Bibliotheken Digitalisierung kann die Rettung sein

Das Scannen ganzer Bibliotheken gilt als Bedrohung des Urheberrechts. Doch ist es auch eine Chance, um in Regalen vergrabene Schätze zu finden und Zusammenhänge zu erkennen

ZEIT ONLINE: Frau Wefers, Sie leiten eine der ältesten Bibliotheken dieses Landes, und Sie sagen, Digitalisierung rettet die alten Bestände?

Sabine Wefers: Das kann man so sagen: Der Gründungsbestand der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena ist das, was Friedrich der Weise mit seiner Hofbibliothek um 1500 begonnen hat. Und ich sage, dass wir uns um beides kümmern müssen: Um die Bewahrung des Originals und um die digitale Aufbereitung. Der Bundespräsident hat 2007 gesagt, wir müssen Bibliotheken als Gedächtnis der Menschheit sicher bewahren, ein Topos, den bereits Goethe formuliert hat – die Gleichsetzung einer Bibliothek mit einem gebrauchsfertigen Speicher.

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Das aber genügt heute nicht mehr, wir müssen Kulturgüter lebendig präsentieren und dazu reanimieren. Das geschieht einerseits durch das Bild im Netz. Andererseits aber auch durch die Inszenierung des Originals.

Es ist erhebend, hier vor der Bibliotheca Electoralis zu stehen, einem Superlativ der Wissensgeschichte in der Mitte des 16. Jahrhunderts, mit der Luther und Melanchthon gearbeitet haben und die Goethe 1817 reorganisiert hat. Da kann man beim Öffnen eines Buches die Vorstellung entwickeln, ein Haar von Goethe zu finden oder eine Randnotiz von Luther. Das berührt. Aber das allein ist nur eine Seite. Die andere Seite ist, die Interpretation dieses Wissens nicht nur denen zu ermöglichen, die vor Ort die Quelle einsehen können. Sondern es von jedem Ort der Welt zugänglich zu machen.

ZEIT ONLINE: Trotz dieser Vorteile verbinden sich aber große Ängste mit der Digitalisierung, oder?

Wefers: Angst? Nein. Ich denke, es ist eine Sorge, dass das Bewusstsein für das Echte verloren gehen könnte. Daher sage ich, es braucht beides: die Originale und die digitale Aufbereitung als Chance für die Forschung. Wenn man diese Chance ergreift, ist eine ganz neue Art der Arbeit möglich, die mit den Originalen nicht machbar wäre. Indem man Quellen digitalisiert und wissenschaftlich aufbereitet, sie um weitere Quellen ergänzt, ergibt sich eine völlig neue transdisziplinäre Forschung. Sie können Bild oder Ton hinzugeben, Sie können es zeigen, Sie können es erklären, Sie können es in der ganzen Welt diskutieren. Konventionell ist das nicht realisierbar. Die herkömmliche Forschung ist an den Ort gebunden. Dank Digitalisierung gibt es völlig neue Formen der Zusammenarbeit.

ZEIT ONLINE: Hat nur die Forschung etwas von diesem Prozess oder auch der gemeine Nutzer, der von solcher Datenmasse eher erschlagen würde?

Wefers: Georg Rörer, ein Wegbegleiter Luthers, hat bereits daran gearbeitet, Luther zu einem Ereignis zu machen. Wenn Melanchthon beispielsweise in seinen Vorlesungen vergessen hatte, Luthers Thesenanschlag zu erwähnen, hat Rörer das handschriftlich nachgetragen. Wir haben in unseren Quellen eine solche Notiz gefunden, die weltweit bei ganz unterschiedlichen Menschen auf Interesse stößt.

Ich sehe in der kontextbezogenen Aufbereitung von Quellen eine Chance, Menschen eben diesen Kontext erkennbar zu machen. Wenn Sie unverbundene Dinge ins Netz stellen, bei denen der Zusammenhang fehlt, halte ich das nicht für hilfreich.

ZEIT ONLINE: Ist es denn überhaupt leistbar, ganze Bibliotheken nicht nur abzufotografieren und zu digitalisieren, sondern gleich aufzubereiten und zu bewerten?

