Kamikaze und großer Bruder

Der Mond, unser weithin unbekannter Satellit: Welche Geheimnisse schlummern noch auf ihm? Bislang gibt es keine detaillierte Karte seiner Oberfläche. Selbst der Mars ist teilweise ausführlicher vermessen worden. Das soll die aktuelle Mondmission nun ändern | © Nasa
Düster lag die Gewitterfront über der Startrampe am Kennedy Space Center in Florida. Zittern war angesagt, vergangene Nacht, denn die Forscher und Techniker der US-Weltraumbehörde Nasa hatten für den Start ihrer Mondmission ein Zeitfenster von gerade einmal 20 Minuten berechnet. Und dies reizten sie voll aus: Pünktlich um 17.32 Ortszeit, gut eine halbe Stunde vor Mitternacht hierzulande, hob die Atlas-V-Rakete dann ab. "Ein makelloser Start", hieß es aus dem Kontrollzentrum. Mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) und dem Lunar Crater Observing and Sensing Satellite (LCROSS) nehmen die Amerikaner fast 40 Jahre nach der Mondlandung den Trabanten wieder genauer ins Visier . LCROSS stürzt im Oktober in einer bislang einmaligen Mission im Kamikazeflug auf die Mondoberfläche. Ehe er zerschellt, soll er noch Spuren von gefrorenem Eis auf dem Himmelskörper entdecken. LRO soll hingegen ein Jahr lang die Oberfläche des Erdtrabanten Meter für Meter dreidimensional abtasten. In Big-Brother-Manier erstellt er eine detaillierte Karte. Der Auftrag: Vorbereitung einer bemannten Mondmission.
- Datum 05.07.2009 - 17:02 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite




Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren