Iran Aufgeladene Stimmung vor der Samstags-Demo

Die Revolte in Iran geht in eine entscheidende Phase. Kommt es trotz Verbots zur angekündigten Massenkundgebung am Samstag? Und wie verhält sich das Regime nach der Rede Chameneis?

Ajatollah Ali Chamenei auf seiner lang erwarteten Freitagspredigt

Das iranische Innenministerium hat eine für diesen Samstag geplante neue Massenkundgebung gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad verboten. Ein Sprecher des Innenministeriums verwies auf eine Aufforderung des obersten Führers des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, Proteste gegen die Wahl dürften nicht bei "illegalen" Demonstrationen auf der Straße vorgebracht werden.

Seit dem vergangenen Wochenende demonstrieren in Teheran und anderen großen Städten des Landes Hunderttausende gegen das ihrer Meinung nach gefälschte Wahlergebnis. Der unterlegene iranische Präsidentschaftskandidat Mir Hussein Mussawi plant offenbar derzeit keine Demonstration am Wochenende. Mussawi habe keine Kundgebung für Samstag oder Sonntag vorgesehen, sagte einer seiner Vertrauten am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Falls er sich aber umentscheide, werde dies auf seiner Homepage mitgeteilt.

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In seiner Rede hatte Chamenei von den Regierungsgegnern ein sofortiges Ende der Demonstrationen gefordert und anderenfalls mit ernsten Konsequenzen gedroht. "Wenn es zu einem Blutvergießen kommt, werden die Anführer der Proteste zur Verantwortung gezogen", sagte Chamenei bei den Freitagsgebeten in Teheran.

Zugleich bestätigte er die Wiederwahl von Amtsinhaber Mahmud Ahmadineschad und verteidigte sie gegen Manipulationsvorwürfe. Es war Chameneis erste öffentliche Stellungnahme seit der umstrittenen Wahl vor einer Woche.

Die Reaktionen auf die Rede waren verhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete sie als "eher enttäuschend". Die Einsprüche gegen den Wahlverlauf müssten in den nächsten Tagen berücksichtigt werden, forderte Merkel.

"Die Rede hat die Erwartungen nicht erfüllt", sagte auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er zollte den Demonstranten in Iran "großen Respekt". Der Kampf dieser Menschen habe Iran in den letzten Tagen bereits ein bisschen verändert.

Deutliche Worte fand der britische Premierminister zur Lage in Iran. "Es ist unser Recht, sich für Menschenrechte einzusetzen, sich gegen Gewalt auszusprechen und sich für freie Medien einzusetzen, die daran gehindert werden, ihren Job zu machen", sagte. Es liege nun an Iran, der Welt zu zeigen, dass sich "Unterdrückung und Brutalität" nicht wiederholten und dass die Wahlen "fair" gewesen seien.

Leser-Kommentare
  1. Mit seinen widersprüchlichen und anmaßenden Äußerungen (Ohne Überprüfung war die Wahl rechtens, trotzdem werden Wahlurnen geöffnet, deren Ergebnis ist dann aber egal, verantwortlich für ein eventuelles Blutbad sind die Demonstranten...) dürfte Chamenei bei etlichen Menschen weiteren Kredit verspielt und an Autorität verloren haben. Konnte man von diesem fundamentalistischen Ajatollah wirklich etwas anderes erwarten? Außer Gehorsam einzufordern...Demut und Unterwerfung zu verlangen? Inwiefern er wirklich noch das Sagen gegenüber den Garden, Milizen und dem Militär hat (das vermutlich wirkliche Triumvirat der Macht) sei dahingestellt, das alles kommt einem aber merkwürdig vertraut vor...ja, es sind dieselben Mechanismen und Ereignisse aus alter christlicher Vergangenheit, die man heutzutage verschämt in Geschichtsbüchern verstauben läßt, und sich stattdessen lieber mit Tugenden wie Nächstenliebe etikettiert...tatsächliche Ausnahmen nicht ausgeschlossen. Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die in derartigen Verhältnissen ihr Leben gestalten müssen. Wir, die uns auf dem für die Freiheitsrechte gegebenen Blutzoll unserer Vorfahren ausruhen, sollten angesichts solcher Ereignisse die Augen aufgehen: Selbstbestimmung und Freiheit sind nicht gottgebene Werte, sondern müssen mühsam auch unter Einsatz des eigenen Lebens erstritten und wieder und wieder gegen die Vertreter absolutistischer Weltanschaungen verteidigt werden.

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    • opina
    • 19.06.2009 um 22:58 Uhr

    Herrschen und Gehorchen, noch immer müssen Menschen auf Erden
    diese entwürdigende Kluft ertragen.