Leser-Kommentare
  1. Finde ich die "Bedenken" die an der Digitalisierung geäußert werden und dass gar irgendwelche, natürlich per se verdächtigen, Großunternehmen diese digitalisierten Bücher kostenlos und für jeden im Internet zugänglich machen.

    Denn bisher sind diese Bücher nur für ein kleines Fachpublikum zugänglich bzw. diesem überhaupt bekannt (man muss ja erst mal wissen wonach man sucht um überhaupt eine Chance zu haben es zu finden). Und das auch nur ganz eng lokal gebunden, kein normaler Mensch kann es sich leisten bzw. wird für ein Buch mehrere hundert Kilometer in eine andere Bibliothek fahren. Oder gar über den Atlantik.
    Das Internet demokratisiert Wissen auf eine beinahe utopische Weise.

    Mir wurde das als jemand der mit dem Internet aufgewachsen ist erst bewusst als meine Englischlehrerin uns erzählte wie das früher war als sie auf der Universität Englisch studiert hat, da kam dann die New York Times mit einer Woche "Verspätung" in die Uni-Bibliothek von Übersee. Und musste natürlich dort gelesen werden, denn es gab ja nicht hunderte Exemplare davon aber hunderte Studenten wollten jeweilis die "neueste" Ausgabe lesen.
    Heute geht man einfach auf die times.com und kann dort alle Artikel, gratis, lesen. Überall auf der Welt. Jeder.

    Und auch sonst im Alltag, früher hatte jeder Haushalt der auf Bildung wert legte den Brockhaus oder andere Lexika daheim. Die Krux ist halt, der Preis einer Komplettausgabe eines Lexikons übersteigt locker den eines kompletten heutigen PC mit allen Schikanen.
    Heute geht man auf Wikipedia und Co, und hat nicht nur einen ausführlichen Artikel (bei Vergleichen mit klassischen Lexika haben viele Studien belegt dass die Fehlerquote in der Wikipedia auch nicht höher ist, die Fakten aber sehr viel aktueller) sondern auch gleich weiterführende Links, Multimedia-Inhalte und kann sogar die Aufnahme weiterer Informationen in den Artikel anregen wenn man eine Information vermisst bzw. selbst etwas beitragen.

    Das sind alles so viele kleine Dinge die uns selbstverständlich erscheinen aber die vor 20 Jahren in dieser Art undenkbar waren.

    Ja, die Digitalisierung der Bücher ist in jeder Hinsicht die "Rettung".

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    Was Google mit dem Einscannen von Büchern vor hat, dürfte ein mittleres Heer Menschen über Jahre hinweg mit Arbeit versorgen, zumal wenigstens das Wissen der Menschheit bewahrt wird und sich nicht in Rauch auflöst, wie bei den ersten beiden Links nach zu lesen ist.

    http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E676E34FB9A5D42D9B22B982CC393C4A8~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

    Noch viel wichtiger erscheint mir jedoch, daß viele Augen und denkende Köpfe bei den Qumranrollen und deren Fragment-Übersetzungen mitwirken.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftrollen_vom_Toten_Meer

    Die Mormonen sind zwar großzügig was den Zugang ihrer Bibliothek anbelangt, aber wie zum Teufel komme ich nach Salt Lake City?

    Genealogische Gesellschaft von Utah

    Diese Adresse hier brüllt regelrecht seine "Christlichkeit" hinaus, ist aber verschlossen wie eine Auster, wenn es um das Wort "Fatima" geht!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanische_Apostolische_Bibliothek

    Last but not Least: DIE DUMMHEIT IST WIEDER MAL VON DEN DEUTSCHEN GEPACHTET!

    http://www.heise.de/newsticker/Verleger-und-Buchhaendler-rufen-Merkel-zum-Schutz-geistigen-Eigentums-um-Hilfe--/meldung/140815

    Aber selbst Google kann nicht alles haben!

