Geschlachtete Riesen

Die mächtige Schwanzflosse eines Blauwals. Diese Walart bleibt seit einem Moratorium im Jahr 1972 von der Jagd verschont. Anfang des vergangenen Jahrhunderts waren die Bestände der Tiere auf wenige Tausend Exemplare gesunken | © Ishara S. Kodikara/AFP/Getty Images
Es ist ein trauriger Rekord, den es diese Woche zu vermelden gibt: Erstmals werden in diesem Jahr mehr Wale vor Europas Küsten getötet, als in den pazifischen Gewässern vor Japan. 1460 Wale stehen in Norwegen, Island und Grönland auf der Abschussliste. Während Norwegen und Island kommerziellen Walfang betreiben und sich einem Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) widersetzen, sind die Walfänge der grönländischen Inuit genehmigt worden. Die IWC tagt derzeit fernab der Walfanggebiete auf der portugiesischen Insel Madeira. Vertreter von 85 Regierungen und zahlreiche Tierschutzorganisationen diskutieren die Jagd auf die Meeressäuger. Verändern wird das kaum etwas. Mit der führenden Walfangnation Japan soll lediglich ein Kompromiss ausgehandelt werden, der den eingeschränkten Fang der Tiere weiterhin erlaubt. In der IWC sitzen Gegner und Befürworter der Waljagd – ihre Stimmanteile sind in etwa gleich. Tierschützer geben Japan dafür die Schuld, denn das Land soll seit Jahren Entwicklungsländern Geld bieten, um in die IWC einzutreten und für das blutige Geschäft mit den Tieren zu stimmen.
- Datum 05.07.2009 - 16:58 Uhr
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