Verteidigung Bundesregierung verzichtet auf schwere Waffen in Afghanistan

Nach dem Tod dreier Soldaten will die Bundesregierung die Bundeswehr nicht aufrüsten. Der Bundeswehrverband hatte dies zum Schutze der Soldaten gefordert

Der Tod von drei Soldaten bei einem Angriff der Taliban in der Region Kundus am Dienstag hat die Diskussion um den Bundeswehreinsatz in Afghanistan neu entfacht. So forderte der Bundeswehrverband eine bessere Ausrüstung für die in Afghanistan stationierten Soldaten. Doch die Bundesregierung will dort keine schwereren Waffen einsetzen.

Dann könnten zivile Opfer nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Auch eine Verlegung des Kampfpanzers Leopard II wäre das falsche Signal an die afghanische Bevölkerung, sagte er. Außerdem hätten die militärischen Verantwortlichen vor Ort solche Waffen nicht angefordert.

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In der zunehmenden Anzahl der Gefechte, in die deutsche Soldaten verwickelt werden, sieht das Ministerium den Versuch der Aufständischen, die Stimmung in Deutschland vor der Bundestagswahl zu beeinflussen. Auch die für den 20. August geplante Präsidentenwahl in Afghanistan spiele eine Rolle, hieß es. Zuletzt seien verstärkt Kämpfer aus Pakistan in die Region Kundus eingesickert, um die Truppen dort in Gefechte zu verwickeln, sagte der Sprecher. Die Bundeswehr werde sich jedoch nicht einschüchtern lassen.

Dem Bundeswehrverband zufolge wäre es hilfreich und "zum Schutze der Soldaten wünschenswert, wenn sie nicht erst von ihrem Dingo oder Fuchs absitzen müssen, mit Gewehr in Stellung gehen und dann zurückschießen, sondern Gefechtsfahrzeuge wie die Panzerhaubitze 2000 oder den Schützenpanzer Marder hätten, um aus größerer Distanz schießen zu können", sagte Verbandssprecher Wilfried Stolze dem Tagesspiegel.

Bei neuen Gefechten kamen mindestens 30 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban ums Leben. Wie die Internationale Schutztruppe Isaf mitteilte, wurden in der südlichen Unruheprovinz Kandahar 25 Aufständische getötet, als Soldaten mehrere Taliban-Stellungen angriffen. In der Provinz Farah im Westen des Landes sei bei einem Militäreinsatz ein Taliban-Kommandeur erschossen worden, der für zahlreiche Bombenanschläge in der Region verantwortlich gemacht wird, hieß es weiter. In der südlichen Provinz Sabul starben nach Polizeiangaben zudem vier Extremisten und zwei afghanische Geheimdienstoffiziere bei Gefechten.

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist doch immer wieder erstaunlich wie sich die üblichen Politkriminellen aus jeder Verantwortung stehlen. Das Sterben übernehmen ja andere, einfach widerlich.

    "Schwere Waffen" -am Ende "Großkaliber"?- sind ja böse, weil bei auschließlicher Verwendung von Handwaffen kann ja nix passieren!

    Wer solche wirklichkeitsfremden Behauptungen glaubt ist bestenfalls naiv, wer diese als ultima ratio weiterverbreitet operiert einfach mit wahrheitswidrigen Behauptungen!

    Und gefährdet fahrlässig das Leben der dort eingesetzen Soldaten. Denn eine wirksame Unterstützung durch (relativ) kleinkalibrige MK und Mörser darf nicht fehlen, wenn schon so ein Einsatz durchgeführt werden soll.

    Auch das mehr oder weniger gezielte Feuer aus Handwaffen auf Punktziele verursacht Abpraller etc. auch treffen bei Feuerstößen nur Bruchteile des Munitionsaufwandes das Ziel oder dessen nächste Umgebung. Kaliberabhängig beträgt der so entstehende Gefahrenbereich mehrere Kilometer; Distanzen in den alle sich dort Aufhaltenden gefährdet sind.

    Wenn schon geschossen werden soll, dann bitte mit dem Höchstmaß an wirksamer Unterstützung. Grundsätzlich ist die Bekämpfung von Punktzielen noch immer präziser als CAS und sollte Kollateralschäden reduzieren helfen.

    Wer Tote vermeiden will soll keinen Krieg führen. Wer Krieg führen will soll das wirksam tun, nicht mit Blick auf die nächsten Wahlen.