    Ich leide an einer äußerst seltenen Krankheit, die heutzutage beinahe gänzlich ausgemerzt wurde und die Bezeichnung „bibliophil“ trägt.
    Dummer Weise ist sie nicht ansteckend und wird leider nur durch NEUGIER und Liebe zum gedruckten Wort ausgelöst.

    Nicht zu verwechseln mit einem „Bücherwurm“, der zwar Bücher verschlingt, sie aber nicht wie „rohe Eier“ behandelt und wertschätzt.

    (Elisabeth Rosing)

    Ich darf Sie zitieren: "Denn bisher sind diese Bücher nur für ein kleines Fachpublikum zugänglich bzw. diesem überhaupt bekannt (man muss ja erst mal wissen wonach man sucht um überhaupt eine Chance zu haben es zu finden). Und das auch nur ganz eng lokal gebunden, kein normaler Mensch kann es sich leisten bzw. wird für ein Buch mehrere hundert Kilometer in eine andere Bibliothek fahren. Oder gar über den Atlantik."

    Das gilt aber eigentlich nur für die bemerkenswerten Originale, von denen im Interview die Rede war. "Modere" Literatur bekommt man ohne Weiteres auch per Fernleihe.

    Und was den Punkt angeht "Man muss erst wissen, wonach man sucht, um überhaupt eine Chance zu haben, es zu finden": Das ist natürlich vollkommen zutreffend. Aber was hilft die Digitalisierung beim Erwerb dieses Wissens? (Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist kein Argument gegen die Digitalisierung, es zeigt nur die Grenzen ihrer Wirksamkeit auf.)

    Was Google mit dem Einscannen von Büchern vor hat, dürfte ein mittleres Heer Menschen über Jahre hinweg mit Arbeit versorgen, zumal wenigstens das Wissen der Menschheit bewahrt wird und sich nicht in Rauch auflöst, wie bei den ersten beiden Links nach zu lesen ist.

    http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E676E34FB9A5D42D9B22B982CC393C4A8~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

    Noch viel wichtiger erscheint mir jedoch, daß viele Augen und denkende Köpfe bei den Qumranrollen und deren Fragment-Übersetzungen mitwirken.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftrollen_vom_Toten_Meer

    Die Mormonen sind zwar großzügig was den Zugang ihrer Bibliothek anbelangt, aber wie zum Teufel komme ich nach Salt Lake City?

    Genealogische Gesellschaft von Utah

    Diese Adresse hier brüllt regelrecht seine "Christlichkeit" hinaus, ist aber verschlossen wie eine Auster, wenn es um das Wort "Fatima" geht!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanische_Apostolische_Bibliothek

    Last but not Least: DIE DUMMHEIT IST WIEDER MAL VON DEN DEUTSCHEN GEPACHTET!

    http://www.heise.de/newsticker/Verleger-und-Buchhaendler-rufen-Merkel-zum-Schutz-geistigen-Eigentums-um-Hilfe--/meldung/140815

    Aber selbst Google kann nicht alles haben!

    Ich leide an einer äußerst seltenen Krankheit, die heutzutage beinahe gänzlich ausgemerzt wurde und die Bezeichnung „bibliophil“ trägt.
    Dummer Weise ist sie nicht ansteckend und wird leider nur durch NEUGIER und Liebe zum gedruckten Wort ausgelöst.

    Nicht zu verwechseln mit einem „Bücherwurm“, der zwar Bücher verschlingt, sie aber nicht wie „rohe Eier“ behandelt und wertschätzt.

    (Elisabeth Rosing)

    Ich darf Sie zitieren: "Denn bisher sind diese Bücher nur für ein kleines Fachpublikum zugänglich bzw. diesem überhaupt bekannt (man muss ja erst mal wissen wonach man sucht um überhaupt eine Chance zu haben es zu finden). Und das auch nur ganz eng lokal gebunden, kein normaler Mensch kann es sich leisten bzw. wird für ein Buch mehrere hundert Kilometer in eine andere Bibliothek fahren. Oder gar über den Atlantik."

    Das gilt aber eigentlich nur für die bemerkenswerten Originale, von denen im Interview die Rede war. "Modere" Literatur bekommt man ohne Weiteres auch per Fernleihe.

