Klimawandel „Wachstum hat religiösen Charakter“

Klimaforscher diskutieren erstmals mit Gesellschaftswissenschaftlern. Ihr Fazit: Um die Erderwärmung zu stoppen, muss es Grenzen für die Ökonomie geben

umwelt

Folgen eines rücksichtslosen Wachstums: Zwei Männer sammeln verwertbaren Plastikmüll aus einem völlig verdreckten Fluss in Jakarta

Claus Leggewie ist sich sicher: Es gibt ein gutes Leben in einer Welt ohne Wirtschaftswachstum. Auf Einladung des Leiters des Kulturwissenschaftlichen Instituts der Universität Essen haben sich drei Tage lang (und zum ersten Mal) Klima- und Geisteswissenschaftler beim Kongress „The great transformation. Klimawandel ist kultureller Wandel“ über die Folgen des Klimawandels für die Gesellschaft auseinandergesetzt. Nahezu alle waren sich einig, dass die Klimakrise nur zu lösen sei, wenn die Weltwirtschaft in Zukunft nicht mehr wachse – alle bis auf die Präsidentenberater aus den USA.

Gut 30 Jahre nach dem Bericht des „Club of Rome“ über die „Grenzen des Wachstums“ ist diese Wahrheit zumindest bei den Forschern angekommen. Allerdings käme kein deutscher Politiker auch nur auf die Idee, ein Ende des Wachstums zu fordern. Der Essener Psychologieprofessor Harald Welzer stellte fest: „Wachstum hat religiösen Charakter.“ Der kanadische Professor Thomas Homer-Dixon von der Universität Waterloo weiß auch warum: Die „kulturelle Wahrheit“ des Westens sei, dass Wachstum gleichbedeutend sei mit „Wohlstand, Freiheit, Glück und Frieden“.

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Der Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans-Joachim Schellnhuber, wies darauf hin, dass die ganze Welt bis 2050 nur noch über ein Budget von 700 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) verfügt. Wird diese Grenze überschritten, lässt sich die globale Erwärmung nicht mehr auf zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung begrenzen, und die Folgen lassen sich nicht mehr bewältigen. Für Homer-Dixon kann es deshalb nur eine Lösung geben: eine robuste, insgesamt aber nicht mehr wachsende Weltwirtschaft. Wolfgang Sachs, Hauptautor der Studie Zukunftsfähiges Deutschland vom Wuppertal-Institut, fasste diese Erkenntnis in die Formel: „Eine Politik des Wohlbefindens muss die Politik des Wachstums ablösen.“

Der Chefökonom des PIK, Ottmar Edenhofer, wies allerdings darauf hin, wie schwer dieser Weg werden wird. „Die westlichen Gesellschaften haben es nicht gelernt, ihre sozialen Konflikte ohne Wachstum zu lösen.“ Schwellenländer wie China brauchten mehr Wachstum aus genau diesem Grund. Für arme Staaten sei es jedoch eine „unmoralische Forderung“, auf Wachstum zu verzichten, sagte Edenhofer.

Für John Podesta, Chef des amerikanischen Thinktanks Center for American Progress, ist eine Welt ohne Wachstum unvorstellbar. Der Berater von US-Präsident Barack Obama betonte, dass der Weg zur kohlenstoffarmen Wirtschaft der Weg aus der Wirtschafts- beziehungsweise Wachstumskrise sei. „Wir müssen die Chancen betonen“, sagte er. Podesta beschrieb die amerikanische Haltung zur Klimakrise so: „Wir glauben, wir können uns aus ihr heraus erfinden.“ Das hält Anthony Giddens („Der dritte Weg“) für unmöglich. „Unsere Zivilisation ist nicht nachhaltig“, stellte er fest. „Es muss Änderungen im Lebensstil und im Konsum geben. Das ist unvermeidlich.“

Als Rezept, um den Stillstand in den internationalen Klimaverhandlungen zu überwinden, empfiehlt Hans-Joachim Schellnhuber eine „Kohlenstoffabrüstung“. Die Verhandlungen, die im Dezember in Kopenhagen zu einem weltweiten Klimaschutzabkommen führen sollen, steckten in einem „Gefangenen-Dilemma“. Wie im Kalten Krieg, als sich Ost und West mit der Atombombe als Mittel zur „sicheren Vernichtung“ gegenübersaßen, säßen sich nun die USA und China gegenüber. Weiter sagte er: „Nur heute haben alle die Bombe, die Bombe heißt CO2.“ Mit dem EU-Angebot, die Emissionen auch ohne Gegenleistungen bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, ist ein erster Schritt zur Abrüstung zwar gemacht. Doch das war offensichtlich nicht genug.

