Iran Gewalt bei neuen DemonstrationenSeite 2/2

Zuvor hatte sich der Wächterrat des Landes dazu bereiterklärt, stichprobenartig zehn Prozent der Stimmen neu auszuzählen. Das berichtete der staatliche Rundfunk am Samstag. Die beiden Zweit- und Drittplatzierten bei der umstrittenen Wahl, Mussawi und Mehdi Karrubi, kamen allerdings der Einladung des Wächterrats zur Sitzung am Samstag nicht nach. Damit wollten sie nach Einschätzung von Beobachtern ihre Forderung nach Wiederholung der gesamten Wahl bekräftigen.

Mussawi hat erneut gefordert, die Präsidentschaftswahl für ungültig zu erklären und die Abstimmung zu wiederholen. In einem Brief an den einflussreichen Wächterrat schrieb Mussawi am Samstag, die Verfälschung des Wahlergebnisses sei Monate im Voraus geplant gewesen. Vor allem kritisierte er die Unterbrechung von Kommunikationsnetzen wie Internet und SMS am Wahltag und sprach von einem "empörenden Schritt."

Mussawi traf sich unbestätigten Berichten zufolge am Nachmittag in Teheran mit seinen Anhängern. Mit seiner neuerlichen Kritik setzte er sich demonstrativ über den obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, hinweg.

Chamenei, hatte am Freitag den Wahlsieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bestätigt und Wahlfälschung in großem Stil ausgeschlossen. Gleichzeitig hatte er die Opposition aufgeordert, Einwände auf dem Rechtsweg vorzubringen und mit Konsequenzen gedroht, sollte die «illegalen» Demonstrationen weitergehen. Am Samstag sagten daraufhin die Hauptveranstalter eine für den Nachmittag geplante Massenkundgebung ab, die das Innenministerium verboten hatte.

Auch in Deutschland wurde demonstriert. Weit über tausend Menschen haben am Samstag in Hamburg, Frankfurt/Main und Stuttgart gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Iran protestiert. Mit grünen Bändern, Rosen und Fotos von verletzten Demonstranten aus ihrer Heimat zogen die teils vermummten Exil-Iraner friedlich durch die Innenstädte.

In Hamburg, wo mehr als tausend Menschen auf die Straße gingen, war auf zahlreichen Schildern und Transparenten "Wir fordern Neuwahlen» oder «Nieder mit dem Diktator" zu lesen. Vor dem iranischen Generalkonsulat in Frankfurt protestierten nach Angaben der Polizei rund 400 Menschen, an einer Kundgebung auf dem Römerberg beteiligten sich 300 Demonstranten. Sie forderten unter anderem die Freilassung inhaftierter Oppositioneller. Im hessischen Gießen beteiligten sich laut Polizei rund 30 Menschen an einer Mahnwache.

In der Stuttgarter Innenstadt demonstrierten am Samstag rund 200 Iraner für mehr Demokratie in ihrer Heimat. Die Organisatoren wollten den Kampf gegen die Mullahs unterstützen, sagte einer derOrganisatoren vom Iranischen Kulturverein. "Wir wollen zukünftig Demokratie, Meinungsfreiheit und das Recht für faire Wahlen ohne Manipulationen im Iran." Von der Bundesregierung und der Europäischen Union forderten die Teilnehmer, die Wahl im Iran nicht anzuerkennen.

 
Leser-Kommentare
    • cch225
    • 20.06.2009 um 16:43 Uhr

    Ich wuerde die Information zum Selbstmordanschlag am Mausoleum nochmal kritisch hinterfragen, da diese ausschliesslich von den staatliche kontrollierten Medien verbreitet wurde.

    Al Jazeera und die BBC haben diese Information inzwischen vom Netz genommen, bzw. dezidiert in Frage gestellt:

    Two Iranian news agencies reported that the suicide bomber died and two people were injured in the bombing near the shrine of Ayatollah Khomeini, leader of the 1979 revolution.