    Und was den Punkt angeht "Man muss erst wissen, wonach man sucht, um überhaupt eine Chance zu haben, es zu finden": Das ist natürlich vollkommen zutreffend. Aber was hilft die Digitalisierung beim Erwerb dieses Wissens? (Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist kein Argument gegen die Digitalisierung, es zeigt nur die Grenzen ihrer Wirksamkeit auf.)

    • Alobam
    • 21.06.2009 um 15:59 Uhr

    Google danke, danke Google.

    Ich habe gerade meine BAchelorarbeit vollendet. Ich konnte mir alles notwendige Wissen aus der ganzen Welt zusammensuchen und war nicht auf einige Zufallstreffer in der Bibliothek beschränkt. Es war möglich original ausgaben zu zitieren!

    Nochmal danke Google, danke!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Krizzz
    • 22.06.2009 um 12:17 Uhr

    Jaaaa :) Auch von mir ein herzliches Dankeschön, liebe Google.

    Schreib auch grad BA Arbeit und der schnelle, direkte und teils auch schon sehr umfangreiche Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen ist Gold wert. Zumal unsere Bib nichts taugt.

    Die Sache mit den "Zusammenhängen": Mag ja sein, dass die Sammlung von Büchern alleine noch keine Informationen über Zusammenhänge und Kontexte enthält, aber wenn ich in meinem Fachgebiet recherchiere brauche ich das auch nicht (mehr). Wichtig ist nur eins: Der Zugang zu den Büchern.

    Google bietet hier die Möglichkeit etwas historisch wahrscheinlich einmaliges zu schaffen: Freier Zugang zum Wissen, das über Jahrhunderte nur privilegierten zur Verfügung stand. Das ist wichtiger als Urheberrechtsstreitigkeiten!

    • Krizzz
    • 22.06.2009 um 12:17 Uhr

    Jaaaa :) Auch von mir ein herzliches Dankeschön, liebe Google.

    Schreib auch grad BA Arbeit und der schnelle, direkte und teils auch schon sehr umfangreiche Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen ist Gold wert. Zumal unsere Bib nichts taugt.

    Die Sache mit den "Zusammenhängen": Mag ja sein, dass die Sammlung von Büchern alleine noch keine Informationen über Zusammenhänge und Kontexte enthält, aber wenn ich in meinem Fachgebiet recherchiere brauche ich das auch nicht (mehr). Wichtig ist nur eins: Der Zugang zu den Büchern.

    Google bietet hier die Möglichkeit etwas historisch wahrscheinlich einmaliges zu schaffen: Freier Zugang zum Wissen, das über Jahrhunderte nur privilegierten zur Verfügung stand. Das ist wichtiger als Urheberrechtsstreitigkeiten!

  2. Die Google Falle von Gerald Reischl:

    http://www.googlefalle.co...

    • FahadA
    • 21.06.2009 um 16:35 Uhr

    Die am laengsten haltbare Art, Informationen zu speichern, ist bekanntermassen Keilschrift auf Lehmtafel (etwa 4000-5000 Jahre). Die zweitbeste sind Hieroglyphen auf Papyros (etwa 3000 Jahre). Papier und Buecher bringen es auf einige hundert Jahre. Elektronische Datentraeger wie CD-Rom auf weniger als 20 Jahre. Ein Kratzer und alles ist hin. Das alleinige Speichern auf Computern ist wenig sinnvoll. Wer hat nicht schon den Verlust von Daten auf so genannten Floppy-Discs erlebt, fuer die keine Laufwerke mehr existieren. (Meine externe Festplatte muss auch demnaechst mal wieder ausgewechselt werden, da sie Mucken macht.)

    Was die Speicherung im Internet angeht, koennte es bei weltweiten militaerischen Konflikten schnell zum Totalverlust kommen (ohne die Moeglichkeit der archaeologischen Grabung in spaeteren Jahrtausenden).

