Berufseinsteiger Krise lässt Gehälter schrumpfen

Vor allem die Banken zahlen ihren Nachwuchsfachkräften geringere Löhne als im vergangenen Herbst. Aber auch Ingenieure verdienen weniger

Akademiker, die neu ins Arbeitsleben einsteigen, verdienen in Europa zumeist deutlich weniger als im Vorjahr. Nur in der Chemie- und die Pharmabranche sind die Gehälter weitgehend gleich geblieben. Besonders stark schrumpften sie in der Finanz- und Telekombranche sowie in Hightech-Unternehmen.

Grundsätzliche Einstellungsstopps, wie sie viele Firmen in der Krise aussprechen, erschweren dem Nachwuchs den Start zusätzlich. Zu diesem Ergebnis kommt die Managementberatung Towers Perrin in einer aktuellen Studie. Die Berater untersuchten, wie sich die Vergütungen von Einsteigern und jungen Arbeitnehmern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Italien zwischen November 2008 und April 2009 entwickelten. Dafür befragten sie Vertreter von rund 300 Unternehmen mit mindestens 200 Mitarbeitern.

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Ihre Daten zeigen auch, dass die Krise in den verschiedenen Ländern unterschiedlich hart verläuft. In Großbritannien hinterlässt sie die deutlichsten Spuren: Dort ist die durchschnittliche Vergütung der jungen Fachkräfte seit vergangenem Herbst um mehr als neun Prozent gesunken. In Deutschland waren es nur knapp vier Prozent, in Italien nicht einmal ein Prozent.

Wer viel verdienen will, muss in die Schweiz gehen. Dort verdienen Berufseinsteiger im Jahr durchschnittlich rund 65.300 Euro. In Italien erhalten sie mit 33.500 Euro das niedrigste Gehalt. Deutschland liegt mit 54.800 Euro auf Rang zwei.

Hierzulande sind vor allem die Vergütungen von Ingenieuren und Finanzfachleuten geschrumpft. Dennoch zahlen die Finanzdienstleister immer noch am meisten - neben den Pharma- und Chemiefirmen, deren Gehälter auch in Deutschland im untersuchten Zeitraum stabil blieben. Towers-Perrin-Berater Martin Hofferberth zufolge haben die Ingenieure jahrelang vom Fachkräftemangel profitiert: Ihre Einstiegsgehälter seien deshalb kontinuierlich gestiegen. Dieser Trend sei nun gestoppt.

Auch die Boni scheinen zu sinken. In den meisten untersuchten Ländern sinkt ihr Anteil am Gesamtgehalt, nur in Ausnahmefällen steigen sie geringfügig. Finanzfirmen zahlen immer noch die höchsten variablen Gehaltsanteile.
 

 
Leser-Kommentare
  1. ... solcher Studien? Gleich Null.

    "Wer viel verdienen will, muss in die Schweiz gehen. Dort verdienen Berufseinsteiger im Jahr durchschnittlich rund 65.300 Euro. In Italien erhalten sie mit 33.500 Euro das niedrigste Gehalt. Deutschland liegt mit 54.800 Euro auf Rang zwei."

    Die gemittelten Aussagen der Arbeitgeber oder was? Aus meinem Studiengang kenne ich niemanden der mit wesentlich mehr als 30k eingestiegen ist, NIEMANDEN!

    Diese Aussagen sind an Lächerlichkeit gar nicht zu überbieten. Als Berufseinsteiger, ich lach mich tot. Selbst mit Berufserfahrung (solange man nicht ausgesuchter Spezialist ist) ist es schwer über die 40k Grenze zu kommen. Ich muss es wissen, denn ich hab es versucht. In BaWü, als Ingenieur. Auch habe ich bei den letzten Alumni-Treffen ein bisschen rumgehört. Einer war ganz stolz über 40k zu kommen, aber der musste dafür 1,5h Fahrzeit in Kauf nehmen und jede Menge Überstunden.