    There was no evidence to support the report, the BBC's Jon Leyne says from Tehran.

    see:
    http://news.bbc.co.uk/1/h...

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    ...die Redaktion nicht mit kritischer Berichterstattung!

    ...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend.

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  1. ...die Redaktion nicht mit kritischer Berichterstattung!

    ...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend.

  2. Ihr seid das Volk; jagt die Mullahs und Ajatollahs, lasst Euch nicht jagen, verbündet Euch mit Polizisten, mit Soldaten, mit Feuerwehrleuten, mit Beamten.
    Ihr seid das Volk.

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    • mumpes
    • 20.06.2009 um 19:16 Uhr

    Wenn diese Leute (Studenten) das Volk sind, wer sind dann die anderen 63%, die den Achmadinedschad gewählt haben, Ihrer Meinung nach?

    • mumpes
    • 20.06.2009 um 19:16 Uhr

    Wenn diese Leute (Studenten) das Volk sind, wer sind dann die anderen 63%, die den Achmadinedschad gewählt haben, Ihrer Meinung nach?

    • mumpes
    • 20.06.2009 um 19:16 Uhr

    Wenn diese Leute (Studenten) das Volk sind, wer sind dann die anderen 63%, die den Achmadinedschad gewählt haben, Ihrer Meinung nach?

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    • hede
    • 21.06.2009 um 9:04 Uhr

    63% die Achmadinedschad gewählt haben.

    Wenn die Iraner das Ergebnis nicht glauben, warum sollte das Ausland es dann tun?

    • hede
    • 21.06.2009 um 9:04 Uhr

    63% die Achmadinedschad gewählt haben.

    Wenn die Iraner das Ergebnis nicht glauben, warum sollte das Ausland es dann tun?

  3. Die Iraner zeigen diese Tage, dass sie bereit sind, ihr Recht auf Demokratie mit ihrem Blut zu bezahlen. Die Iraner haben sich ausgeweint in den letzten 30 Jahren unter dem Joch der Unterdrückung. Die Tränengase könnt ihr euch sparen. Jede Familie trägt einen ewig brennenden Schmerz in ihrer Brust. Die Schlagstöcke tun nicht mehr Weh.Iraner haben gelernt trotz eines Maulkorbs zu schreien. Mit jedem Leben, das die Peiniger auslöschen, legen sie einen weiteren Baustein für die Siegesentschlossenheit des Volkes. Jetzt werden Hunde auf diejenigen Demonstraten gehetzt, die die Existenz dieses Regimes überhaupt ermöglichten. Das ist nicht das erste Mal, könnte aber das letzte Mal sein.

  4. Beängstigend was da alles an Informationen "direkt aus verlässlichen Quellen" aus dem Iran übernommen und verbreitet wird...

    Dabei nicht zu vergessen von was sich die aktuell regierenden Formationen im Iran einst befreit hatten. Damals in den 70' Jahren des letzten Jahrhunderts. Auch das war ein pro westliches Regime und hatte mit Wahlen rein überhaupt nicht's in der Agenda stehen... wie so viele andere strategisch wichtige pro westliche Regierungen.

    ...würde sich die Opposition gegen Shakashwilli in Georgien nicht auch über so viel Anteilnahme freuen? Pech haben die nun einfach weil die Opposition in Georgien gegen einen "Freund" der westlichen Verbündeten kämpft...

    Auch in als "Demokratisch" verifizierten Ländern, etwa in der EU, tritt die legitimierte Staatsmacht gegen unbewilligte Demonstrationen an...gegen Randalierer, den schwarzen Block, gegen Steinewerfer... Das auch da genügend Menschen sind die sich oft von nichts mehr als von Unrecht, Masslosigkeit, Filz, Gier usw. befreien wollen wird dann aber nicht zur Kenntnis genommen...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

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    Video von heute. Die neue Strategie mit den Demonstranten umzugehen ...
    http://www.liveleak.com/v...

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