    Abgesehen davon muss Information natuerlich allen zugaeglich sein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Besonders das redundante Speichern auf vielen vernetzten Computern. Wenn sich also jeder kopiert, was er pflegen möchte und dieses somit über Bittorent der Allgemeinheit verfügbar hält, ist prinzipiell der Menschheit am Besten gedient.

    Nur die Verwerter-Mafia ist dagegen, denn das Sinnvollste ist selten das Profitabelste.
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Nicht weil der einzelne Datenträger so stabil wäre, sondern weil Information redundant an hunderten oder tausenden Stellen gespeichert wird. Einmal veröffentlicht werden Sicherheitskopien auf Band oder optischen Speichern erstellt, Kopien auf anderen Servern gespeichert oder von Benutzern als lokale Kopie verewigt.

    Das Beste was diesen alten Werken also passieren kann ist eingescannt, mit ausreichender Meta-Information versehen und in digitalen Bibliotheken zugänglich gemacht zu werden. Die grösste Hürde ist dabei sicherlich die Erfassung der individuellen Eigenschaften eines solchen Werkes. Das es nicht reicht, eine Version der Bibel zu erfassen und stellvertretend für alle Versionen zu speichern dürfte nicht nur Fachleuten einleuchten.

    Zum Glück hat das Internet ein nicht unerhebliches Fassungsvermögen, es dürfen also gerne ein paar Versionen mehr sein ;)

    Besonders das redundante Speichern auf vielen vernetzten Computern. Wenn sich also jeder kopiert, was er pflegen möchte und dieses somit über Bittorent der Allgemeinheit verfügbar hält, ist prinzipiell der Menschheit am Besten gedient.

    Nur die Verwerter-Mafia ist dagegen, denn das Sinnvollste ist selten das Profitabelste.
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Nicht weil der einzelne Datenträger so stabil wäre, sondern weil Information redundant an hunderten oder tausenden Stellen gespeichert wird. Einmal veröffentlicht werden Sicherheitskopien auf Band oder optischen Speichern erstellt, Kopien auf anderen Servern gespeichert oder von Benutzern als lokale Kopie verewigt.

    Das Beste was diesen alten Werken also passieren kann ist eingescannt, mit ausreichender Meta-Information versehen und in digitalen Bibliotheken zugänglich gemacht zu werden. Die grösste Hürde ist dabei sicherlich die Erfassung der individuellen Eigenschaften eines solchen Werkes. Das es nicht reicht, eine Version der Bibel zu erfassen und stellvertretend für alle Versionen zu speichern dürfte nicht nur Fachleuten einleuchten.

    Zum Glück hat das Internet ein nicht unerhebliches Fassungsvermögen, es dürfen also gerne ein paar Versionen mehr sein ;)

  3. Besonders das redundante Speichern auf vielen vernetzten Computern. Wenn sich also jeder kopiert, was er pflegen möchte und dieses somit über Bittorent der Allgemeinheit verfügbar hält, ist prinzipiell der Menschheit am Besten gedient.

    Nur die Verwerter-Mafia ist dagegen, denn das Sinnvollste ist selten das Profitabelste.
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Antwort auf "Information fuer alle"
  4. Was Google mit dem Einscannen von Büchern vor hat, dürfte ein mittleres Heer Menschen über Jahre hinweg mit Arbeit versorgen, zumal wenigstens das Wissen der Menschheit bewahrt wird und sich nicht in Rauch auflöst, wie bei den ersten beiden Links nach zu lesen ist.

    http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E676E34FB9A5D42D9B22B982CC393C4A8~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

    Noch viel wichtiger erscheint mir jedoch, daß viele Augen und denkende Köpfe bei den Qumranrollen und deren Fragment-Übersetzungen mitwirken.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftrollen_vom_Toten_Meer

    Die Mormonen sind zwar großzügig was den Zugang ihrer Bibliothek anbelangt, aber wie zum Teufel komme ich nach Salt Lake City?