Dabei hat sich nach Aussage von Urban Rid, der seit 1995 für Deutschland Klimaverhandlungen führt, mit der Rückkehr der USA an den Verhandlungstisch eine Menge verändert. Doch trotz aller positiven Zeichen zweifelten die Schwellenländer an der Glaubwürdigkeit der Industriestaaten. Für die Schwellenländer sei es unverzichtbar, dass die Industrieländer nicht nur ambitionierte langfristige Klimaziele akzeptieren, sondern auch ehrgeizige mittelfristige Ziele übernehmen. Nur dann seien sie bereit, über eigene Beiträge zu verhandeln, sagte Rid. Er verlangte, die USA und China sollten auch über den wichtigsten Stolperstein offen reden, ihre wirtschaftliche und strategische Rivalität.

John Podesta und William Antholis, Chef des einflussreichen Thinktanks Brookings-Institution, erläuterten, dass China und die USA inzwischen auch an einem bilateralen Abkommen arbeiten, bei dem es um Energieeffizienz und erneuerbare Energien gehen soll. Allerdings wiesen beide auch darauf hin, dass es zwar in den USA inzwischen eine Klimapolitik gebe, dass aber der Senat nach wie vor nicht bereit sei, ein internationales bindendes Abkommen zum Klimaschutz zu akzeptieren. Antholis sagte, im Gegensatz zu den Europäern sähen die Amerikaner darin einen Angriff auf ihre Nationalstaatlichkeit. Und das gelte nicht nur für die USA.

 
Leser-Kommentare
  1. Wodurch ist bewiesen das die CO2 Emissionen die Schuld am Klimawandel tragen? CO2 Emissionen koennten genau so gut ein Resultat der Klimaerwaermung sein.

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    Es soll immer noch Menschen geben, die glauben, wir stammen von Adam und Eva ab. Soll heißen, wo etwas bewiesen ist, gibt es immer ein paar "Experten", die genau das Gegenteil behaupten. Sponsored by irgendwem.

    Es soll immer noch Menschen geben, die glauben, wir stammen von Adam und Eva ab. Soll heißen, wo etwas bewiesen ist, gibt es immer ein paar "Experten", die genau das Gegenteil behaupten. Sponsored by irgendwem.

  2. Es soll immer noch Menschen geben, die glauben, wir stammen von Adam und Eva ab. Soll heißen, wo etwas bewiesen ist, gibt es immer ein paar "Experten", die genau das Gegenteil behaupten. Sponsored by irgendwem.

  3. Vieleicht sollten die Leute in Jakarta einfach mal über eine effiziente Mülabfuhr nachdenken? Mal ein paar der Gewinne des Wachstums darein investieren, mh? Wir müssen also uns in Deutschland begrenzen weil in Jakarta der Staat unfähig ist, eine vernünftige Mülabfuhr aufzubauen?

    Deutschland hat doch sicher Lösungen und Gerät anzubieten für diese Aufgabe :)

    Aber das generiert ja wieder böses Wachstum.

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    Niemand hat etwas dagegen wenn moderne deutsche Müllautos nach Jakarta exportiert werden. Möglichst sollten sie solarbetrieben sein. Eine vernünftige Müllabfuhr sollte ein deutscher Exportschlager sein.

    Niemand hat etwas dagegen wenn moderne deutsche Müllautos nach Jakarta exportiert werden. Möglichst sollten sie solarbetrieben sein. Eine vernünftige Müllabfuhr sollte ein deutscher Exportschlager sein.

  4. Wo man als Haarspraybenutzer quasi die Erde zerstörte?

    Was ist eigentlich daraus geworden? War das auch auf solider Wissenschaft aufgebaut? Oder nur eine Verschwörung der Deorollerhersteller? :)

    Heil der neuen Klimakirche...CO2 Blockwarte in alle Wohnung, bis auch das Atmen verboten wird.

