Den Live-Blog zu den Ereignissen von heute finden Sie hier .

Twitter ist ihr Nachrichtendienst, Youtube ihr Fernsehsender:  Seit Samstag protestieren die Gegner von Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad gegen die offensichtlich manipulierte Wahl. Über die sozialen Netzwerke werden Demos organisiert, Berichte von Übergriffen machen die Runde, Videos zeigen der ganzen Welt, dass der Protest viel größer ist als es Ahmadineschad glauben machen mag. Millionen Internet-User in aller Welt werden Zeuge einer Freiheitsbewegung und solidarisieren sich via Twitter mit den Demonstranten.

Hier hat ZEIT ONLINE dokumentiert, wie das Netz den sechsten Tag der Proteste erlebte:

19.22 Uhr
Ein "anonymer und vertrauenwürdiger" Twitterer aus Iran hat einem Blogger des PSR offenbar eine kurze Übersetzung von Mussawis heutiger Rede zukommen lassen. Hier einige Auszüge:

"I have come due to concerns of current political and social conditions - to defend the rights of the nation. I have come to improve Iran’s international relations. I have come to tell the world and get back Iran’s pride, our dignity and our future. I have come to bring to Iran a future of freedom, of hope and of fulfillment."

"Where is the wealth of my nation? What have you done with the $300 billion in the last four years? The next Government of Iran will be chosen by the people. Why do all our young want to leave this country? I know of nobody else who places himself ahead of 20 million other of a nation."

19.00 Uhr
Offenbar zeigen sich Kämpfer der gefürchteten paramilitärischen Basiji-Miliz nicht mehr ganz so offensiv wie zu Beginn der Proteste. Wie das Blog Niacinsight berichtet, sollen einige mittlerweile ihr Gesicht in der Öffentlichkeit verbergen, um nicht erkannt zu werden:

"This indicates they are becoming more scared of retaliation from the general public. There have been efforts to identify members of the Basij who have used violence against demonstrators, through facebook and other social networking websites."

18.45 Uhr
Das Blog Carpe diem hat Fotos von Mussawi veröffentlicht, wie er zu Anhängern auf dem Imam-Khomeini-Platz in Teheran spricht.

18.00 Uhr
Zwei Kinder des iranischen Geistlichen und ehemaligen Staatspräsidenten Haschemi Rafsandschani sollen an der Ausreise aus Iran gehindert und verhaftet worden sein, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Fars. Beide gehören zu den prominenten Unterstützern Mussawis. Rund 300 Menschen sollen heute vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft in Teheran für die Freilassung von Rafsandschanis Tochter Faezeh und ihrem Bruder Mehdi demonstriert haben. 

17.00 Uhr
Wie Banknoten als Protestmedium dienen können, illustriert das Blog Where is my vote .

16.30 Uhr
Planten Terroristen Anschläge am Wahltag? Iranische Medien berichten , angeblich seien Bombenanschläge auf belebte Plätze Teherans und auf Moscheen vereitelt worden. Hinter den angeblichen Anschlagsplänen sollen "Irans Feinde" stecken, darunter auch Israel.

16.10 Uhr
ZahlreicheneueVideos von den heutigen Protesten sind auf YouTube aufgetaucht. Hier eines davon:

16.00 Uhr
Stimmen von der Pro-Mussawi-Kundgebung in Teheran:

"Everybody is peaceful and quiet - everybody is wearing black - the number of people is unbelievable - SEA OF GREEN"

"I have just come back for few minutes to tell u that the numbers of marchers today are very high"

"Rally in South Tehran estimated to be 1million strong"

"Most people in Toop Khoone sq. are holding candles."

14.45 Uhr
Das staatliche PressTV berichtet, beim Wächterrat seien Beschwerden über rund 646 verschiedene Verstöße während der Wahl eingegangen. Eingereicht wurden sie von den unterlegenden Kandidaten Mir-Hussein Mussawi, Mehdi Karroubi and Mohsen Rezaei. Sie sollen zur Sitzung des Wächterrats am Samstag eingeladen worden sein.

14.30 Uhr
Der vermeintliche Tod von Mohammed Asgari, verantwortlich für die Netzwerksicherheit im iranischen Innenminiserium, wird kontrovers diskutiert . Der Guardian schreibt dazu, dass es "unbestätigte Berichte" gebe, wonach Asgari bei einem "verdächtigen Autounfall" bereits vorgestern ums Leben gekommen sei. Asgari hatte angeblich interne Informationen durchsickern lassen, die bestätigen, dass Mussawi fast 19 Millionen Stimmen gewonnen habe und demnach der rechtmäßig gewählte Präsident sei.

14.15 Uhr
Wie es aus unbestätigten Quellen heißt, soll die Polizei 25 Studenten an der Universität Semnan im nördlichen Iran festgenommen haben.

13.45 Uhr
Derweil sollen Gerüchten zufolge Fahndungslisten "rebellierender Studenten" an Universitäten und an Sicherheitskräfte ausgehändigt worden sein. Zahlreiche prominente Regime-Kritiker sind in den vergangenen Tagen verhaftet worden, wie der Tagesspiegel heute in einem Überblick dokumentiert.