    Genealogische Gesellschaft von Utah

    Diese Adresse hier brüllt regelrecht seine "Christlichkeit" hinaus, ist aber verschlossen wie eine Auster, wenn es um das Wort "Fatima" geht!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanische_Apostolische_Bibliothek

    Last but not Least: DIE DUMMHEIT IST WIEDER MAL VON DEN DEUTSCHEN GEPACHTET!

    http://www.heise.de/newsticker/Verleger-und-Buchhaendler-rufen-Merkel-zum-Schutz-geistigen-Eigentums-um-Hilfe--/meldung/140815

    Aber selbst Google kann nicht alles haben!

    Ich leide an einer äußerst seltenen Krankheit, die heutzutage beinahe gänzlich ausgemerzt wurde und die Bezeichnung „bibliophil“ trägt.
    Dummer Weise ist sie nicht ansteckend und wird leider nur durch NEUGIER und Liebe zum gedruckten Wort ausgelöst.

    Nicht zu verwechseln mit einem „Bücherwurm“, der zwar Bücher verschlingt, sie aber nicht wie „rohe Eier“ behandelt und wertschätzt.

    (Elisabeth Rosing)

    Antwort auf "Elitär"
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    Aber aus meinem Verständnis wird leicht das Gegenteil wenn ich lese wie sie hier alle möglichen Menschen titulieren und jeder der nicht ihre Interessen und Vorlieben teilt quasi per se abqualifizieren.
    Und es gibt zu den von Ihnen genannten Artikeln mit Sicherheit auch Artikel mit genau umgekehrter Sentenz - diese Autoren mögen Ihre Einschätzung teilen. Deswegen wird daraus noch keine "Wahrheit". Das erinnert mich etwas an das Gebaren an Universitäten, sobald etwas nur oft genug in Fachpublikationen (quasi die "Presse der Wissenschaft") genannt wurde gilt es für Arbeiten als "zitierfähig" - unbenommen der tatsächlichen Qualität des Inhaltes. Herdentrieb, platt gesagt.
    Und der Herde des Kulturpessimismus möchte ich mich nun einmal nicht anschließen, so groß und wortgewaltig sie auch sein mag.

    Aber aus meinem Verständnis wird leicht das Gegenteil wenn ich lese wie sie hier alle möglichen Menschen titulieren und jeder der nicht ihre Interessen und Vorlieben teilt quasi per se abqualifizieren.
    Und es gibt zu den von Ihnen genannten Artikeln mit Sicherheit auch Artikel mit genau umgekehrter Sentenz - diese Autoren mögen Ihre Einschätzung teilen. Deswegen wird daraus noch keine "Wahrheit". Das erinnert mich etwas an das Gebaren an Universitäten, sobald etwas nur oft genug in Fachpublikationen (quasi die "Presse der Wissenschaft") genannt wurde gilt es für Arbeiten als "zitierfähig" - unbenommen der tatsächlichen Qualität des Inhaltes. Herdentrieb, platt gesagt.
    Und der Herde des Kulturpessimismus möchte ich mich nun einmal nicht anschließen, so groß und wortgewaltig sie auch sein mag.

  5. "Was die Speicherung im Internet angeht, koennte es bei weltweiten militaerischen Konflikten schnell zum Totalverlust kommen (ohne die Moeglichkeit der archaeologischen Grabung in spaeteren Jahrtausenden)."

    Ja, und. Dann ist es halt weg. Das Leben geht weiter, auch wenn für eine Woche der Strom ausfällt.... Wen juckt das wirklich?? Wem was wirklich wichtig, druckt sich seine Sachen aus... wenn nicht... scheint es auch nicht wirklich wichtig zu sein.

    "Abgesehen davon muss Information natuerlich allen zugaeglich sein."

    Nicht unbedingt. Schließlich gibt es auch die Geheimdienste und Spionage.
    (entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)

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    • FahadA
    • 21.06.2009 um 20:49 Uhr

    Sind Sie sicher, dass das Leben nach einem weltweiten militaerischen Konflikt weitergeht?

    • FahadA
    • 21.06.2009 um 20:49 Uhr

    Sind Sie sicher, dass das Leben nach einem weltweiten militaerischen Konflikt weitergeht?

  6. (entfernt. Siehe oben. Die Redaktion/jk)

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