Iran Obama kritisiert Irans Führung

Der US-Präsident bleibt vorsichtig, wenn es um Kritik an Irans Vorgehen gegen die Opposition geht. Doch unterstützte er nun öffentlich die friedlichen Proteste

US-Präsident Barack Obama

US-Präsident Barack Obama hat die Drohungen des geistlichen Oberhaupts im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, kritisiert. Er sei "sehr besorgt" über Tenor und Ton einiger Äußerungen, sagte Obama am Freitag im Fernsehsender CBS. Die iranische Regierung müsse erkennen, dass die Welt auf sie blicke. "Und wie sie mit den Menschen umgehen, die auf friedliche Weise versuchen, sich Gehör zu verschaffen, wird (...) ein ziemlich klares Signal an die internationale Gemeinschaft darüber aussenden, was der Iran ist – und nicht ist", sagte Obama.

Er zeigte auch seine Unterstützung für die Demonstranten. Die USA stünden hinter jenen, die "Gerechtigkeit auf friedliche Art und Weise suchen", sagte Obama. "Die Stimme des Volkes" solle gehört werden. Sein Sprecher, Robert Gibbs ergänzte an anderer Stelle, Präsident Obama sei der Ansicht, dass es den Iranern ohne Angst vor Gewalt möglich sein sollte, ihre Meinung zu äußern.

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Im Vergleich zu den bisherigen Äußerungen des amerikanischen Präsidenten ist das durchaus ein härterer Tonfall. Gleichzeitig wies Obama die Kritik seines politischen Gegners zurück. Zu zaghaft habe er darauf reagiert, dass die iranische Regierung die Proteste mit Gewalt zu unterdrücken versucht, fand der republikanische Senator John McCain. Die USA müssten vorsichtig handeln, um bestimmten Kräften im Iran keinen Vorwand zu liefern, sagte Obama.

Dabei geht einerseits darum, die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm nicht abreißen zu lassen. Gibbs sagte, die Unsicherheit nach der Wahl beeinträchtige nicht die Bemühungen der USA um einen Dialog mit der iranischen Regierung.

Andererseits fürchtet die amerikanische Regierung, sie könnte die Opposition durch ihre Einmischung schwächen. Immerhin haben die beiden Länder eine unselige Vergangenheit. Mit Hilfe der USA kam in Iran der Schah von Persien an die Macht, der dann in der Islamischen Revolution 1979 gestürzt wurde. Jede Äußerung, die wie eine Einmischung der USA wirkt, könnte für den bei der Wahl unterlegenen Präsidentschaftskandidaten und Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi Probleme bedeuten.

Wie gefährlich die Lage ist, zeigte die Rede des obersten religiösen Führers Ajatollah Ali Chamenei am Freitag. Er drohte mit Gewalt, sollte es weitere Demonstrationen geben. Und er ist es, der in Iran den Ton bestimmt, nicht Ahmadinedschad oder Mussawi. Daher gilt es als durchaus möglich, dass Mussawi aus Angst vor Toten die Demonstration absagen lässt, zu der er für Samstag aufgerufen hatte. Bislang gibt es aber keine Reaktion von ihm auf die Rede Chameneis.

Der einflussreiche Wächterrat hat die drei unterlegenen Kandidaten für den heutigen Samstag eingeladen, an einer Prüfung der Wahlergebnisse teilzunehmen. Der Wächterrat besteht aus sechs Geistlichen und sechs hohen Richtern und steht Ahmadinedschad nahe.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. 1941

    An alle Amerikahasser: Die Amerikaner hatten den Schah *nicht* inthronisiert.
    Der letzte Schah, Mohammad Reza Pahlavi, war Teil der Pahlavi-Dynastie, er kam 1941 ins Amt und wurde zuvor Zeit seines Lebens auf seine Tätigkeit als Schah vorbereitet.

    1941 waren die Amerikaner noch gar nicht im Nahen Osten vertreten.
    Iran wurde von Briten und Russen gleichermaßen kontrolliert.