    Entweder mein Eindruck ist stark verfälscht oder hier wird Statistik manipuliert was das Zeug hält, zu welchem Zweck? Keine Ahnung, vielleicht damit die Managergehälter nicht mehr ganz so unverschämt wirken und die Politik das Lied von der lohnenden Bildung singen kann und weiter Studiengebühren kassieren...

  2. Berufseinsteiger verdienen in Deutschland durchschnittlich 54.800 Euro jährlich?
    Selbst in den gut bezahlten technischen Berufen kann ich mir das (durchschnittlich) kaum vorstellen. Bisher hab ich von 40.000-50.000 für Diplomabsolventen z.B. im Bereich Maschinenbau gehört. Auch als Informatiker wird man sich wohl in dem Bereich einordnen können.
    Dem gegenüber gibt's aber auch viele Berufe (vor allem die sozialen Jobs), bei denen man deutlich weniger verdient. Selbst mit jahrelanger Berufspraxis kommt man da eher selten an 54.800 Euro ran.

    Wie da ein Durchschnitt bei allen Absolventen von 54.800 zusammenkommen kann ist mir ein Rätsel. Woher beziehen Sie ihre Informationen?

  3. Na dann steige ich halt noch einmal neu in den Beruf ein.
    Das hätte dem Autor des Artikels eigentlich auffallen müssen, dass diese Zahlen wohl eher nicht stimmen können.

  4. Hhhmm, tatsächlich keine neue Weisheiten.

    Ich denke für viele Absolventen ist der Verdienst angesichts der augenblicklich flauen Wirtschaftslage zunächst eher sekundär. Meine Güte, wenn ein junger Banker nun 5-10K/Jahr weniger verdient als z.B. vor 2 Jahren, kommt er damit immer noch ganz gut zurecht.

    Der Fokus von Absoventen muss bei vielen Fachrichtungen eher darauf ausgerichtet sein, überhaupt einen einigermaßen qualifizierten Job zu bekommen. Wenn man dann mal "drin" ist in einer Branche und zudem etwas Berufserfahrung und Kontakte hat, kann man immer noch weitersehen.

  5. Die Herkunft dieser Zahlen würde auch mich sehr interessieren. Wo bekomme ich ein solches Gehalt?

    Grüße
    Hinterfrager

  6. 6. Hä?

    Ich glaube, ich kapiere da was nicht: 54.800,-- Euro pro Jahr? Als Anfänger?

    Das ist mehr, als z.B. der Banktarif in seiner höchsten Stufe (TG 9/11: 54.522,-- p.a.) zu bieten hat. Das ist knapp an dem, was ein öffentlich bediensteter Akademiker nach zehn Berufsjahren (TVÖD 13/5: 55.287,-- p.a.) kriegt.

    Soll dieser Artikel also sagen, dass der durchschnittliche Anfänger gleich übertariflich bezahlt wird? Ich möchte noch mal jung sein ...

  7. 7. MBA

    vielleicht gehen MBA absolventen auch als "berufseinsteiger" durch?

    Ausserdem gibt es ja noch PHDs und so weiter, die man auch als Berufsanfaenger zaehlen koennte.

    Allerdings stimmt es schon, dass die Zahlen zumindest fuer den Durchschnittsbachelor ca 10k zu hoch scheinen.

    Gruss St

  8. Auch ich musste herzlich lachen, als ich die Zahlen las. Ich bin gerade frisch promoviert und habe nun einen Bewerbungsmarathon hinter mir. Selbst der Dr. rer. nat. im Technologie und Entwicklungsbereich bringt max. 45k€. Im Osten wird man ausgelacht, wenn man über 40.000 fordert. Vielleicht zahlen Bosch, BASF, Siemens und Konsorten knappe 50.000, die Stelle muss man aber erst mal bekommen (und auch wollen). Gehälter über 50k liegen m.E. schon ausserhalb der FWHM, der Glocke.
    Also, wo kommen bitte diese Zahlen her?

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