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    • Gafra
    • 12.06.2009 um 9:40 Uhr

    dann verboten wurde und aus Spraydosen und Kühlmitteln verschwand.........
    Es ist schon immer abenteuerlich wie die Vertreter des "Weiter so, wir sinds nicht gewesen" die Ergebnisse eines Bewusstseinswandels und damit dann auch der veränderten Handlungsweise der Stimmigkeit ihrer "These" gutschreiben. Ist ja auch beim "Waldsterben" so, gibts nicht, der Wald steht ja noch. Egal wie krank oder ob das vielleicht auch der Rauchgasentschwefelung, den Katalysatoren zu verdanken ist. Lieber nicht drüber nachdenken, denn es forderte ja eigenes Handeln!

    Ich finde es war gut FCKW zu verbieten wenn es bessere Alternativen gibt. Nur sollte man den Menschen keine Angst einjagen und übertreiben, sondern ordentliche wissenschaftliche Informationen geben und die Alternativen zeigen.

    " 1986 gehen die Lichter aus". ( Hans-Karl Filbinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, CDU) (1980?).

    Und warum brennen die Lichter heute noch? Eine Notbeleuchtung würde nachts auch reichen. Ein guter Elektroingenieur könnte das sicher regeln.

    FCKW : Lesen Sie einmal

    http://www.wetteronline.d...

    dann werden Sie sehen, dass etwas mit dem Ozonloch und dem angeblichen Verursacher, dem FKCW, nicht stimmen kann.

    Das Ozonloch schrumpft derzeit überhaupt nicht, sondern dehnt sich aus oder verkleinert sich, ganz unabhängig vom FCKW.

    Man hat zu der Zeit der Ozonloch-Begeisterung und seine angebiche "erfolgreiche Bekämpfung ", schlicht den Einfluss der Sonne auf Null gesetzt, obwohl man wusste, dass die Sonne einen Einfluss auf das Ozonloch, das es offenbar schon immer gab, hat.

    Die gleiche Methode wendet man derzeit bei der Ursache der Globalen Erwärmung an. Obwohl es genügend wissenschaftliche Beweise gibt, negiert man einen Einfluss der Sonne auf globale Temperaturänderungen und setzt deren Einfluss bei den Klimarechenmodellen auf Null, weil man angeblich gemessen hat, dass die direkte Sonneneinstrahlung nur geringen Schwankungen unterliegt.

    Dabei ist das Ergebnis der Messungen eine Kombination verschiedener Satelliten durch Methoden, die nicht nachprüfbar sind.

    Interessant ist die Aussage der Autoren, dass der uneingeschränkte Einfluss des Menschen auf das Klima anscheinend unverrückbar feststeht.

    Interssant wäre es einmal, wenn die Vertreter der Kulturwissenschaft die wissenschaftlichen Methoden der Klimaforscher unter die Lupe nehmen würden. Sie würden Bauklötzer staunen.

    Wo gibt es den eine Methode wie die beim IPCC, das bei seinem letzten Bericht zunächst eine Zusammenfassung, eine "Summary" veröffentlicht wird, die zugehörigen wissenschaftlichen Berichte erst Monate später mit der ausdrücklichen Auflage, dass sie der Summary nicht widersprechen dürfen, und wo es verboten ist, die wissenschaftlichen Diskussionen zu veröffentlichen ?

