Friedenspreisträger Magris Auf der anderen SeiteSeite 2/2
Diese Tätigkeiten haben ihn aber nie davon abgehalten, selbst und zudem für einen Wissenschaftler ungemein lesbare Bücher zu schreiben. 1986 erschien seine große Donau-Biografie, in der er die Donau von ihrem Ursprung in Donaueschingen bis in ein rumänisches Flussdelta und ans Schwarze Meer verfolgt, von den Metropolen in die Peripherie und zurück; 1992 seine zauberhafte Erzählung Ein anderes Meer; oder vor zwei Jahren der große Roman Blindlings, in dem Magris im Lebenslauf eines Sohnes einer tasmanischen Mutter und eines italienischen Vaters alle Schrecken, Hoffnungen und Utopien des vergangenen Jahrhunderts spiegelt.
Utopie und Entzauberung hieß vor einigen Jahren einer seiner Essaybände auf Deutsch, ein Titel, der den realistischen Träumer Magris gut beschreibt. Denn er scheut sich tatsächlich nicht, offen von einem europäischen Staat zu träumen, "von einer echten universellen Kultur", wie er erst vor kurzem bekannt hat. Doch Claudio Magris ist gleichfalls der festen Überzeugung, dass "jede Utopie mit Skepsis und Ironie verbunden sein muss, um reifer und mutiger zu werden".
- Datum 19.06.2009 - 09:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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