    Sie, @netwanderer, erinnern mit Recht an den Blutzoll unserer Vorfahren.
    Bleibt den Unterdrückten von heute keine andere Wahl?
    Mit uns als Zuschauer?
    Zum Glück wird der Spielraum für die letzten absolutistischen Herrscher enger,
    je mehr sich die Menschen auf der Welt untereinander austauschen und aufklären
    ("Feind" Internet) und je eindringlicher die Augen der noch gar nicht lange freien Welt auf die verbleibenden Blüten der Unterdrückung gerichtet sind.
    Ich wünsche dem iranischen Volk, besonders seinen gegängelten bis versklavten Frauen und den Opfern der Inquisition einen unblutigen, raschen Sieg der Menschenwürde.

    • opina
    • 19.06.2009 um 22:58 Uhr

    Herrschen und Gehorchen, noch immer müssen Menschen auf Erden
    diese entwürdigende Kluft ertragen.

    Sie, @netwanderer, erinnern mit Recht an den Blutzoll unserer Vorfahren.
    Bleibt den Unterdrückten von heute keine andere Wahl?
    Mit uns als Zuschauer?
    Zum Glück wird der Spielraum für die letzten absolutistischen Herrscher enger,
    je mehr sich die Menschen auf der Welt untereinander austauschen und aufklären
    ("Feind" Internet) und je eindringlicher die Augen der noch gar nicht lange freien Welt auf die verbleibenden Blüten der Unterdrückung gerichtet sind.
    Ich wünsche dem iranischen Volk, besonders seinen gegängelten bis versklavten Frauen und den Opfern der Inquisition einen unblutigen, raschen Sieg der Menschenwürde.

  2. alle redakteure, die keine reflektoren sind können heute schlussmachen;

    Chamenei ist mit sicherheit ein generator, reinkarnationskreuz rechtes kreuz der gesetze, erste line laut iging, wahrscheinlich 1.3 profil
    muss alles selber machen, sonst zählt es nicht und so weiter.

    ok wie schauts mit den proxys aus
    hier könnt ihr nachschauen
    http://www.mein-whois.de/...

    die IP adresse der ZEIT ist 217.13.68.145

    Why dont you use yahoo360 still crash down?

  3. ja noch seine Veruteilung vor einem iranischen Tribunal oder im Haag. Es könnte zu seiner Läuterung führen.

    Man könnte ihn einseits als machtgeilen Greis erleben, andrerseist als verblendeten Dunpfaback.

    Was auch immer, für die Iraner tut es mir leid, dass der Typ da so machtvoll ist.

  4. Mullah-Abgesang

    Die Mullahs gehn mir auf den Senkel,
    sollt es ihnen gehen an den Kragen,
    würd ich nicht nach ihrem Schicksal fragen,
    sondern mir schlagen auf die Schenkel.

    Die Mullahs als Erben des Propheten handeln,
    sie gehen ein ins Paradies,
    wo niemand fühlt sich mies,
    sondern Jungfrauen sich in Viagra verwandeln.

  5. ist offensichtlich ein höchst gefährliches Geschöpf, durchaus Tod bringend für seine Mitmenschen. Man wird die Drohungen, die dieses Geschöpf am Freitag von sich gegeben hat, Ernst nehmen müssen, denn es gleicht einem Skorpion, das seinen Hinterleib aufbäumt, um alsbald mit den Giftstachel zuzustechen.

    • Midway
    • 19.06.2009 um 22:22 Uhr

    Der Islam ruft doch selbst nach Frieden und gutes Miteinander.
    Dem fühlt sich aber dieser Geistliche nicht berufen.
    Es kann nicht sein, dass einer, der so ein Amt führt und damit ein Vorbild der islamischen Welt ist, so ein Zirkus macht.
    Hat er die Demonstranten zu Ruhe und Gewaltlosigkeit aufgerufen?
    Nein, wohl nicht.
    Gegenteil: Er droht ihnen die Schuld für das nächste Blutvergießen aufzuerlegen, dass eigentlich vom Staat entsteht.
    Hat er der Opposition eine ordentliche Untersuchung zugesichert?
    Ehm nein. Stattdessen erklärt er den Amtsinhaber zum Sieger, an dem nichts zu rütteln ist.
    Sucht er, vorallem durch Obamas Ansprache vor 2 Wochen, einen Neuanfang mit dem Westen, um sich endlich um Frieden insbesondere im Nahen Osten zu bemühen? Nein, stattdessen erzählt er irgendwelche absurden Verschwörungen und stellt die Westliche Welt als den eigentlichen Feind dar.
    Auch duldet er die Gewalt gegen Demonstranten auch bei ihrer Verhaftung.
    Ist er dadurch wirklich ein Friedensstifter bzw. ein Mann der die Religion vertritt, derren Grundidee auf Frieden basiert?
    Wohl eher nicht.
    Daran können von mir aus irgendwelche Leute rütteln und die westl. Polizei verteufeln und die iranische als Ordnungshüter darstellen.
    Ich hoffe nur, dass morgen nicht wieder Menschen, die ihre Meinung vertreten, vom sturren Staat getötet oder verletzt werden.