    • otto_B
    • 12.06.2009 um 13:40 Uhr

    Klimakirche und Blockwart ist gut.
    Daß mit dem CO2 "irgendwas" ist, das ist wahrscheinlich nicht abzustreiten.
    Das geologische Erbe, von Carbon bis Tertiär, in relativ kurzer Zeit in die Luft zu verfrachten, das kann man im besten Falle als ein Experiment mit ungewissem Ausgang bezeichnen.
    Aber Herr Schellnhuber aus Potsdam ist nicht der Heiland, und nicht der Papst. Diese ganze Rechnerei kann man anzweifel - in beide Richtungen. Wieviele Milliarden Tonnen Kohlenstoff nun diese "2 Grad Temperaturanstieg" hervorrufen - oder mehr oder weniger - das sind alles Modelle, die mit menschengemachten Parametern gefüttert werden. Herr Klaus aus Prag weist darauf hin, und dafür gehört er nicht als Ketzer auf den Scheiterhaufen.
    Es bringt auch wenig, die die existenzielle Abhängigkeit der menschlichen Population mit ihrer bisher erreichten Kopfzahl - und der vorhandenen Lebenskultur - von den fossilen Ressourcen wegzudiskutieren.
    Der allseitige Verweis auf die "regenerative Energie", und die "Nachhaltigkeit" hat viel demagogisches an sich. Wir als Art haben die Oberfläche des Planeten erobert, und drücken ihr unseren Stempel auf - schon alleine aufgrund unserer Kopfzahl. Das Ausmaß des Verbrauches von Gütern durch die menschliche Zivilisation ist hoch - und das geht für ALLE menschlichen Aktivitäten mit Auswirkungen auf die natürliche Umwelt einher. Bei der Energie-aus-Erdöl ist das eine Milchmädchenrechnung. Aber auch für die "regenerativen" ist der Effekt nicht aus der Welt. Zum Einsammeln des Sonnenlichtes braucht man Fläche; die Ressource "unverbaute Landschaft" ist dann an dieser Stelle weg. Und direkte Effekte anderer Art gibt es auch. Z.B. Bodererosion beim Maisanbau, Lachgas aus Stickstoffdünger beim Biodiesel......... Und daß die Halbleiter-Rohstoffe für die Photovoltaik auf Bäumen wachsen, wäre mir auch neu. Zum Teil ist da die Rede von sehr knappen Metallen, zumal noch bei kaum gegebener Recyclingfähigkeit. Wo ist hier die "Nachhaltigkeit"? Deren linksliberalen Protagonisten zeichnen sich doch nicht unbedingt durch Askese in der Lebensführung aus.
    Die Größe der Wohnungen.....(arme Schlucker sind wir ka nicht....)
    Mobilitätsnachfrage........
    Die ökologische Kompensationsrechnerei beim Fliegen - solches Zeug ist doch wohl ein Witz...... Die existierende Welt ist endlich - schon allein im geologischen Sinne. Der wirtschaftende Mensch wird niemals 100%ige Kreisläufe haben - nichtmal natürliche Ökosysteme sind dies. Natürlich kann (und sollte) man sich sparsam verhalten. Eine gute Kinderstube der klassischen Art (z.B. auch protestantisch) sollte das einem mitgegeben haben. Dazu braucht es nicht diese pseudoreligiösen bekenntnisse der modernen Art.
    Für den Klimaschutz könnte man sogar auf die Fahr ins Grüne verzichten, zum Sonntagnachmittag mit der Straßenbahn. Ein gewisses "Maß" wird man wohl finden müssen. Und auch mit einer gewissen Gelassenheit den endlichen Dingen entgegenblicken. Ob die Dinge nun "aus dem Ruder laufen" oder nicht.

    • Gafra
    • 12.06.2009 um 9:40 Uhr

    dann verboten wurde und aus Spraydosen und Kühlmitteln verschwand.........
    Es ist schon immer abenteuerlich wie die Vertreter des "Weiter so, wir sinds nicht gewesen" die Ergebnisse eines Bewusstseinswandels und damit dann auch der veränderten Handlungsweise der Stimmigkeit ihrer "These" gutschreiben. Ist ja auch beim "Waldsterben" so, gibts nicht, der Wald steht ja noch. Egal wie krank oder ob das vielleicht auch der Rauchgasentschwefelung, den Katalysatoren zu verdanken ist. Lieber nicht drüber nachdenken, denn es forderte ja eigenes Handeln!

    Ich finde es war gut FCKW zu verbieten wenn es bessere Alternativen gibt. Nur sollte man den Menschen keine Angst einjagen und übertreiben, sondern ordentliche wissenschaftliche Informationen geben und die Alternativen zeigen.

    " 1986 gehen die Lichter aus". ( Hans-Karl Filbinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, CDU) (1980?).

    Und warum brennen die Lichter heute noch? Eine Notbeleuchtung würde nachts auch reichen. Ein guter Elektroingenieur könnte das sicher regeln.