    Karl Müller

  2. besonders perfide ist die Weigerung, Kampfpanzer zur Verfügung zu stellen, gegen die die Taliban nichts ausrichten können und durch die unsere Soldaten gut geschützt werden. Die Kanadier haben den Leo II in Afghanistan gegen die Taliban eingesetzt und im Kampf beste Erfahrungen damit gemacht.

  3. Den beiden vorhergehenden Kommentaren kann ich im Grunde nur beipflichten.
    Es ist etwas unverständlich weshalb unsere Soldaten, die ja immerhin auch für unsere Sicherheit kämpfen, nicht mit den bestmöglichsten Mitteln (sei es zum Schutz, zur Abschreckung oder auch zum aktiven Schlag) ausgestattet werden.
    Mich würde außerdem interessieren, was die Verantworlichen der Bundeswehr vor Ort dazu zu sagen haben. Und warum wäre bitte eine Verlegung des Leopard 2 das falsche Signal an die afghanische Bevölkerung?
    Welches Signal soll überhaupt übermittelt werden? Dass das Problem, die Taliban, halbherzig angegangen wird, was bisher ja offenbar der Fall war, wenn der Verteidigungsminister immerhin einmal eine "härtere Gangart" angekündigt hat?
    Das Signal für eine "härtere Gangart" waren die Leben von 3 Soldaten!!!
    Man könnte jetzt fragen, wie viele es sein müssen, damit es zu einer besseren Ausrüstung kommt.

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    Wie kommen Sie darauf, dass die deutschen Soldaten für unsere Sicherheit kämpfen? Sie gefährden unsere Sicherheit!
    Unsere Sicherheit wird ja angeblich am Hindukusch verteidigt. Warum sollten die von uns angegriffenen Afghanen dann nicht auch das Recht haben, ihre Sicherheit in Deutschland zu verteidigen?

    Wie kommen Sie darauf, dass die deutschen Soldaten für unsere Sicherheit kämpfen? Sie gefährden unsere Sicherheit!
    Unsere Sicherheit wird ja angeblich am Hindukusch verteidigt. Warum sollten die von uns angegriffenen Afghanen dann nicht auch das Recht haben, ihre Sicherheit in Deutschland zu verteidigen?

  4. nutzt die Chance und bleibt einfach daheim. Echt.

  5. 5. ?

    Was will der Author damit sagen?

    @ 2.

    Nicht ganz, schon anfang 07 sind im Südirak 2 Challenger mit USBV gecknackt worden. Immerhin ergäbe sich doch ein Mindestsicherheitszuwachs und eine stabile Waffenplattform...

    Karl Müller

  6. mit neuester Kampfwertsteigerung haben sich die Taliban die Zähne ausgebissen, das kanadische Militär hat sich dafür bei Krauss Maffei bedankt.

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    Danke für die Mitteilung, hatte davon nur am Rande gehört.

    Gruß

    Karl Müller

    Danke für die Mitteilung, hatte davon nur am Rande gehört.

    Gruß

    Karl Müller

  7. 7. KMW

    Danke für die Mitteilung, hatte davon nur am Rande gehört.

    Gruß

    Karl Müller

    Antwort auf "An dem Leo II"
  8. Wie kommen Sie darauf, dass die deutschen Soldaten für unsere Sicherheit kämpfen? Sie gefährden unsere Sicherheit!
    Unsere Sicherheit wird ja angeblich am Hindukusch verteidigt. Warum sollten die von uns angegriffenen Afghanen dann nicht auch das Recht haben, ihre Sicherheit in Deutschland zu verteidigen?

    Antwort auf "Zustimmung 2"
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    angegriffenen Afghanen haben wohl aus reinem Sklavengeist heraus darum gebeten, die BW nicht abzuziehen. Sie scheinen wie viele Linke Sympathien für die Taliban zu haben und diese mit der Afghanischen Bevölkerung zu verwechseln, die nichts mehr fürchten, als dass die Steinzeitislamisten wieder die Macht übernehmen. Sie würdigen die Afghanen herab, wenn Sie den hinterhältigen Angriffen der Taliban Selbstverteidigungscharakter zuschreiben

    angegriffenen Afghanen haben wohl aus reinem Sklavengeist heraus darum gebeten, die BW nicht abzuziehen. Sie scheinen wie viele Linke Sympathien für die Taliban zu haben und diese mit der Afghanischen Bevölkerung zu verwechseln, die nichts mehr fürchten, als dass die Steinzeitislamisten wieder die Macht übernehmen. Sie würdigen die Afghanen herab, wenn Sie den hinterhältigen Angriffen der Taliban Selbstverteidigungscharakter zuschreiben

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