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    Das stimmt nicht, was Sie da schreiben. Der Islam ruft nicht generell und bedeuted nicht "Frieden", sondern Unterwerfung unter den Willen Gottes.

    Frieden im Islam kann es nur innerhalb des Haus des Islam geben, z.B. im Iran. Das was im Iran zur Zeit geschieht, kann man mit dem Teminus "Fitna", z.B. (http://de.wikipedia.org/w...) begreifen.

    Mit allem andern steht gem. herrschender Doktrin der Islam im permanenten Kriegszustand (Haus des Krieges, z.B. der Westen allgemein), der nur durch Vetrag (Haus des Vertrages; z.B. BRD) unterbrochen werden darf.

    Chamenei agiert logisch richtig, da Fitna (Rebellion) innerhalb des Islams verboten ist. Somit ist es verboten, sich gegen die islamische Führung aufzulehnen. Das ergibt sich direkt aus dem Koran.

    Ob aber Chamenei opportun handelt, wird sich noch herausstellen.

    Man könnte vielleicht auch so interpretieren, dass sich die Opposition auf dem richtigen islamischen Weg befindet. Dann wäre Chamenei im Unrechtszustand.

    Aber ich glaube, diese Interpretation ist im Islam nicht durchsetzungsfähig und logisch brüchig, da gem. Koran Gott, dem Gesandten und den islamischen Führern zu gehorchen ist. Ein Widerstandsrecht ist kaum begründbar, es sei denn, man erklärt seine Gegener als Apostaten.

    Dann wären wir auf al-Kaida-Niveau. Die sagen ja, dass alle, die nicht ihrer Auffassung folgen, Abgefallene sind. Viele Islamisten sehen das auch so.

    Das stimmt nicht, was Sie da schreiben. Der Islam ruft nicht generell und bedeuted nicht "Frieden", sondern Unterwerfung unter den Willen Gottes.

    Frieden im Islam kann es nur innerhalb des Haus des Islam geben, z.B. im Iran. Das was im Iran zur Zeit geschieht, kann man mit dem Teminus "Fitna", z.B. (http://de.wikipedia.org/w...) begreifen.

    Mit allem andern steht gem. herrschender Doktrin der Islam im permanenten Kriegszustand (Haus des Krieges, z.B. der Westen allgemein), der nur durch Vetrag (Haus des Vertrages; z.B. BRD) unterbrochen werden darf.

    Chamenei agiert logisch richtig, da Fitna (Rebellion) innerhalb des Islams verboten ist. Somit ist es verboten, sich gegen die islamische Führung aufzulehnen. Das ergibt sich direkt aus dem Koran.

    Ob aber Chamenei opportun handelt, wird sich noch herausstellen.

    Man könnte vielleicht auch so interpretieren, dass sich die Opposition auf dem richtigen islamischen Weg befindet. Dann wäre Chamenei im Unrechtszustand.

    Aber ich glaube, diese Interpretation ist im Islam nicht durchsetzungsfähig und logisch brüchig, da gem. Koran Gott, dem Gesandten und den islamischen Führern zu gehorchen ist. Ein Widerstandsrecht ist kaum begründbar, es sei denn, man erklärt seine Gegener als Apostaten.

    Dann wären wir auf al-Kaida-Niveau. Die sagen ja, dass alle, die nicht ihrer Auffassung folgen, Abgefallene sind. Viele Islamisten sehen das auch so.

  6. Kommt es trotz Verbots zur angekündigten Massenkundgebung am Samstag? Und wie verhält sich das Regime nach der Rede Chameneis? Und wird Britta Sven jemals verzeihen können?

    Das alles und noch viel mehr morgen auf Zeit online, wenn es wieder heißt "Das Regime schlägt zurück!"

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    Die Artikelserie nimmt wirklich Soapähnliche Züge an!

    Die Artikelserie nimmt wirklich Soapähnliche Züge an!

    • opina
    • 19.06.2009 um 22:58 Uhr

    Herrschen und Gehorchen, noch immer müssen Menschen auf Erden
    diese entwürdigende Kluft ertragen.

    Sie, @netwanderer, erinnern mit Recht an den Blutzoll unserer Vorfahren.
    Bleibt den Unterdrückten von heute keine andere Wahl?
    Mit uns als Zuschauer?
    Zum Glück wird der Spielraum für die letzten absolutistischen Herrscher enger,
    je mehr sich die Menschen auf der Welt untereinander austauschen und aufklären
    ("Feind" Internet) und je eindringlicher die Augen der noch gar nicht lange freien Welt auf die verbleibenden Blüten der Unterdrückung gerichtet sind.
    Ich wünsche dem iranischen Volk, besonders seinen gegängelten bis versklavten Frauen und den Opfern der Inquisition einen unblutigen, raschen Sieg der Menschenwürde.

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