidung, die richtungsweisend sein wird.
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