    FCKW : Lesen Sie einmal

    http://www.wetteronline.d...

    dann werden Sie sehen, dass etwas mit dem Ozonloch und dem angeblichen Verursacher, dem FKCW, nicht stimmen kann.

    Das Ozonloch schrumpft derzeit überhaupt nicht, sondern dehnt sich aus oder verkleinert sich, ganz unabhängig vom FCKW.

    Man hat zu der Zeit der Ozonloch-Begeisterung und seine angebiche "erfolgreiche Bekämpfung ", schlicht den Einfluss der Sonne auf Null gesetzt, obwohl man wusste, dass die Sonne einen Einfluss auf das Ozonloch, das es offenbar schon immer gab, hat.

    Die gleiche Methode wendet man derzeit bei der Ursache der Globalen Erwärmung an. Obwohl es genügend wissenschaftliche Beweise gibt, negiert man einen Einfluss der Sonne auf globale Temperaturänderungen und setzt deren Einfluss bei den Klimarechenmodellen auf Null, weil man angeblich gemessen hat, dass die direkte Sonneneinstrahlung nur geringen Schwankungen unterliegt.

    Dabei ist das Ergebnis der Messungen eine Kombination verschiedener Satelliten durch Methoden, die nicht nachprüfbar sind.

    Interessant ist die Aussage der Autoren, dass der uneingeschränkte Einfluss des Menschen auf das Klima anscheinend unverrückbar feststeht.

    Interssant wäre es einmal, wenn die Vertreter der Kulturwissenschaft die wissenschaftlichen Methoden der Klimaforscher unter die Lupe nehmen würden. Sie würden Bauklötzer staunen.

    Wo gibt es den eine Methode wie die beim IPCC, das bei seinem letzten Bericht zunächst eine Zusammenfassung, eine "Summary" veröffentlicht wird, die zugehörigen wissenschaftlichen Berichte erst Monate später mit der ausdrücklichen Auflage, dass sie der Summary nicht widersprechen dürfen, und wo es verboten ist, die wissenschaftlichen Diskussionen zu veröffentlichen ?

    • otto_B
    • 12.06.2009 um 13:40 Uhr

    Klimakirche und Blockwart ist gut.
    Daß mit dem CO2 "irgendwas" ist, das ist wahrscheinlich nicht abzustreiten.
    Das geologische Erbe, von Carbon bis Tertiär, in relativ kurzer Zeit in die Luft zu verfrachten, das kann man im besten Falle als ein Experiment mit ungewissem Ausgang bezeichnen.
    Aber Herr Schellnhuber aus Potsdam ist nicht der Heiland, und nicht der Papst. Diese ganze Rechnerei kann man anzweifel - in beide Richtungen. Wieviele Milliarden Tonnen Kohlenstoff nun diese "2 Grad Temperaturanstieg" hervorrufen - oder mehr oder weniger - das sind alles Modelle, die mit menschengemachten Parametern gefüttert werden. Herr Klaus aus Prag weist darauf hin, und dafür gehört er nicht als Ketzer auf den Scheiterhaufen.
    Es bringt auch wenig, die die existenzielle Abhängigkeit der menschlichen Population mit ihrer bisher erreichten Kopfzahl - und der vorhandenen Lebenskultur - von den fossilen Ressourcen wegzudiskutieren.
    Der allseitige Verweis auf die "regenerative Energie", und die "Nachhaltigkeit" hat viel demagogisches an sich. Wir als Art haben die Oberfläche des Planeten erobert, und drücken ihr unseren Stempel auf - schon alleine aufgrund unserer Kopfzahl. Das Ausmaß des Verbrauches von Gütern durch die menschliche Zivilisation ist hoch - und das geht für ALLE menschlichen Aktivitäten mit Auswirkungen auf die natürliche Umwelt einher. Bei der Energie-aus-Erdöl ist das eine Milchmädchenrechnung. Aber auch für die "regenerativen" ist der Effekt nicht aus der Welt. Zum Einsammeln des Sonnenlichtes braucht man Fläche; die Ressource "unverbaute Landschaft" ist dann an dieser Stelle weg. Und direkte Effekte anderer Art gibt es auch. Z.B. Bodererosion beim Maisanbau, Lachgas aus Stickstoffdünger beim Biodiesel......... Und daß die Halbleiter-Rohstoffe für die Photovoltaik auf Bäumen wachsen, wäre mir auch neu. Zum Teil ist da die Rede von sehr knappen Metallen, zumal noch bei kaum gegebener Recyclingfähigkeit. Wo ist hier die "Nachhaltigkeit"? Deren linksliberalen Protagonisten zeichnen sich doch nicht unbedingt durch Askese in der Lebensführung aus.
    Die Größe der Wohnungen.....(arme Schlucker sind wir ka nicht....)
    Mobilitätsnachfrage........
    Die ökologische Kompensationsrechnerei beim Fliegen - solches Zeug ist doch wohl ein Witz...... Die existierende Welt ist endlich - schon allein im geologischen Sinne. Der wirtschaftende Mensch wird niemals 100%ige Kreisläufe haben - nichtmal natürliche Ökosysteme sind dies. Natürlich kann (und sollte) man sich sparsam verhalten. Eine gute Kinderstube der klassischen Art (z.B. auch protestantisch) sollte das einem mitgegeben haben. Dazu braucht es nicht diese pseudoreligiösen bekenntnisse der modernen Art.
    Für den Klimaschutz könnte man sogar auf die Fahr ins Grüne verzichten, zum Sonntagnachmittag mit der Straßenbahn. Ein gewisses "Maß" wird man wohl finden müssen. Und auch mit einer gewissen Gelassenheit den endlichen Dingen entgegenblicken. Ob die Dinge nun "aus dem Ruder laufen" oder nicht.