    Erst 1942, im Zuge des zweiten Weltkrieges unterstützten auch die Amerikaner den Schah, welcher daraufhin Deutschland den Krieg erklärte.

    Erst zu einem viel späteren Zeitpunkt, wurde der Schah ein enger Verbündeter Amerikas, so sehr, dass die Amerikaner von der Islamischen Revolution 1979
    überrascht wurden. Die amerikanischen Geheimdienste hatten damals wohl "geschlafen".

    F.A.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...vielen Dank!

    Allerdings erschließt sich mir die "Message" nicht, was wollen Sie uns sagen ? Ist Ihnen entgangen, daß 1941 auch schon 2ter Weltkrieg war ?

    Was hat das Ganze mit "Obama kritisiert Irans Führung" zu tun ?

    ...vielen Dank!

    Allerdings erschließt sich mir die "Message" nicht, was wollen Sie uns sagen ? Ist Ihnen entgangen, daß 1941 auch schon 2ter Weltkrieg war ?

    Was hat das Ganze mit "Obama kritisiert Irans Führung" zu tun ?

  2. ...vielen Dank!

    Allerdings erschließt sich mir die "Message" nicht, was wollen Sie uns sagen ? Ist Ihnen entgangen, daß 1941 auch schon 2ter Weltkrieg war ?

    Was hat das Ganze mit "Obama kritisiert Irans Führung" zu tun ?

    Antwort auf "1941"
    • abtz
    • 20.06.2009 um 19:19 Uhr

    Artikel ist von DPA verfasst und von niemandem zu verantworten, also nichtssagend.

  3. Ich beziehe mich auf folgenden Satz des Originalartikels:

    "... Immerhin haben die beiden Länder eine unselige Vergangenheit. Mit Hilfe der USA kam in Iran der Schah von Persien an die Macht, der dann in der Islamischen Revolution 1979 gestürzt wurde. ..."

    Obwohl dieser Artikel sonst recht amerikafreundlich verfasst wurde, scheint selbst der Autor von dem weit verbreiteteten Gerücht beinflusst zu sein, die Iraner hätten ihren Schah (nur) den Amerikanern zu verdanken, und deswegen gäbe es eine" unselige Vergangenheit".

    Der Autor des obigen Artikels hat -- vielleicht unbeabsichtigterweise -- jenem Gerücht Vorlauf geboten. Hier musste ich einfach widersprechen, um die weitere Verbreitung dieses unseligen Gerüchtes zu behindern.

    Natürlich war 1941 der Zweite Weltkrieg, ohne diesen es die Amerikaner wahrscheinlich gar nicht in Nahen Osten verschlagen hätte. Natürlich haben die Amerikaner in den vergangenen 70 Jahren außenpolitisch nicht alles richtig gemacht. Aber man sollte trotzdem bei der Wahrheit bleiben, und nicht irgendwelche Dinge erfinden.

    Dabei möchte ich noch einmal betonen, dass ich mit "Erfinder" jenes Gerüchtes nicht den Autor obigen Artikels meine, sondern jene, die irgendwann anfingen, alles den Amerikanern anzulasten, was in der Welt schiefläuft.

    Chameni ist ja nur ein Beispiel dafür, wie gut man "Gerüchte" erschaffen kann. Obama hatte sich bisher wirklich mit Kritik zurückgehalten (und tut es immer noch); dennoch wurde das "Ausland" vom Obersten Ayatollah für die Unruhen verantwortlich gemacht (womit doch meistens aus der Sicht der Iranischen Führung der "Erzfeind" USA gemeint sein muss).

    Persien hat eine jahrtausendjahr alte Kultur, auf die die Iraner stolz sein dürfen. In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten, kluge Entscheidungen zu treffen und das Richtige zu tun.

  4. wollen natürlich, dass der Faschismus im Iran überwunden wird. Und zuallererst dem iranischen Volk wäre es zu wünschen. Eine Positionierung der USA in der Frage würde aber seitens der Machthaber in Teheran als Argument gegen Reformaktivisten verwendet werden können. Deshalb ist es in jedem Fall besser, wenn sich die USA bis auf weiteres still verhalten.

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