    • peto1
    • 12.06.2009 um 9:23 Uhr

    eine Welt ohne Wachstum unvorstellbar
    Eine schwache aussage, Wachstum hat sicher verschiedene Formen, Es wird nur nicht oft genug in Entscheidenden stellen zum Thema gemacht oder gefördert, Es geht sicher auch anders. Allein wen man schon den Form von Energie Gewinnung durch verbrennen ablösen könnte währe ein großer schritt getan, wie Einstein einmal sagte "wen man von einem einzigen Kohle Brikett jedes einzelne Atom davon wieder zurück in Energie umwandeln könnte den es gespeichert hat, könnte man ein ganzes Land mit Energie versorgen, aber durch die Verbrennung verpufft die Energie in nur wenigen Augenblicken"

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    Es kommt darauf an was wachsen soll - die Wirtschaft oder die Kultur. Wachsen könnte

    - die Dauer der Freizeit
    - die Zahl der Besuche in Museen oder Schwimmbädern
    - die persönliche Entscheidungsfreiheit
    - die Qualität der Kommunikation
    - das Einkommen im Niedriglohnbereich
    - die Qualität des Familienlebens
    - die Zeit für Literatur

    Es kommt darauf an was wachsen soll - die Wirtschaft oder die Kultur. Wachsen könnte

    - die Dauer der Freizeit
    - die Zahl der Besuche in Museen oder Schwimmbädern
    - die persönliche Entscheidungsfreiheit
    - die Qualität der Kommunikation
    - das Einkommen im Niedriglohnbereich
    - die Qualität des Familienlebens
    - die Zeit für Literatur

    • T-800
    • 12.06.2009 um 9:36 Uhr

    ist nicht nur unvorstellbar, sondern auch unmöglich. Denn der einzige Antrieb für die kapitalistische Verwertung ist nun mal die Vermehrung von Kapital!
    Wenn man über ein Ende des Wachstumswahns nachdenken will, muss man auch über ein Ende des Kapitalismus nachdenken.
    Die "Alternative" wären gesetzliche Regelungen ("Grenzen für die Ökonomie"), die aber ganz schnell wieder den wirtschaftlichen Sachzwängen und der Staatsraison Wirtschaftswachstum geopfert würden (so, wie das gegenwärtig geschieht).

  5. Niemand hat etwas dagegen wenn moderne deutsche Müllautos nach Jakarta exportiert werden. Möglichst sollten sie solarbetrieben sein. Eine vernünftige Müllabfuhr sollte ein deutscher Exportschlager sein.

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